Andersson: «Bern war meine Priorität»

26.10.2017 - Von Maurizio Urech

Verteidiger Calle Andersson (23) hat vor kurzem seinen Vertrag mit dem SC Bern um ein weiteres Jahr verlängert. Andersson, der mit einer Schweizer Lizenz spielt, weil er als Junioren dem HC Lugano angehörte, spielte in der NL auch für den EV Zug. Nach der Partie vom Dienstag konnten wir ein Interview mit ihm führen.

Calle ist der Sohn von Verteidigerlegende Peter Andersson, der 1999 Schweizer Meister mit dem HC Lugano wurde. Sein jüngerer Bruder Rasmus (20) spielt in der AHL beim Farmteam der Calgary Flames den Stockton Heat und kam letztes Jahr zu seinem Debut in der NHL im letzten Spiel der Saison. Und im Frühling holte auch Calle seinen ersten Schweizer Meistertitel mit Bern.

Calle Andersson: Sie sind in Bern geblieben. Hatten Sie auch andere Offerten auf dem Tisch?

Ich hatte auch andere Offerten, aber von Anfang an war klar, dass ich in Bern bleiben wollte. Dies war meine Priorität. Es war ein leichter Entscheid. Ich fühle mich wohl beim SCB. Sportlich gesehen habe ich hier jedes Jahr die Möglichkeit etwas zu gewinnen. Aktuell sind wir noch bei drei Wettbewerben im Rennen und haben berechtigte Ambitionen.

Auch wenn eure Serie von 11 Siegen in Folge (inkl. Cup) endete, so entstehen solche Serien nicht zufällig. Dies spricht wohl für die Stärke des SCB.

Wir hatten auch in Lugano die Chance zu gewinnen, der Puck tanzte ein paar Mal auf der Torlinie. In unserem Team haben wir viele Leader und wir glauben immer daran, dass wir gewinnen können, auch wenn wir im Hintertreffen sind. Jetzt liegt es an uns eine Reaktion zu zeigen und wir werden bereit sein um sofort wieder auf die Siegesstrasse zurückzukehren.

In der Champions Hockey League ist der SCB für die Achtelfinals qualifiziert, wo Red Bull München wartet. Die CHL gehört sicher auch zu den Saisonzielen des SCB.

Wir wollen nicht nur das beste Team in der Schweiz sein, sondern uns auch einen Namen in Europa machen. Persönlich glaube ich, dass sich das Produkt Champions League noch verbessern wird. Es ist definitiv so: Wir wollen zeigen, dass wir auch fähig sind auf diesem Niveau zu gewinnen. Die Champions League gibt dir die Möglichkeit, dich mit Teams aus anderen Ländern und Eishockeykulturen zu messen.

Seit den 80er-Jahren gilt SCB-HCL als ein Klassiker des Schweizer Eishockeys und nachdem die Bianconeri geschwächelt haben, ist diese Rivalität in den letzten zwei Jahren wieder «auferstanden» (Playoff-Final und Halbfinal). Gilt dies nur aus Tessiner Sicht oder nehmt ihr dies auch im Team des SCB so wahr?

Ich habe hier in Lugano gespielt und ich habe gesehen, dass die Fans auf die Duelle mit dem SCB besonders heiss sind. Diese Woche war ein gutes Beispiel. Die Fans standen wie eine Eins hinter ihrem Team. Schon die erste Partie in Bern war «heiss». Der Klassiker ist definitiv zurück, auch für uns.

Apropos Rivalitäten. Im Schweizer Cup kommt es in den Viertelfinals zum Derby gegen den EHC Biel. Sind die Berner Derby genauso so speziell wie es hier im Tessin die Derbys zwischen Lugano und Ambrì sind?

„Ich glaube das Tessiner Derby hat einen ganz speziellen Status, ich kann mich genau erinnern. Ambrì konnte zehn Spiele in Serie verlieren, ein Sieg gegen Lugano und die Saison war gerettet. Die Duelle gegen Biel und die SCL Tigers sind sicherlich nicht wie die anderen Spiele, aber die grösste Differenz zum Tesssiner Derby sind die Fans. Hier im Tessin sind die Fans wirklich «crazy»; in jedem Derby wird von der ersten bis zur letzten Minute Stimmung gemacht.