Tschechien: Mogelpackung oder Kinderüberraschung?
Letztes Jahr vermochte Tschechien zu überraschen und kamen, entgegen vielen Prognosen, ins Viertelfinale – auf Kosten der Amerikaner. In diesem Jahr werden sie wohl die grössten Konkurrenten für die Schweizer werden um den Einzug in die Finalrunde.
Vor einem Jahr endete der Traum für die Tschechen nach 90 Sekunden in der Verlängerung. Bis dahin hatte man in Calgary eine ausgezeichnete Partie gegen den späteren Silbermedaillen-Gewinner und den diesjährigen Gastgeber Russland gespielt. Diese bittere Niederlage nagt nach wie vor an den damaligen U20-Teilnehmern. „Diese Niederlage war bitter. Aber dennoch waren wir mit dem Erreichten zufrieden,“ sagt Radek Faksa gegenüber hockeyfans.ch.
Vor zwei Jahren sah dies noch anders aus. Die Tschechen mussten zum ersten Mal seit langer Zeit wieder einmal in die Relegationsrunde gehen. Dort setzten sie sich zwar klar durch, doch war dem tschechischen Eishockey keine gute Zukunft beschieden worden. Dass sie sich so schnell wieder fangen konnten, hat mit dem letztjährigen Absturz der US-Amerikaner zu tun. Diese spielten weit unter ihren Erwartungen und mussten in die Relegationsrunde gehen. Nicht auszuschliessen, dass es dieses Jahr wieder die Tschechen trifft.
Torhüter der Schlüssel zum Erfolg?
Wie so oft in den vergangenen Jahren wird die Position des Torhüters über „sein oder nicht sein“ entscheiden. Und hier scheinen die Tschechen nicht gut genug besetzt zu sein. Anders als im letzten Jahr Petr Mrazek steht in diesem Jahr eine klare Nummer eins im Tor. Und dies könnte in einem solchen Turnier den Ausschlag geben. Aber auch die Verteidigung scheint nicht tief genug besetzt zu sein. David Musil soll die Verteidigung anführen und soll mit seiner Grösse, seiner Erfahrung und Spielstärke für die nötige Ruhe sorgen. Doch kann er alleine die Verteidigung zusammenhalten?
Sturm gut besetzt
Anders als die Verteidigung scheint der Sturm sehr gut besetzt zu sein. Mit Tomas Hertl, Dmitrij Jaskin, Tomas Hyka und natürlich dem Erst-Runden-Draft der Dallas Stars, Radek Faksa, scheint genügend Feuerkraft vorhanden zu sein, um die nötigen Tore gegen die Relegationsrunde zu erzielen.
„Mein Traum wäre die Qualifikation für die Halbfinals“, lässt Faksa gegenüber hockeyfans.ch verlauten. Doch ist dies mit dem Kader möglich? Denn ein Sturm alleine hat noch keine entscheidenden Spiele gewonnen. Die Balance zwischen Offensive und Defensive muss ebenfalls vorhanden sein. Und hier sehen wir das grösste Manko der Tschechen. So gesehen erinnern uns die Tschechen eher an eine Mogelpackung denn an eine Kinderüberraschung.
