Keine Sperre gegen Friedli

Mittwoch, 28. November 2012, 15:58 - Martin Merk

Der Einzelrichter der National League hat Servette-Stürmer Samuel Friedli für nicht schuldig befunden, nachdem er einen vermeintlichen Check gegen den Kopf von Fribourg-Verteidiger Lukas Gerber, der nach dem Zusammenstoss mit Friedli und dem Eis eine Hirnerschütterung und Schnittwunden erlitten hatte. Das Verfahren wurde eingestellt.

Es war einer der umstrittendsten Fälle im Schweizer Eishockey für eine Aktion, bei welcher die Verletzung schlimm aussah, Friedli jedoch zu Unrecht eine Matchstrafe erhielt, wie nun auch von offizieller Seite bestätigt ist.

Im Gottéron-Lager nutzte man Worte wie "Attentat" für den Check, selbst das Schweizer Fernsehen verurteilte den Check mit harter Wortwahl. hockeyfans.ch legte in einem Artikel am Sonntag eine andere Sichtweise dar, die später auch von anderen Experten unterstützt wurde. Friedli hatte sich Gerber für einen normalen Check angenähert, doch Gerber verlor die Kontrolle über den Puck, drehte sich ab und war nicht auf den Check vorbereitet. Da Friedli keinen Spielraum zwischen der Spielerbank und Gerber am Spielfeldrand hatte, konnte er den Zusammenprall nicht vermeiden. Er versuchte zwar scheinbar auszuweichen, um die Wucht des Zusammenpralls zu entschärfen, traf den Kopf Gerbers aber mit dem Schulterblatt.

Für Friedli dürfte auch gesprochen haben, dass er sich nach dem Spiel um Gerbers Zustand erkundigte und ihm gute Besserung wünschte. Ärgerlich ist neben der Verletzung Gerbers, dem ein Ausfall von mehreren Wochen droht, auch die eine Spielsperre, die Samuel Friedli aufgrund der Matchstrafe automatisch erhalten hatte und gestern absass. Diese hätte man gemäss Reglement aufheben können, doch viel dafür das Urteil zu spät.


Servettes Samuel Friedli (links) im Zweikampf gegen Fribourgs Julien Sprunger © Foto: PHOTOPRESS/Salvatore Di Nolfi