Hischier zurück als Nummer 1

6.7.2017 - Von Martin Merk

Nach all dem Medienrummel in Nordamerika, als die New Jersey Devils ihn als Nummer 1 gedraftet hatten, ist Nico Hischier zurück in der Schweiz. Er trimmt sich beim SC Bern fit für seine erste NHL-Saison und hofft ein paar Kilos zuzulegen.

Hischier sprach nun erstmals in der Schweiz mit den Medien über sein Erlebnis und seine Zukunft. Hier hören wir den jungen Stürmer aus Naters wie früher schon auf hockeyfans.ch auf Walliserdeutsch statt auf Englisch:

Sehr eindrücklich sei es gewesen in Chicago als er als Nummer 1 gedraftet wurde. Am nächsten Morgen wurde er gleich nach New Jersey geflogen, sah sich die Halle an, hatte Abendessen mit einem Spieler, Interviews, ein Fussball- und Baseball-Spiel, und kreierte bei einem Partner des Clubs sein eigenes Sandwich, das nun im Verkauf ist und natürlich "Swiss Cheese" (der in den USA aber nicht zwingend aus der Schweiz stammt) beinhaltet. "Es war sicher viel aufs Mal, aber ich konnte es geniessen in so kurzer Zeit. Es kam mir immer noch wie ein Traum vor", sagte er.

"Ich bin immer noch im Kontakt mit dem GM. Ich weiss, dass sie voll hinter mir stehen und keinen Druck aufsetzen und mich weiterentwickeln kann. Sie haben einen Platz für mich frei, sie haben aber auch klar gesagt, dass ich den Platz verdienen muss", so Hischier. Man geht in New Jersey davon aus, dass er den Sprung schafft. Ein Plan B wurde nicht diskutiert. "Es ist klar, dass wenn du Erster bist, eine gewisse Erwartungshaltung da ist. Es ist wichtig, dass das Team hinter mir steht und keinen Druck macht. Dann kann ich mich super auf mich selbst fokussieren. Ich weiss, was es braucht, um zu meinem Ziel zu kommen, damit es am Schluss wirklich reicht."

Das Sommertraining bestreitet er beim SC Bern. Er möchte drei bis fünf Kilogramm zunehmen, ist sich aber bewusst, dass er sich überall verbessern kann. Am Schuss will er üben, schneller werden und mit mehr Muskelmasse härter spielen. Jeden Morgen und fast jeden Nachmittag trainiert er.

Der SC Bern, wo er nach seinen ersten Jahren beim EHC Visp spielte, hat natürlich eine spezielle Bedeutung für ihn. Bevor er für ein Jahr ins kanadische Juniorenhockey ging, spielte er in der PostFinance-Arena und kam auch zu NLA-Erfahrung. "Ein Spiel, das ich sicher nicht vergessen werde, ist mein erstes NLA-Spiel hier gegen Lausanne. Ein Turnier, das mir auch lange in Erinnerung bleiben wird, ist die U20-Weltmeisterschaft in Montréal und Toronto", sagt er. Dass er nun in der Schweiz trainieren kann, freut ihn, da er die Schweiz liebt und seine Familie und Freunde sehen kann, bevor es wieder nach Nordamerika geht. Dass es nun die New Jersey Devils geworden sind - in Nordamerika sahen in viele als Nummer 2 bei den Philadelphia Flyers - freut ihn nach seinen ersten Erfahrungen.

"New Jersey war mir nach den Gesprächen sehr sympathisch, darum war ich umso glücklicher, dass mich die New Jersey Devils gewählt haben. Sie haben viel Geschichte mit Kovalchuk, Elias, Brodeur. Und ich wusste, dass der Schweizer Damien Brunner auch eine kurze Zeit da spielte", so Hischier. Bald geht es zum Entwicklungscamp zurück, auch wenn da an sich nur vier Eistrainings anstehen. Es wird mehr darum gehen, die Leute kennenzulernen. Inklusive Kochkurs im Teambuilding-Programm.

Dass es ein grosser Schritt ins NHL-Team ist, weiss er, zumal er mit anderen Kandidaten ein Finalspiel um den Stanley Cup live sah. "Es wurde sehr hartes und gutes Hockey gespielt. Ich traue es mir schon zu, aber ich weiss auch, was ich noch machen muss", sagt er. In New Jersey freut er sich am meisten auf Taylor Hall.

Mittlerweile kennt man ihn in New Jersey, weiss, dass er aus der Schweiz und nicht aus Schweden kommt. Mit der Aussprache seines Namens - das "r" am Schluss wird auf Walliserdeutsch ebenso ausgesprochen wie das "e" im "ie" - hapert es in Nordamerika noch, aber das wird mit den Leistungen hoffentlich noch kommen.

Welche Nummer er in New Jersey haben wird, ist noch offen. Seine Lieblingsnummer, die er schon durch seinen Bruder hatte, ist die 13, die er auch in Halifax und bei der U18-WM trug, aber falls sie besetzt sein sollte, hätte er kein Problem eine neue Nummer zu finden.

In Bern wohnt er zurzeit bei seinem Bruder Luca, im Herbst geht es dann nach Nordamerika. Wo er dort genau leben wird, ist noch offen. Nicht dabei sein wird seine Freundin, welche noch zwei Jahre lang das Gymnasium in Fribourg besucht.

Background-Portal

Hischier

Nico Hischier ist als Nummer-1-Draft der New Jersey Devils in die Schweiz zurückgekehrt. Foto: Martin Merk