Schweiz plant Olympia-Kandidatur

Freitag, 19. November 2010, 23:02 - Martin Merk

Die Schweiz plant eine Kandidatur für die Olympischen Winterspiele. Dies frühestens fürs Jahr 2022.

Die Vertreter der Schweizer Sportverbände haben am Sportparlament 2010 ein klares Bekenntnis für Olympische Winterspiele in der Schweiz abgelegt. Sie stimmten mit 385 Ja-Stimmen bei zwei Enthaltungen für die Prüfung einer Schweizer Kandidatur für Olympische Winterspiele 2022. Nun soll Swiss Olympic die notwendingen Voraussetzungen für eine Schweizer Kandidatur evaluieren.

"Die Vertreter des Schweizer Sports haben heute deutlich gemacht, dass sie an Olympischen Winterspielen in unserem Land interessiert sind", sagte Jörg Schild, Präsident von Swiss Olympic. "Swiss Olympic wird nun die interessierten Regionen und alle weiteren Partner an einen Tisch holen, um gemeinsam eine schlagkräftige Kandidatur Schweiz auf die Beine zu stellen."

Eine Kandidatur hängt jedoch auch davon ab, wer am 6. Juli 2011 den Zuschlag für die Winterspiele 2018 erhält. Falls dieser an München (Deutschland) oder Annecy (Frankreich) geht, wäre es unwahrscheinlich, dass die Spiele 2022 ebenfalls in Europa stattfinden. Sollte sich der Dauerkandidat PyeongChang (Südkorea) durchsetzen, könnte 2022 durchaus Europa zum Zug kommen.

Im Vorfeld der Entscheidung wurde bereits über mögliche Kandidaturen Davos/St. Moritz, Andermatt und Genf spekuliert.

Bislang fanden in der Schweiz nur 1928 und 1948 Olympische Winterspiele jeweils in St. Moritz statt. Bewerbungen von Sion (2002 und 2006) sind in den Wahlen an Salt Lake City und Turin gescheitert. Die Kandidatur Bern 2010 schaffte es unter den letzten Vier, wurde jedoch von der Bevölkerung abgelehnt und deswegen zurückgezogen. Eine mögliche Kandidatur Zürich 2014 wurde aufgrund zu hoher Kosten nicht eingereicht, nachdem sich landesintern das Zürcher Projekt gegenüber einer Kandidatur aus Davos durchgesetzt hatte.