NHL-Vorschau: Eastern Conference

30.04.13 - Von Maurizio Urech

Im zweiten Teil unserer Vorschau kümmern wir uns um die Paarungen der Eastern Conference wo mit Mark Streit, Raphael Diaz und möglicherweise auch Yannick Weber gleich drei Schweizer zum Playoff-Einsatz kommen werden.

Pittsburgh Penguins (1) vs New York Islanders (8)

Wie Chicago in der Western Conference liess Pittsburgh nie den geringsten Zweifel an der Playoff-Qualifikaton aufkommen. Man reihte Sieg an Sieg trotz der temporären Ausfälle der Superstars Sidney Crosby und Yevgeni Malkin. Man erwartet auch ein baldiges Comeback von Crosby. Eine schon spielstarke Mannschaft erhielt mit den Transfers von Jarome Iginla, Brenden Morrow, Jussi Jokinen und Verteidiger Douglas Murray noch mehr Qualität und Solidität. Ein ganz heisser Kandidat auf den Gewinn des Stanley-Cups.

Mark Streit konnte sich endlich über die erstmalige Qualifikation seiner Islanders für die Playoffs freuen, sicherlich eine positive Überraschung, denn kaum jemand hätte dies der Mannschaft zugetraut. Doch nach einem schwachen Saisonstart überraschte man vor allem mit einer guten Auswärtsbilanz. Streit ist zusammen mit Visnosvsky der wichtigste Offensiv-Verteidiger der Isles und von ihm erwartet man, dass er das Powerplay dirigiert. Goalie Nabokov war ein ganz wichtiger Faktor, wie die erste Sturmreihe um Bray Boyes, Matt Moulson und John Tavares. Überrascht haben auch Kyle Okposo und Josh Bailey die endlich für wichtige Tore besorgt waren, doch trotzdem dürfte jeder Sieg gegen Pittsburgh einer grossen Überraschung gleichkommen. Für die meisten Spieler der Islanders geht es darum wichtige Erfahrungen zu sammeln.

Prognose: Pittsburgh gewinnt die Serie in fünf Spielen

Montréal Canadiens (2) vs Ottawa Senators (7)

Letztes Jahr war Montréal auf dem letzten Platz der Conference. Diese Saison qualifizierte man sich relativ souverän für die Playoffs. Erst als diese gesichert waren gab es ein Nachlassen. Sicherlich hat Coach Michel Therrien einen grossen Anteil an diesem Erfolg, doch ein ganz wichtiger Faktor war die Präsenz von Routinier Andrei Markov, der nicht nur dem Team defensiv mehr Stabilität brachte, sondern auch offensiv seine Tore schoss. Im Sturm konnte man auf die Routiniers Max Pacioretty und Tomas Plekanec zählen. Wichtige Tore schossen auch die Rookies Brendan Gallagher und Alex Galchenyuk. Genau diese Breite könnte ein Trumpf für die Habs sein, wie auch die Leistungen von Carey Price der eine konstante Saison spielte. Raphael Diaz bestritt nach seiner schweren Hirnerschütterung nur 23 Spiele. Er gehört zu den besten vier Verteidigern von Montréal und man erwartet auch wichtige Impulse im Powerplay von ihm. Wohl nur eine marginale Rolle dürfte Yannick Weber spielen, der nur bei Ausfällen in die Aufstellung rücken dürfte.

Auch die Playoff-Qualifikation der Ottawa Senators gehört zu den positiven Überraschungen dieser NHL-Saison. Die Sens hatten mit gewichtigen Ausfällen zu kämpfen. Jason Spezza dürfte wohl kaum zurückkehren und Erik Karlsson bestritt nur 17 Spiele nach dem Riss der Achillessehne, doch rechzeitig für die Playoffs ist er zurück und dürfte ein ganz wichtiger Faktor sein. Goalie Craig Anderson war die ganze Saison ein starker Rückhalt für sein Team wie auch Routinier Sergei Gonchar, der zweitbeste Skorer der Mannschaft. Wichtig vor allem da Ottawa nur drei Spieler hat die mehr als zehn Tore geschossen haben. Der Erfolg wird daher über solides Handwerk führen, offensives Spektakel wird es keines geben.

