EVZ: Klappts erneut mit dem Finale?

8.9.2017 - Von Fabian Lehner

Der EV Zug war letztes Jahr mit der Finalteilnahme noch nie so nahe am 2. Meistertitel der Vereinsgeschichte. Doch scheint diese eher ein Ausrutscher nach oben gewesen zu sein. Das Kader hat Qualität, ist aber hinter derjenigen des SCB und der ZSC Lions einzustufen. Ausserdem ist der HCD wieder erstarkt und auch die Luganesi scheinen ihre Hausaufgaben gemacht zu haben. Wir schauen was für und gegen eine neue Finalteilnahme spricht.

Stephan als Rückhalt

Tobias Stephan ist einer der besten Torhüter der heimischen Liga. Er mag vielleicht nicht ganz auf dem Level zu spielen, welches ihn in die Nationalmannschaft brachte, doch würde der eine oder andere Club ihn mit Handkuss nehmen. Die Kritik an ihm in der letzten Finalserie ist nicht ganz nachvollziehbar, da er keine gravierenden Fehlgriffe hatte und im Halbfinal mit einer derjenigen war, welche den Unterschied machte. Das grosse Fragezeichen ist die Nummer 2, Noel Bader. Seine Erfahrungen auf NL-Stufe sind bescheiden. Wenn Stephan aber ohne Verletzungen durch die Saison kommt, wird es kaum am Torhüter liegen, falls der EVZ hinter den Erwartungen landet.

Diaz der Verteidigungsminister

Raphael Diaz war bereits letztes Jahr ein Anker im Powerplay und in der eigenen Zone. In der Champions League hat der Captain bereits wieder gezeigt, das er die Mannschaft aus der Defensive heraus führen kann und seine Scorerqualitäten von der blauen Linie gezeigt. Timo Helbling ist nach wie vor ein guter Verteidiger, aber er wird auch nicht jünger. Robin Grossmann und Dominik Schlumpf sind gute NL-Verteiger, allzu viele Spiele werden sie wohl aber nicht entscheiden. Danach kommen neben Johan Morant eher junge Verteidiger, welche ihre Tauglichkeit auf dem höchsten Level beweisen müssen. Hier ist am ehesten eine Schwäche auszumachen.

Garret Roe sorgt für noch mehr Feuerwerk

Zwar verliess mit Jarko Immonen einer der besten und erfahrensten Center die Zuger, aber Garret Roe hat das Potenzial, ihn schnell vergessen zumachen. Der quirrlige Amerikaner kam aus Linköping zum Team. In der CHL hatte er bereits Auslauf erhalten, seinen Speed und Technik gezeigt. Mit Viktor Stalberg wurde ein weiterer Klassestürmer verpflichtet. Der ex-Teamkollege von Roman Josi wird das Ausländer-Quartett um Carl Klingberg und David McIntyre komplettieren. Die Schweizer Fraktion ist mit Lino Martschini und Reto Suri prominent besetzt. Generell ist die Offensive überdurchschnittlich besetzt.

Schlummerndes Potentzial: Academy

All dies zusammen gesehen ergibt das Potential auf eine Halbfinalqualifikation. Eine erneute Finalqualifikation liegt im Bereich des möglichen, wäre aber wieder eine Überraschung etwa bei einem Ausrutscher der grössten Konkurrenten (wie zuletzt die ZSC Lions). Das Gerüst zu höheren Ehren steht aber. Erwähnt werden muss, dass man bei den Juniorennationalmannschaften immer öfter Namen der EVZ Academy im Aufgebot lesen kann. Dies nicht nur bei der Schweiz, sondern als auch bei anderen Nationen. Ein Beispiel dafür ist der Tscheche Petr Cajka. Wenn dieses Potential in den nächsten Jahren sich auf die 1. Mannschaft überträgt wie beim Vorbild aus Zürich, kann sich der EVZ definitiv zu einem regelmässigen Titelkandidaten mausern.

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1. 
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6. Lausanne HC
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9. Fribourg-Gottéron
10. EHC Kloten
11. SCL Tigers
12. HC Ambrì-Piotta

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Finaljubel

Die EVZ-Spieler und -Fans bejubeln einen Heimsieg in der Finalserie gegen den SC Bern im April 2017. Foto: Vedi Galijas