Nati: Neuanfang mit Davos?

Samstag, 16. Juni 2007, 15:00 - Martin Merk

Die Nationalmannschaft des Schweizerischen Eishockeyverbands will sich mehr zu den Clubs öffnen und die Kommunikation mit ihnen verbessern. Im September werden sämtlich zwölf Clubs besucht. Besonderes Augenmerk dürfte dem HC Davos gelten, der einen eisigen Gegenwind spüren liess.

«Wir wollen die Vergangenheit abschliessen, auf die Spieler und Clubs zugehen», sagte der Verbandsdirektor Peter Zahner zu den Nationalliga-Clubs. In Hinblick auf die baldige Heim-WM 2009 möchte man schliesslich mit der bestmöglichen Nationalmannschaft spielen können. Daher wird seitens des Verbands an die Clubs unmissverständlich kommuniziert, dass man zur Aussöhnung alter Problemfälle bereit ist. Namentlich dürfte man hier Reto von Arx und Michel Riesen vom HC Davos erwähnen, zwei der Schweizer Topstürmer in der NLA, welche seit den Olympischen Spielen 2002 mit dem Nationaltrainer Ralph Krueger nicht klarzukommen scheinen.

Ob man in diesen beiden Fällen die gewünschte Wirkung erzielen wird, ist fraglich. Aus der Davoser Höhenluft strömt eisiger Wind entgegen. Der Verwaltungsrat Gaudenz Domenig führte an, dass sich der HC Davos in den letzten Jahren von der Nationalmannschaft und der U20-Nationalmannschaft ausgeschlossen fühlte und die heutige Kehrtwende reichlich spät erfolge. «Die Kommunikation mit uns war unter null», so Domenig. Auch müssten es für die WM 2009 Ziel sein, die in der Schweiz verteilten HCD-Fans wieder zurückzugewinnen, welche in den Playoffs noch mit Pfiffen auf Krueger reagierten. Domenig äusserte sich skeptisch, dass die Gespräche mit den Spielern grosse Änderungen bringen werden, sprich eine Rückkehr von Reto von Arx und Michel Riesen, welche sich unisono vom Nationalteam unter Krueger abgewandt hatten.

Renato Eugster vom SEHV-Vorstand versprach, dass man sich bewegen möchte und in den Gesprächen mit Spielern keine Tabus kennen werde. Positive News gibt es bereit mit Spielern, welche noch für die WM 2007 abgesagt hatten. Martin Plüss wird sicherlich wieder für die Nationalmannschaft spielen, was sich nach Gesprächen zwischen Zahner und dem Schweden-Legionär ergab. Auch Thomas Ziegler, der für die vergangene WM abgesagt hatte, äusserte sich dahingehend, dass er wieder dabei sein möchte, sofern es seine Gesundheit wie sein lädierter Rücken zulässt.