U18-Nati verkaufte sich gut
Am Wochenende ging in Sotschi die U18-Weltmeisterschaft zu Ende. Dabei konnte die Schweizer Mannschaft mit dem Einzug in das Viertelfinale ihr Ziel erreichen und beendete das Turnier auf Platz 6.
In diesem Turnier, das für die im nächsten Jahr stattfindenden Olympischen Spiele als Testevent und zugleich Generalprobe genutzt wurde, zeigten sich die beiden Eisstadien als Schmuckkästchen. Die Schweizer U18-Nati bestritt ihre Gruppenspiele in der Schaiba Arena, wo im nächsten Jahr die Damen um Medaillen kämpfen werden. Die mit 7000 Sitzplätzen bestückte Anlage war bei den Spielen aber leider nur sehr dünn besucht. Der mannschaftlich guten Leistung der Schweizer Mannschaft störte dies aber nicht.
Im ersten Spiel der U18-Nati gegen die Slowakei sah man das die Mannschaft im Gegensatz zum Vorjahr körperlich stark verbessert war. Damit gelang der so wichtige Sieg gleich zu Beginn des Turniers. Gegen Schweden lief es im ersten Abschnitt gar nichts, abgesehen dieser 20 Minuten konnte man aber gegen dieses Topteam mithalten und phasenweise auch selbst Aktivitäten setzten.
Das dritte Spiel zeigte vielleicht die einzige Schwäche dieses Teams. Immer wieder schaffte der neue Weltmeister Kanada die Scheibe vor das Tor zu bringen und mit diesem Spiel konnte nicht wirklich umgegangen werden und so setzte es mit 1:10 eine deftige Niederlage.
Nun musste ein Sieg gegen Deutschland her um das Viertelfinale zu fixieren und diesen Neustart schaffte das Team eindrucksvoll ohne Gegentreffer. Damit war das Mindestziel erreicht und die Mannschaft von Manuele Celio übersiedelte in den Bolschoi Eisdom, wo das Männerturnier bei den Olympischen Spielen ausgetragen werden. Eine wunderschöne Arena mit 11000 Sitzplätzen hatte bei dieser Weltmeisterschaft vielleicht das Problem von sehr weichen Eis. Dies dürfte Finnland sicher einen kleinen Vorteil im Viertelfinale gegeben haben. Nach erneut zwei tollen Dritteln schlugen aber die Finnen im Stil der Kanadier zu und beendete mit dem 7:4-Sieg den Traum von einer Schweizer Halbfinal-Qualifikation.
Im gesamten gesehen gab es neben Pius Suter, der mit drei Toren zu den besten Torschützen des Turniers gehörte, sowie Luca Fazzini, der mit fünf Assist den Sprung unter die ersten 13 Spielern schaffte, kaum einen Schweizer, der in einer Statistik einen absoluten Top-Platz belegte. Am ehestens gelang dies Captain Phil Baltisberger. Dieser landete mit seinen vier Scorerpunkten auf Platz 8 der Verteidiger in der Scorerwertung.
Der gute sechste Platz in Sotschi gelang vor allem mit einer mannschaftlich sehr ausgeglichen Leistung. Wie erwähnt schaffte es kein Spieler wirklich eine Topplatzierung in einer Statistik zu erlangen, doch gab es auch keinen Spieler, der wirklich leistungsmässig abfiel. Ein zweiter wichtiger Punkt für dieses gute Abschneiden war die Disziplin der Mannschaft. So kassierte die U18-Nati bei diesem Turnier gerade einmal 22 zwei Minuten Strafen. Dies ist nach dem tschechischen Team der niedrigste Wert bei dieser Weltmeisterschaft.
Captain Phil Baltisberger zog ein ähnliches Résumé: "Nach einem guten Spiel gegen die Slowakei folgten zwei weniger gute, wobei das Spiel gegen Kanada ganz schlecht war. Vor dem Deutschland-Spiel haben wir uns wieder gefunden und so das Minimalziel erreicht. Im Viertelfinale haben wir zwei Drittel gut gespielt. Die letzten 20 Minuten haben für mehr aber nicht gereicht."
Pius Suter zeigte mit seiner Aussage “Nach dem Deutschland-Spiel wollten wir natürlich ins Halbfinale und somit haben wir unser zweites Ziel leider nicht erreicht", mit welcher Einstellung dieses Team in Russland ans Werk ging.
Ebenso muss man der Mannschaft zur professionellen Einstellung mit dem Umgang der Presse gratulieren. So wurde dieses Turnier von den Organisatoren als Testbetrieb auch für zahlreiche "Eishockey-Greenhorns" im Bereich Interviews zum Üben genutzt, damit die Medieninfrastruktur in zehn Monaten hier funktioniert. Die Spieler gaben geduldig auf schlaue und einige weniger schlaue Fragen immer freundlich und höflich sehr gute Auskunft.
