NHL Playoffs – Conference-Halbfinale

15.05.13 - Von Maurizio Urech

Schon die Viertelfinals brachten jede Menge Spektakel und Spannung pur. Viele Spiele, sogar ganze Serien, wurden erst in der Overtime entschieden. Auch die Conference-Halbfinal-Paarungen versprechen jede Menge Action mit tollen Toren und unglaublichen Torhüter-Paraden.

Eastern Conference

Pittsburgh Penguins (1) vs Ottawa Senators (7)
Gegen die Islanders hatte die Startruppe um Sidney Crosby und Yevgeni Malkin mehr Mühe als erwartet. Dies vor allem weil man defensive Schwächen offenbarte. Dies führte auch zu einem Wechsel auf der Goalieposition. Vokoun bestritt die letzten zwei Partien anstelle von Fleury. Auch gegen Ottawa ist Pittsburgh der klare Favorit. Im Sturm ist man hervorragend besetzt, doch man sollte sich nur auf die Klasse der Einzelspieler verlassen. Defensiv muss man sich unbedingt steigern um nicht eine böse Überraschung zu erleben.

Ottawa gewann das Duell gegen Montréal überraschend klar in nur 5 Spielen. Dies vor allem, weil man sich auf Torhüter Craig Anderson verlassen konnte, der das Duell gegen die Torhüter der Habs klar gewann. Verteidiger Erik Karlsson war vor allem für die Offensive sehr wichtig, auch wenn her hin und wieder einen defensiven Aussetzer hatte. Offensiv waren die Sens nicht nur von einer Sturmlinie abhängig. Auch diese Ausgeglichenheit machte die Differenz. Um gegen Pittsburgh gewinnen zu können, muss aber Ottawa vor allem in der Defensive besser stehen, ansonsten werden die Sniper der Pens für Differenz sorgen.

Prognose: Pittsburgh gewinnt die Serie in 6 Spielen

Boston Bruins (4) vs New York Rangers (6)
Beinahe wäre für die Bruins Toronto zum Stolperstein geworden. Man führte scheinbar vorentscheidend mit 3:1-Siegen, doch dann musste man doch noch ins Spiel 7. Dort war man schon mit einem Schlittschuh ausgeschieden als Toronto mit 4:1 im Schlussdrittel führte. Doch hier zeigte sich eine der Qualitäten dieser routinierten Mannschaft. Man rettete sich in die Verlängerung und dort schoss einer der Leader der Mannschaft, Patrice Bergeron, den entscheidenden Treffer. Die Klasse der Schlüsselspieler und die gesammelten Erfahrungen in den Playoffs dieser routinierten Mannschaft konnten in dieser Serie den Ausschlag geben. Torhüter Tuukka Rask wird eine wichtige Rolle spielen, ebenso wichtig dass Tyler Seguin (1 Assist) und Brad Marchand (3 Assist) das Tor wieder treffen.

Die Rangers schafften es im 7. Spiel endlich in Washington zu gewinnen, wo man schon in früheren Serien fast immer verlor. Überragend war Stargoalie Henrik Lundquist mit zwei Shutouts in den Spielen sechs und sieben – ein sicherer Wert für die Blueshirts. Für die Defensive wäre eine Rückkehr von Mark Staal enorm wichtig, auch wenn man bis auf wenige individuelle Fehler gut stand und vor allem konnte man Ovechkin entschärfen, was schon die halbe Miete war. Offensiv war Derick Brassard die grosse Überraschung, Rick Nash die grosse Enttäuschung genauso wie Brad Richards. Man braucht die Tore dieser zwei Spieler um gegen Boston eine Chance zu haben, denn Lundquist alleine kann wohl kaum die Differenz ausmachen, dazu ist Boston offensiv zu stark.

Prognose: Boston gewinnt die Serie in 6 Spielen

Western Conference

Chicago Blackhawks (1) vs Detroit Red Wings (7)

Wie erwartet hatte Chicago gegen Minnesota leichtes Spiel und gewann in fünf Partien, man konnte sich auf die offensiven Trümpfe wie Toews, Kane und Hossa verlassen die wichtige Tore schossen, doch auch andere Spieler wie Bickell spielten sich in den Vordergrund. Defensiv wurde man nicht besonders gefordert Goalie Corey Crawford war ein sicherer Rückhalt und auch gegen Detroit könnte er ein wichtiger Faktor werden, wie auch die Specialteams. Gegen Detroit dürfte das Toreschiessen wohl nicht so leicht fallen und auch die Defensive wird wohl vermehrt gefordert, wenn man das richtige Gleichgewicht zwischen Offensive und Defensive findet wird man nur sehr schwer zu schlagen.

Dank der Klasse ihrer Alphatiere Pavel Datsyuk und Henrik Zetterberg, die wichtige Tore in den Spielen sechs und sieben schossen, setzte sich Detroit in einer attraktiven Serie gegen Anaheim durch. Erfreulich aus Schweizer Sicht Damien Brunner mit 2 Toren, darunter ein Overtimewinner und 3 Assist, in dieser Serie wird er weitere wichtige Erfahrungen sammeln können und jedes Tor das er schiesst könnte entscheidend sein. Er stürmt ja neu im dritten Block. Wie gegen Anaheim wird man auf Big Saves von Torhüter Jimmy Howard angewiesen sein, die Defensive wird gegen Chicago auf eine harte Probe gestellt.

Prognose: Chicago setzt sich in 6 Spielen durch

Los Angeles Kings (5) vs San Jose Sharks (6)

Zusammen mit der Serie Anaheim-Detroit war die Serie Los Angeles gegen St. Louis die attraktivste. Jedes Spiel endete mit nur einem Tor Differenz und entsprechend dramatisch und eng waren alle Spiele. Die Kings verloren die ersten zwei Spiele, doch dann gewann man vier Spiele in Folge. Einer der grossen Helden war Torhüter Jonathan Quick, der seinem Team mehrere Siege sicherte – vor allem mit einigen Schlüsselparaden in den turbulenten Schlussphasen. Offensiv sorgten Jeff Carter und Mike Richards für die nötigen Tore. Auch gegen die starke Offensive der Sharks wird Quick eine Schlüsselrolle einnehmen, denn offensiv hat man genügend Waffen um gegen die Sharks für die Differenz zu sorgen.

San Jose war die einzige Mannschaft, die ihre Serie mit einem Sweep – gegen Vancouver – gewinnen konnte. Antti Niemi gewann das Duell gegen die Torhüter der Canucks um Längen und vorne sorgten die Snipers wie Joe Pavelski, Patrick Marleau und Logan Couture für die nötigen Tore. Das Powerplay war überragend und lief wie am Schnürchen. Falls man diese Effizienz auch gegen Los Angeles zeigt, wird diese Serie zu einem Knüller. In vier Spielen schossen die Sharks nicht weniger als 15 Tore, kaum anzunehmen dass man gegen die Kings einen ähnlichen Schnitt erreichen wird. Die Defensive um Torhüter Annti Niemi wird sich steigern müssen, ansonsten hat man wohl gegen die Kings fast keine Chance.

Prognose: L.A. gewinnt die Serie in 6 Spielen