McSorley für drei Spiele gesperrt

Dienstag, 3. März 2009, 15:49 - Medienmitteilung

Der Einzelrichter der Schweizerischen Eishockey Nationalliga GmbH, Reto Steinmann, hat den Headcoach des Genève-Servette HC, Chris McSorley, für die nächsten drei Meisterschaftsspiele/Play-off-Spiele gesperrt und mit einer Busse in der Höhe von CHF 5000 belegt. Chris McSorley hat in der ersten Drittelspause des Play-off-Spiels zwischen dem Genève-Servette HC und den Kloten Flyers vom 28. Februar 2009 die Schiedsrichter im Kabinengang, respektive vor der Schiedsrichtergarderobe aufs Übelste beschimpft.

Nach Auffassung des Einzelrichters ging Chris McSorley am letzten Samstag wieder einmal entschieden zu weit. Sein Auftritt in Verbindung mit seiner schreierischen Sprache sei in verbandsrechtlicher Hinsicht als eindeutig inakzeptabel zu bezeichnen, weil dadurch die Grundsätze der Fairness und der sportlichen Gesinnung krass missachtet worden sind. Das Verhalten sei als ebenso ungebührlich wie unsportlich sowie den Geboten der Fairness widersprechend und demnach als Verstoss gegen Artikel 88 im Rechtspflegereglement (Verhaltensgrundsätze) zu bezeichnen.

Das Verschulden von Chris McSorley wiege schwer. Mit seiner Art und Weise der Kritik an die Adresse des Spielleiter-Trios überschritt er den Grenzbereich des Erlaubten bei weitem. Erheblich strafschärfend wirke sich zudem aus, dass der Beschuldigte offensichtlich unbelehrbar ist, was das Verhalten als Coach und die Respektierung der Regeln betreffe. Innerhalb von acht Spielzeiten wurde Chris McSorley bis dato insgesamt dreizehn Mal gebüsst; vier dieser Bussen stammen jeweils aus einem ordentlichen Verfahren. Das letzte ordentliche Verfahren wurde mit Urteil vom 15. Dezember 2006 erledigt. Chris McSorley wurde dabei mit einer Sperre für zwei Meisterschaftsspiele und mit einer Busse von CHF 3000 belegt, heisst es im Entscheid des Einzelrichters Reto Steinmann.

Zudem wurde die Genève-Servette HC SA mit einer Busse von CHF 2000 bestraft, verbunden mit der Weisung, bis zum nächsten Meisterschaftsspiel/ Play-off-Spiel am 5. März 2009 die Schiedsrichter-Garderobe an einen anderen Ort im Stadionbereich zu verlegen. Dies, weil die Genève-Servette HC SA den in *Art. 5 Abs. 1 und 2 im Reglement Ordnung und Sicherheit statuierten Pflichten nicht ausreichend nachgekommen ist.

Das Reglement Ordnung und Sicherheit ziele darauf ab, den Veranstalter anzuhalten, zum Schutz der Spielteilnehmer und der Zuschauer alles Erdenkliche vorzukehren. Es liege auf der Hand, dass die Schiedsrichter nicht nur in ihrer körperlichen Unversehrtheit, sondern auch in ihrer psychischen Integrität zu schützen seien - dies selbstredend vor Beeinflussungsversuchen und besonders vor ungebührlichen Auftritten von Clubfunktionären, insbesondere von Coaches. Bedingt durch die infrastrukturelle Situation in der Genfer Eishalle ist der Schutz der Schiedsrichter nicht gewährleistet. Die Kabine der Spielleiter befindet sich neben der Garderobe des Heimteams und des Büros der Coaches des Genève-Sevette HC. Diese Situation sei für die Referees unhaltbar. Sie werden regelmässig Ziel von verbalen Attacken; vor allem in den Drittelspausen und nach dem Spiel. Dieses System hat mittlerweile in Genf Methode und führt selbsterklärend dazu, dass ein Schiedsrichter nach einem Auftritt von Chris McSorley wie in der ersten Pause des letzten Spiels nicht mehr in der Lage sein kann, seine Aufgabe mit vollster Konzentration und unter Wahrung grösstmöglicher Objektivität auszuüben.

Das Verschulden der Genève-Servette HC SA wiege erheblich. Zu beachten sei, dass die Beschuldigte von der Schweizerischen Eishockey Nationalliga GmbH schon mehrmals darauf aufmerksam gemacht worden ist, diesen unhaltbaren Zustand zu korrigieren, ohne das bis dato etwas unternommen worden wäre, heisst es im Entscheid des Einzelrichters.

Gegen die Entscheide kann innert fünf Tagen Rekurs an das Verbandssportgericht eingereicht werden.


* Art. 5 Allgemeine Pflichten des NL-Clubs als Veranstalter
1 Der Veranstalter ist verpflichtet, die Sicherheit der Spieler, Zuschauer und Funktionäre innerhalb des Stadions von der Ankunft der Gästemannschaft und der Schiedsrichter bis zum Zeitpunkt, da diese das Stadion wieder verlassen, zu gewährleisten.

2 Spieler, Schiedsrichter und Offizielle sind jederzeit vor Übergriffen durch Zuschauer zu schützen. Ebenso sind Zuschauer vor Übergriffen durch Spieler und offiziellenFunktionären zu schützen.


Das Temperament ging bei Chris McSorley wieder einmal durch. © Foto: Thomas Oswald