Lakers wieder NL-tauglich

7.2.2018 - Von Pascal Zingg

Mit einer eindrücklichen Leistung holten sich die SCRJ Lakers am Sonntag den Swiss Ice Hockey Cup. Die Rapperswiler bewiesen während des Wettbewerbs, dass sie bereit sind um wieder auf der grossen National-League-Bühne aufzutreten.

Es war fast wie in der legendären Aufstiegsnacht vor 24 Jahren. Rund 1000 Fans feierten am Sonntagabend ihre Cuphelden auf dem Rapperswiler Hauptplatz. „Das war der erste Streich, zwei weitere werden folgen“, verkündete Sven Lindemann unter dem Jubel der Masse. Der Routinier machte noch einmal klar, wohin die Lakers in dieser Saison wollen: Ins Oberhaus der National League. Obwohl es für den Leader der Swiss League noch ein weiter Weg zurück in die National League ist, so konnten sie im diesjährigen Cup immerhin beweisen, dass die Marke SCRJ Lakers wieder NL-tauglich ist.

Winnermentalität
Beim Abstieg 2015 waren aus den grauen Mäusen vom Obersee die Niegewinn-Lakers geworden. Während sieben Saisons hatten sich die Lakers nicht mehr für die NLA-Playoffs qualifiziert. In dieser Zeit hatte sich eine wahre Losermentalität eingeschlichen. Nach dem Motto „man kann nicht immer gewinnen, aber immer verlieren ist auch doof“, hatte man sich in der Rapperswiler Arena an Niederlagen gewöhnt. Für die Gegner war deshalb klar, die Lakers haben nichts mehr in der National League verloren. Drei Jahre später hat sich dies geändert. Die Rapperswiler sicherten sich vier Runden vor Schluss auf souveräne Art und Weise den Qualifikationssieg. Das Selbstvertrauen ist in dieser Saison gar derart gross, dass es den Rosenstädtern gelingt den grossen HCD im Cupfinal mit 7:2 zu zerpflücken. Dass ein unbändiger Glaube an sich selbst hilfreich ist, bewiesen die SCL Tigers vor drei Jahren, als sie die verunsicherten Lakers in die Swiss League schickten.

Versöhnung im Umfeld
Neben der neugewonnen Winnermentalität war auch die Aussöhnung mit den Fans ein wichtiger Schritt. Nachdem Altlasten wie Harry Rogenmoser oder Roger Sigg entsorgt waren, wurde auch das ungeliebte Eisblau beerdigt. Im Gespräch zwischen Verwaltungsrat und Fans fand man beim Logo einen Kompromiss zwischen altem SCRJ- und neuem Lakers-Logo. Als SCRJ Lakers trat man fortan im altbewährten rot an. Dieses Rot dominierte auch am Sonntag in der SGKB-Arena. Erstmals seit dem Abstieg liessen die Fans das Stadion erbeben. Die Mehrheit der 6100 Zuschauer machten die Arena zu einem solchen Hexekessel, dass sich selbst der HC Davos beeindruckt zeigte. „Das war unglaublich. Die Fans gaben uns so viel Energie, da ist uns beinahe ein zweites Paar Beine gewachsen“, meinte beispielsweise Steve Mason. Obwohl die Zuschauerzahlen der Lakers in der Swiss League eher bescheiden sind, bewies die Cupeuphorie, dass Rapperswil eine Hockeystadt ist. Die Erfolge der jüngsten Zeit machen die Lakers auch bei den Jugendlichen wieder salonfähig.

Starkes Team
Neben Fortschritten neben dem Eis, zeigen sich die Lakers auch auf der sportlichen Seite klar verbessert. Die Clubleitung, hat inzwischen erkannt, dass man den Aufstieg nur mit dem Einsatz von finanziellen Mitteln erreichen kann. Mit Melvin Nyffeler verfügt man dabei über den besten Torhüter der Swiss League. Dies zeigt sich auch am Sonntag, als Nyffeler eine Klasse besser war als seine Davoser Konkurrenten. Daneben haben aber auch seine Verteidigerkollegen mehrfach bewiesen, weshalb die Lakers mit Abstand die beste Defensive der Swiss League haben. Ausgehend von dieser Defensive überzeugen die Rapperswiler auch in der Offensive. Gerade die Tatsache, dass man neben den wenigsten Minus- auch am meisten Plustore hat, unterstreicht die Überlegenheit der Rapperswiler noch einmal deutlich.

Der Aufstieg ist kein Selbstläufer
Dank Verbesserungen auf und neben dem Eis haben die Lakers in dieser Saison bewiesen, dass sie das Potential haben, um in der National League mitzuspielen. Der Cupsieg war sozusagen die Meisterprüfung zu ihrer NL-tauglichkeit. Diese Tauglichkeit ist allerdings noch kein Garant für den Aufstieg. „Das Niveau in der Swiss League ist gut. Es gibt sechs bis sieben Teams, die ähnlich gut spielen können wie wir“, meinte Jeff Tomlinson mit Blick auf die Playoffs. Der Trainer weiss spätestens seit der Finalniederlage gegen den HC Ajoie, dass ein Qualisieg noch nicht automatisch zum Sieg in den Playoffs berechtigt. So stehen bei den Lakers spannende Wochen bevor, in denn sie sich als bestes Swiss League Team behaupten müssen. Gelingt ihnen dies, dürften sich durchaus Chancen haben dem Verlierer der NL-Playouts ein Bein zu stellen.