Vorschau: NHL Conference-Finals
Die Halbfinals in den beiden Conferences hätten nicht unterschiedlicher sein können. Im Osten kam kaum Spannung auf, zu überlegen waren die Pittsburgh Penguins und auch die Boston Bruins hatten keine Mühe gegen die enttäuschenden Rangers. Spannung pur hingegen in der Western Conference, wo beide Halbfinals erst in extremis und im siebten Spiel entschieden wurden. Sicherlich werden die Conference-Finals eine ganz enge und spannende Sache und echte Leckerbissen für jeden Hockeyfan. In wenigen Stunden geht es los.
Eastern Conference
Pittsburgh Penguins (1) vs Boston Bruins (4)
Bei dieser Paarung treffen zwei Teams aufeinander, deren Spielphilosophie nicht unterschiedlicher sein könnte. Bei Pittsburgh ist die Offensive Trumpf. Man hat jede Menge Talent und überragende Spieler, die ein Spiel quasi im Alleingang entscheiden können. Die Stars Yevgeni Malkin, Sidney Crosby, James Neal, Brenden Morrow und Jerome Iginla sind jedem Hockeyfan ein Begriff.
Die Fragezeichen bei Pittsburgh sind in der Defensive zu suchen. Nur gegen die Islanders schafften man es zweimal vor eigenem Publikum ohne Gegentor zu bleiben, ansonsten kassiert man fast drei Tore pro Spiel im Schnitt und immer wird es die Offensive auch nicht richten können.
Beim Gegner aus Boston ist hingegen das Gleichgewicht zwischen der Verteidigung und der Offensive eher vorhanden. Die Bruins können auch ein Spiel mit wenigen Toren dank einer gut organisierten Defensive gewinnen. Pittsburgh wird wohl eher die Spiele mit vielen Toren gewinnen. Auch die Specialteams werden eine wichtige Rolle spielen.
Goalie Tukka Rask ist ein sicherer Wert und kann im Gegensatz zu den Torhütern von Pittsburgh auch mal ein Spiel im Alleingang gewinnen. Die Verteidigung angeführt von Zdeno Chara ist eine weitere Stärke von Boston. Dies trotz ein paar Verletzungsproblemen. Wenn dann plötzlich ein Torey Krug, der nur ein Spiel in der Qualifikation bestritten hat, in der Serie gegen die Rangers 4 Tore erzielt, ist dies ein weiterer wichtiger Trumpf für Boston.
In der Offensive haben endlich auch Brad Marchand und Tyler Seguin getroffen. Einzig Altstar Jaromir Jagr hat noch Ladehemmungen. Gegen die Rangers schossen auch die Spieler aus dem vierten Sturm wichtige Tore. Man hat zwar nicht so klingende Namen wie Pittsburgh, doch trotzdem genügend Waffen, um die Defensive des Gegners in Schwierigkeiten zu bringen.
Prognose: Boston gewinnt die Serie in sechs Spielen
Western Conference
Chicago Blackhawks (1) vs Los Angeles Kings (5)
Die Halbfinals der Western Conference waren an Spannung kaum zu überbieten. Chicago stand gegen Detroit schon mit dem Rücken an der Wand, gewann aber Spiel 6 in Detroit und das siebte vor Heimpublikum in der Verlängerung, was sicherlich für die Klasse der Mannschaft spricht.
In der Defensive hatte man gegen Detroit ein paar Aussetzer. Die muss man gegen den Titelverteidiger sicherlich abstellen. Eine schwierige Aufgabe wartet auch auf Torhüter Corey Crawford, der bisher solide, aber nicht überragend gespielt hat. Offensiv sind bisher Patrick Kane (2 Tore) und Jonathan Toews (1 Tor) noch nicht auf Touren gekommen, dafür überzeugte Bryan Bickell mit fünf Toren genauso wie Routinier Marian Hossa. Doch um gegen Los Angeles bestehen zu können, braucht Chicago auch die Tore seiner Youngsters. Eine der stärken von Chicago ist sicherlich das schnelle umschalten von Verteidigung auf Angriff, eine wichtige Waffe in diesem engen Duell.
Im letzten Jahr starteten die Kings vom achten Rang und gewannen den Stanley Cup. Auch dieses Jahr trotz einer nicht optimalen Ausgangslage steht man wieder im Conference-Finale. Auch wenn man nicht mehr so auswärtsstark wie in den letzten Playoffs ist, fand die Mannschaft einen Weg die entscheidenden Spiele mit nur einem Tor Differenz zu gewinnen, was für die mentale Stärke dieses Teams spricht.
Torhüter Jonathan Quick spielt wie letzte Saison wieder auf ganz hohem Niveau. Er hatte einen Aussetzer in der Serie gegen St. Louis, doch ein Schnitt von 1,5 Gegentoren spricht Bände. Die defensive Kompaktheit ist eine der grossen Stärken der Kings wie schon letztes Jahr. Man braucht nicht vier oder mehr Tore zu schiessen um ein Spiel gewinnen zu können, auch zwei Tore können ausreichend sein. Drew Doughty ist wie letzte Saison ein Schlüsselspieler, doch in diesen Playoffs hat sich auch Slava Voynov mit vier Toren in den Vordergrund gespielt, was die Mannschaft noch unberechenbarer macht.
Offensiv kann man sich auf die üblichen „Verdächtigen“ verlassen: Jeff Carter, Dustin Williams und Dustin Brown sorgen für die nötigen Tore, Anze Kopitar hat bisher nur zwei Tore geschossen, doch ihn darf man nicht nur an den Toren messen, er ist einer der besten Zweiwegstürmer der Liga. Die Specialteams werden auch in dieser Serie eine wichtige Rolle spielen. Chicago hat bisher eine überragende Quote im Boxplay. Dies wird man auch in dieser Serie bestätigen müssen, denn auf dem Papier ist das Powerplay der Kings besser.
Prognose: Los Angeles gewinnt die Serie in sieben Spielen
