Drei Spielsperren gegen Ritchie

Donnerstag, 5. März 2009, 16:29 - Martin Merk

Am Dienstagabend in Kloten hatte der Servette-Stürmer Byron Ritchie den Schiedsrichter Roland Stalder nach Spielende angerempelt (hockeyfans.ch berichtete). Nun bekam er drei Spielsperren als Quittung. Ein weiteres Urteil gegen die Genfer, bei denen die Nerven zuletzt blank lagen nach dem 0:3-Rückstand gegen Kloten.

Neben den drei Spielsperren, gegen die Servette bereits Rekurs angekündigt hat, muss Ritchie eine Busse in Höhe von 1500 Franken bezahlen. Dagegen wird auf ein Rekurs gegen die zwei verbleibenden Spielsperren gegen den Trainer Chris McSorley verzichtet.

Urteilsbegründung:

Nach den Regeln des IIHF, aber auch nach den ungeschriebenen Verhaltensgrundsätzen, gilt der Schiedsrichter in Mannschaftssportarten, so auch im Eishockey, als absolut unantastbar. Ein physischer Angriff auf einen Schiedsrichter ist deshalb als eines der schwersten Delikte überhaupt zu betrachten und, wie in anderen Ländern auch, entsprechend hart zu bestrafen.

Nach Auffassung des Einzelrichters ist das Schubsen oder Stossen gegen die Brust des Schiedsrichters als physische Attacke zu taxieren. In der Aktion von Byron Ritchie liege eine vorsätzliche Attacke ohne Verletzungsgefahr und Verletzungsabsicht gegen den Schiedsrichter vor. Es könne auch nicht von einer Affektsituation gesprochen werden, denn das Spiel sei seit ein paar Minuten vorbei gewesen. Hinzu komme, dass Byron Ritchie, der nicht Captain seines Teams ist, gar nicht legitimiert war, auf den Schiedsrichter zuzugehen. Ausgehend von dieser Darstellung habe Byron Ritchie gegen die Regel 550 lit. f Ziffer 1 IIHF verstossen.

In der National Hockey League (NHL) ist die Ahndung von mit dem vorliegenden Fall vergleichbaren Attacken gegen Schiedsrichter in Rule 76 wie folgt geregelt: "Any Player who deliberately applies physical force to an official in any manner, which physical force is applied without intent to injure, shall be automatically suspended for not less than ten (10) games", heisst es im Entscheid des Einzelrichters.