Zug feiert die Ankunft von Zetterberg

15.10.12 - Von Pascal Zingg

Der EV Zug präsentierte am letzten Samstag seinen neuen Lockout Star Henrik Zetterberg. Unter tosendem Applaus präsentierte „Hank“ sein Trikot mit der Nummer 40. Sein erster Einsatz wird derweil am Dienstag in der European Trophy gegen Mannheim folgen.

Mit Henrik Zetterberg konnte sich der EV Zug einen grossen Namen aus der NHL holen. Der Schwede bestritt 777 NHL-Spiele für die Detroit Red Wings, bei welchen er nicht weniger als 826 Punkte verbuchte. 2008 krönte er seine Karriere mit dem Stanley Cup. International gewann Zetterberg 2006 mit seinem Heimatland Schweden sowohl Olympia, als auch den WM-Titel. Er ist damit ein Mitglied des exklusiven Triple-Gold-Club. Bleibt die Frage, was diesen Superstar für die Zeit des Lockouts nach Zug führte.

Ein Grund dafür dürfte Damien Brunner sein, der auf diese Saison hin ebenfalls zu den Red Wings wechselte. In der kurzen Zeit, in der Brunner in Detroit weilte, wohnte er bei Zetterberg. „Als ich damals nach Detroit gekommen bin, haben mir die Leute extrem geholfen, dass ich mich schnell wohl fühlte. Ich habe mich deshalb entschlossen Brunner bei mir aufzunehmen, um ihm einen ähnliche guten Start zu geben“, verrät Zetterberg. Die beiden verstanden sich anscheinend so gut, dass Brunner den Schweden überzeugen konnte nach Zug zu wechseln.

Das Glück des EV Zug dürfte auch sein, dass die Situation in Zetterbergs Heimat Timrå unsicher ist. Einerseits möchte die schwedische Liga die Lockoutspieler ebenfalls ausschliessen, streitet deswegen aber noch mit der Wettbewerbskomission. Andererseits steckt der Timrå IK in finanziellen Schwierigkeiten. Eine Verpflichtung Zetterbergs wie beim letzten Lockout war für Zetterbergs Heimteam deshalb ausser Reichweite.

Das Zetterberg ein Vollblut Hockeyaner ist, merkt man an seiner Aussage, dass er während des Lockouts in Detroit bleiben wollte, dann aber Sehnsucht nach dem Spiel bekam. Dank Brunners Vermittlungskünsten nahm er schliesslich das Engagement beim EVZ an. Viel wisse er jedoch nicht über die Schweizer Liga, gibt er zu: „Damien erzählte mir, dass es in Zug ein tolles Stadion mit grossartiger Atmosphäre gibt. Mehr weiss ich jedoch noch nicht. Ich kenne die Schweizer Nationalmannschaft aus vielen internationalen vergleichen. Sie haben in den letzten Jahren grosse Fortschritte gemacht, die Liga muss deshalb gut sein.“

Bereits wird spekuliert, in welcher Linie Zetterberg wohl spielen wird. Viele würden ihn natürlich gerne neben Damien Brunner und Linus Omark sehen. Ob man dies allerdings schon als Vorbereitung für die NHL sehen kann, ist fraglich, schliesslich spielt Zetterberg in Detroit mit grösseren Kalibern als mit NLA-Topscorer Damien Brunner. Zetterberg selbst ist es derweil egal, neben wem er spielt.

Zu Landsmann Omark meint er ironisch: „Ich habe ihn bisher noch nicht getroffen. Das einzige was ich bisher von ihm sah waren seine Videos auf Youtube. Leider bekommen wir während dem Spiel nur wenige Penalties.“

Egal neben wem Zetterberg agieren wird, eines ist klar: Es wird viel von ihm erwartet. Die Zuger treten in der bisherigen Saison an Ort und Stelle. Dies obwohl sie mit Damien Brunner und Rafael Diaz bereits zwei Lockoutspieler im Team haben, die einen sehr guten Job machen. Diaz ist enorm wichtig für die Verteidigung und sorgt im Powerplay für offensive Akzente. Damien Brunner ist derweil einmal mehr der Torschütze vom Dienst. Ausserdem hat Linus Omark neben ihm aus seiner anfänglichen Formkrise gefunden.

Trotz der hohen Erwartungen ist jedoch nicht zu verbergen, dass Zetterberg in den letzten fünf Monaten keinen Ernstkampf mehr bestritt. Er habe im letzten Monat einige lockere Trainingseinheiten absolviert, sei jedoch noch nicht auf 100 Prozent seiner Leistung, gibt er zu. Dass trotzdem alle Blicke auf ihn gerichtet sein werden, macht dem Schweden jedoch nichts aus. „In Detroit wird immer viel von den Red Wings erwartet. Als Spieler der Wings stehst du deshalb permanent unter Druck. Ich glaube sogar, wenn du keinen Druck hast, spielst du nicht dein bestes Spiel.“ Wie schon bei allen anderen Debuts der Lockout-Stars, darf man also auch bei Henrik Zetterberg gespannt sein, was er auf Schweizer Eis zu zeigen hat.

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