„Das ist eine ganz grosse Sache“

17.05.13 - Von Leroy Ryser

Die Schweiz steht gegen die USA in den Halbfinals. „In einem Spiel ist alles möglich“, sagt Sean Simpson, „jetzt wollen wir mehr“, sagt Ryan Gardner.

Zuerst der Meistertitel und jetzt der WM-Halbfinal. Für Ryan Gardner scheint dies die beste Saison seiner Eishockeykarriere zu sein. „Bis jetzt war es wirklich super. Gerade auch in Bern, nachdem wir den Meistertitel im Jahr davor verpasst haben. Und hier bei der Weltmeisterschaft, das eine ganz grosse Sache. Die ganze Welt schaut zu, da kann man schon stolz sein, im Halbfinale in diesem grossen Stadion zu stehen.“ Da sei auch seine Familie in Kanada ständig am Draht und schaue Fernsehen. Denn ab den Viertelfinals seien alle Spiele übertragen worden. „Von ein paar Kollegen hören wir im Team schon etwas aus der Schweiz. Wir sind aber sehr fokussiert und konzentriert und lassen uns nicht davon ablenken“, so Gardner weiter. Denn jetzt sei erst jetzt etwas möglich, jetzt wolle man mehr. „Es ist nur ein Spiel, nicht eine ganze Serie“, verdeutlichte so auch Sean Simpson die Chancen gegen das grosse Amerika.

Gegen ebendieses Amerika braucht es gemäss dem grossgewachsenen schweiz-kanadischen Stürmer enorme Disziplin. „Die Russen haben im Viertelfinal viele Scheiben verloren. Die Amerikaner haben gute Stürmer und haben das kaltblütig ausgenutzt und viele Tore erzielen können.“ Letztlich sei aber auch dieses Spiel wie jedes andere anzugehen. Denn „alles ist möglich“, ist sich Gardner sicher. „Wir haben ein gutes System und viel Selbstvertrauen. Wir können jede Mannschaft schlagen, egal wer dass es ist.“ Ausserdem sei der Fitness-Stand gut, in solchen Spielen seien die körperlichen Aspekte sowieso weniger tragend. „Das ist wie im siebten Spiel eines Playoff-Finals. Da sind alle zwar ein bisschen müde. Wir schöpfen aber viel Energie aus der Mannschaft. Jetzt sind es noch zwei Spiele, dann haben wir Ferien“, sagt Gardner und doppelt noch einen nach: „Das ist normal und kein Problem. Das ist unser Job.“

Letztlich kann man mit diesem Team eben alles erreichen. Der Zusammenhalt ist ideal und selbst die Spieler, die nicht spielen gehören dazu. „Sie machen einen super Job, denn es ist nicht einfach, wenn man bei den Spielen nur zuschauen kann. Sie gehören genauso dazu“, erklärt der Routinier weiter. Und so spürt man eben auch, dass das Team-Spirit-Gerede nicht nur leere Floskeln sind. Ein guter Zusammenhalt in einem Team von verglichen kleinen Stars kann ein Team voller Stars eben sogar besiegen. Kein Wunder sagt auch Ryan Gardner daher ganz offen: „Ich habe ein gutes Gefühl.“ Wichtig sei vor allem, dass der Team-Spirit weiter so bleibe, denn so einfach lässt sich dieses Team nicht verunsichern. „Auch wenn einmal etwas schlechter lief, war die Stimmung und die Chemie gut“, verdeutlichte auch Denis Hollenstein und ergänzte. „Wenn wir eben alle denselben Fokus haben generiert das einen enormen Zusammenhalt und einen Kit in diesem Team. Jetzt kann uns nichts mehr einfach so erschüttern.“

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