Kein Verfahren gegen Heins

Mittwoch, 18. November 2009, 17:50 - Martin Merk

Der Einzelrichter Reto Steinmann wird von Amtes wegen kein Verfahren gegen Shawn Heins eröffnen wegen des harten Checks gegen Roman Josi, bei den in den nächsten Tagen klar werden dürfte, wie schlimm die Hirnerschütterung ist.

Regulärer Check oder Check gegen den Kopf? Dies ist die grosse Frage beim Check des Gottéron-Haudegens Heins gegen Josi. Klar ist, dass Heins Josi mit der Schulter am Kopf getroffen hatte, doch wie gross ist dabei das Verschulden des Gottéron-Verteidigers?

Nach Analyse der Videos und der Befragung von Regelexperten kam Steinmann zum Schluss, dass er nicht gegen Heins vorgehen wird. Dies kann aus verschiedenen Gründen befürwortet werden:

1. Interpretieren Steinmann und seine unabhängigen Experten den Absprung von Heins beim Check an Josi als Folge des Checks und nicht als absichtliche Handlung. Dabei sind jedoch beim Betrachten des Videos durchaus Zweifel angebracht.

2. Konnte Steinmann bei Heins beim Anbringen des Checks keine Absicht sehen, Josi am Kopf treffen zu wollen. Er geht somit von einem korrekten Bodycheck aus.

3. Sahen beide Spieler sich gegenseitig aufeinander zukommen. Während Heins in Bremsbewegung war, stürmte Josi weiter zu bis er keine Ausweichmöglichkeit mehr hatte, denn als er nach links abdrehte und dadurch auch sein Kopf tiefer war, hatte er einen zweiten Gegenspieler im Weg. Der Zusammenprall mit dem Kopf kann damit auch dem jugendlichen Übermut des Youngsters zugeschrieben werden.

Bleibt für Josi zu hoffen, dass er seine starke Saison bald wieder fortsetzen kann, denn beim SC Bern, mit der Nationalmannschaft und an der U20-WM warten diese Saison besonders viele Herausforderungen auf das Verteidigertalent.