NHL-Vorschau: Western Conference
Ab Dienstag kommt es in den Playoffs der NHL zu einer schönen Premiere. Zum ersten Mal steht mehr als ein Schweizer Feldspieler am Start. Mindestens vier Schweizer werden zum Einsatz gelangen und bei Anaheim gegen Detroit kommt es sogar zum Duell Luca Sbisa gegen Damien Brunner. Im ersten Teil schauen wir gegen Westen und sprechen über die Paarungen der Western Conference.
Chicago Blackhawks (1) vs. Minnesota Wild (8)
Chicago marschierte souverän durch die Qualifikation. Die „Hawks“ begeisterten mit ihrer offensiven und spektakulären Spielweise und marschierten vorne weg. Patrick Kane, Jonathan Toews und Marian Hossa sorgten für die Musik, defensiv hat man aber sicherlich noch Steigerungspotential.
Wie erwartet brachte bei Minnesota Zach Parise, der aus New Jersey geholt wurde, neuen Schwung in die Offensive, auch wenn man am Schluss noch um die Playoff-Qualifikation zittern musste. Minnesota spielt kein attraktives, sondern ein solides Eishockey. Um gegen Chicago eine Chance zu haben, benötigt es einen Sondereffort des Torhüters Nicklas Backström.
Prognose: Chicago gewinnt die Serie in fünf Spielen
Anaheim Ducks (2) vs. Detroit Red Wings (7)
Gestützt auf ein starkes Goalieduo mit Viktor Fasth und dem Appenzeller Jonas Hiller spielte Anaheim eine starke Qualifikation. Offensiv sorgten Ryan Getzlaf und Corey Perry für die nötige Torproduktion, auch wenn die Ausgeglichenheit der grosse Trumpf war mit sechs Spielern die zehn oder mehr Tore schossen. Luca Sbisa verpasste wegen einer Schulterverletzung die letzten fünf Spiele. Er dürfte für den Playoff-Start zurück sein, was für die Ducks-Defensive wichtig wäre. Doch wer wird das Tor hüten, Hiller oder Fasth? In der regulären Saison hatte Hiller die Nase bezüglich Eiszeit knapp vorne mit 51,2 Prozent der Goalie-Einsatzzeit.
Detroit schnappte sich den Playoff-Platz durch einen starken Endspurt mit vier Siegen in Folge. Zwischendurch hatte man mit Verletzungsproblemen der Schlüsselspieler zu kämpfen, daher wurde es noch eng. Geführt von den zwei Alphatieren Henrik Zetterberg und Pavel Datsyuk wird Detroit eine grosse Herausforderung für die Ducks sein. Auch Torhüter Jimmy Howard weiss wie man wichtige Spiele gewinnt. Damien Brunner spielte eine tolle Rookie-Saison mit 12 Toren und 13 Assist. Wird er auch in den Playoffs skoren?
Prognose: Anaheim gewinnt die Serie im siebten Spiel
Vancouver Canucks (3) vs. San Jose Sharks (6)
Vancouver qualifizierte sich relativ problemlos für die Playoffs, auch wenn man ziemlich unkonstant war. Die besten Skorer waren wie üblich die Sedin-Zwillinge. Doch um in den Playoffs weit zu kommen, müssen einige Stürmer ihre Torproduktion erhöhen. Der amerikanisch-schweizerische Torhüter Cory Schneider, der die letzten zwei Spiele wegen einer Verletzung verpasst hat, wird ein ganz wichtiger Faktor für die Canucks sein, die aber vor allem konstantere Leistungen abrufen müssen.
Auch bei San Jose gibt es wenig Neues zu Berichten. Routinier Antti Niemi war der gewohnte Rückhalt und vorne sorgten Joe Thornton, Logan Couture und Joe Pavelski für die nötigen Tore. Die Sharks müssen hoffen, dass diese weiterhin regelmässig scoren, denn ausser Marleau haben sie offensiv kaum Alternativen. Das Duell Niemi gegen Schneider kann diese Serie entscheiden.
Prognose: Eine enge Serie, die erst im siebten Spiel zu Gunsten der Sharks entschieden wird.
St. Louis Blues (4) gegen Los Angeles Kings (5)
Nach einem guten Start mussten die Blues noch um die Qualifikation für die Playoff zittern. Dies nach dem Ausfall von Stammkeeper Jaroslav Halak. Erst als man mit Brian Elliott einen valablen Ersatz gefunden hatte, schaffte man diese dank einem starken Endspurt. Überraschend war Chris Stewart, der Topscorer der Mannschaft mit 18 Toren, dahinter folgte Patrick Berglund mit 17 Toren. Dafür haben die Blues nicht weniger als sechs Spieler mit sieben und acht Toren. Diese Ausgeglichenheit dürfte ein wichtiger Trumpf sein, aber Elliott wird zeigen müssen, dass er auch ein Playoff-Goalie sein kann.
Nach dem Gewinn des Stanley Cups letztes Jahr war man gespannt auf das Auftreten der Kings, die sich trotz vielen Aufs und Abs während der Saison sogar um drei Plätze steigern konnten. Letztes Jahr beendete man ja die Qualifkation bloss auf dem achten Platz. Jeff Carter war mit 26 Treffern der dominante Torschütze der Mannschaft, während Quick nicht ganz an seine überragende letzte Saison anknüpfen können. Die Kings haben die letzten acht Spiele gegen St. Louis gewonnen und mit defensiver Stabilität kann man auch dieses Jahr wieder weit kommen.
Prognose: Die L.A. Kings gewinnen die Serie in 6 Spielen.