Prognose: Montréal gewinnt die Serie im siebten Spiel

Washington Capitals (3) vs New York Rangers (6)

Bei Washington galt auch dieses Jahr das Motto sag mir wie viele Tore Alex Ovechkin schiesst und ich sage dir, ob Washington gewinnt. Der Saisonstart war harzig, man schoss kaum Tore, das Powerplay versagte und Ovechkin traf das Tor nicht. Doch ab Februar klappte es wieder mit dem Toreschiessen bei Ovechkin und in seinem Sog schossen auch Mike Ribeiro und Troy Brouwer wichtige Tore und sorgten dank einer überragenden Offensive für die Playoff-Qualifikation der Caps. Defensiv liess man hingegen viele Wünsche offen. Goalie Braden Holtby hatte alle Hände voll zu tun und um erfolgreiche Playoffs bestreiten zu können wird man sich defensiv mächtig steigern müssen, ansonsten droht ein frühes Aus.

Die New York Rangers machten es am Schluss noch unnötig spannend, indem sie einige Spiele gegen schwächere Gegner verloren, doch dank einem starken Endspurt löste man das Ticket für die Playoffs doch noch. Stargoalie Henrik Lundqvist war ein sicherer Rückhalt seiner Mannschaft. Er kann im Alleingang Spiele für seine Mannschaft entscheiden. Gegen Washington ist vor allem die Abwehr gefordert, daher wäre die Rückkehr von Mark Staal der seit anfangs März nicht mehr gespielt hat, enorm wichtig. Offensiv haben die Blueshirts mit Rick Nash, Brad Richards, Ryan Callahan und Derek Stepan Trümpfe die gegen die Caps stechen könnten. Nicht zu vergessen auch Derrick Brassard, der aus Columbus geholt wurde. Auf dem Papier sind die Rangers ausgeglichener und könnten in den Playoff weit kommen.

Prognose: Eine enge Serie, die erst im siebten Spiel zu Gunsten der New York Rangers entschieden wird

Boston Bruins (4) vs Toronto Maple Leafs (5)

Im Jahr eins nach Tim Thomas war man gespannt, ob Tukka Rask ein würdiger Nachfolger sein würde und er enttäuschte das Vertrauen der Verantwortlichen nicht und wird auch in den Playoffs ein Schlüsselspieler sein. Die Bruins wissen, wie man in den Playoffs erfolgreich spielt. Die Basis ist eine solide Abwehr. Vorne hat man genügend Spieler, welche die nötigen Tore schiessen werden. Brad Marchand, Patrice Bergeron, Tyler Seguin und David Krejci haben schon mehr als ein entscheidendes Tor in den Playoffs erzielt und auch Zdeno Chara blüht in den Playoffs regelmässig auf. Die grosse Playoff-Erfahrung ist sicherlich ein ganz wichtiger Trumpf der Bruins.

Wie in der letzten Saison starteten die Leafs stark in die Meisterschaft, doch diesmal folgte nicht der grosse Einbruch. Man spielte eine konstante Saison und qualifizierte sich problemlos für die Playoffs. Dies auch dank einer stark verbesserten Defensive mit einem Boxplay, das zum besten der Liga gehörte. Man darf von Toronto kein Offensiv-Spektakel erwarten. Nur fünf Spieler haben zehn oder mehr Tore erzielt und die Hauptlast wird auf den Schultern von Phil Kessel und Nazem Kadri lasten, keine leichte Aufgabe gegen die Bruins. Ein grosses Fragezeichen sind auch die jungen Torhüter James Reimer und Ben Scrivens. Beide haben keine Playoff-Erfahrung und während der regulären Saison hatten beide mehr als nur ein schwaches Spiel. Wie werden sie mit dem Druck umgehen?

Prognose: Die Boston Bruins gewinnen die Serie in 6 Spielen