Knatsch um Filatov und Frögren

Freitag, 11. Juli 2008, 08:08 - Martin Merk

Kaum ist ein "Friedensabkommen" zwischen der NHL und den europäischen Ligen, namentlich Russland, gefunden worden, kommt es zum ersten Knatsch.

Die Columbus Blue Jackets haben gestern ihren Erstrundendraft Nikita Filatov mit einem Dreijahresvertrag ausgestattet und freuen sich in einer Medienmitteilung darauf, dass Filatov möglichst rasch in Nordamerika spielen wird. Filatov hätte jedoch einen Vertrag in Russland beim ZSKA Moskau, auch wenn er diesen vor dem Draft gekündigt hat und mittlerweile suspendiert wurde. Der Club meldet sich zu Wort, dass Filatov nach russischem Recht weiterhin dem ZSKA Moskau verpflichtet sei und nach dem neuen Gesetz für Sportler nur durch eine Entschädigung kündigen könne. Der KHL-Präsident Alexander Medvedev stellte auch klar, wie diese aussehen könne: Mindestens 1,5 Millionen Dollar sei für einen Erstrundendraft angemessen. Wie diese bezahlt werden könnte, ist eine andere Frage. Der 18-Jährige erhielt einen Dreijahresvertrag mit dem höchstmöglichen Einstiegssalär von 875 000 Dollar und soll einen Signing Bonus von 750 000 Dollar bekommen. Direkte Ablösesummen sind den Clubs untersagt.

Auch in einem anderen Fall, wo eine Direktzahlung umgangen wurde, läuft es nicht wie geschmiert. Jonas Frögren wurde von den Toronto Maple Leafs mit einem Vertrag ausgestattet, der höher ist als im Gesamtarbeitsvertrag vorgesehen, damit Frögren sich aus seinem Vertrag mit Färjestads herauskaufen kann. Die NHL hat diesen Vertrag nicht bewilligt. Toronto hatte gehofft, dass der 28-Jährige aufgrund seiner langen Profi-Karriere in Europa um einen so genannten Entre Level-Vertrag herumkomme und damit ein höheres Salär haben könne als ein "gewöhnlicher" NHL-Neuling. Dieses Problem kann wohl nur mit Lohneinbussen für Frögren gelöst werden.