Eine WM zum Vergessen?

16.5.2012 - Von Andreas Robanser

Die Schweizer Nati verfehlte das Ziel Viertelfinale mehr als klar. Die Erklärungen warum es nicht lief sind aber nicht so leicht ausfindig zu machen als wie es im ersten Moment scheint. So kann und darf man diese WM nicht vergessen.

Mit dem 11. Platz beendete die Schweiz diese Weltmeisterschaft mit dem schlechtesten Resultat seit 15 Jahren. Mit den Floskeln, die NHL-Legionäre haben versagt, oder ohne die Verletzungen wären wir wohl weiter gekommen, ist es sicher nicht getan.

Auch die Kritik, dass es zu viele Verteidiger in der Mannschaft gab kann man nicht einfach stehen lassen. So gibt es keine einzige Statistik bei dieser Weltmeisterschaft, wo die Schweiz unter den Top-Nationen zu finden wäre.

Dies ist ein Zeichen, dass es im Sturm sowie auch in der Defensive nicht wirklich funktioniert hat. Wenn man in der Statistik die Teams aus Stockholm weglässt ergibt sich im Powerplay sowie auch in nummerischer Unterzahl ein nicht gerade sehr rosiges Bild. Diese Statistik führt aber schon ein wenig in die Richtung, wo die Probleme des Teams lagen.

Genau in diesen Situationen sind meist die Leistungsträger einer Mannschaft am Eis. So konnte keiner dieser Spieler sein wirkliches Potential abrufen. Immer wieder gab es Puckverluste die zu vermeiden gewesen wären. Auch die Körpersprache einiger Spieler liess Wünsche offen. Kaum eine Emotion war zu sehen und den Teamleadern wie Mark Streit, um nur einen zu nennen, gelang es einfach nicht, vom sportlichen einmal abgesehen die Mannschaft so richtig mit zu reissen.

Damit rutschte die Verantwortung auf dem Eis immer mehr in Richtung der Torhüter. Mit Tobias Stephan, der mit 88,46 % nur knapp vor Reto Berra (88 %) in der Fangqute liegt, hatte die Schweiz wohl zwei solide gute Torhüter, die aber die Fehler der Vordermänner nur sehr selten wirklich ausbügeln konnten.

Ein ganz grosses Minus muss man den Spielern bei der Spielintelligenz geben. So wurden in wichtigen Phasen immer wieder Strafen im gegnerischen Drittel genommen. Das Beispiel schlechthin war die 5-Minuten-Strafe von Goran Bezina im Spiel gegen Frankreich.

Nun kann man den Trainer kritisieren, warum er solche Spieler in einen WM-Kader einberuft. Doch genauer betrachtet war dieses Team in Helsinki auf Papier eine der besten Mannschaften, die je zu einer Weltmeisterschaft für die Schweiz geschickt wurden. So standen gleich vier NHL-Spieler im Aufgebot. Doch genau bei diesen Leistungsträgern lief es einfach nicht nach Wunsch. Mark Streit konnte das Formtief der New York Islanders in der NHL auch im Team nicht beenden. Dabei zählte der Islanders-Captain mit 18 Torschüssen zu den drei aktivsten Spieler der Schweiz. Luca Spisa kassierte bei der +/- Statistik gleich eine -6 und beendete nur knapp vor Mark Streit -5 (und dem Stürmer Nino Niederreiter mit -5) diese Weltmeisterschaft als schlechtester Verteidiger. Roman Josi hingegen muss man ein wenig aus der Schusslinie nehmen, kam er doch etwas später zur Mannschaft und in dieser kurzen Zeit ist es für einen Verteidiger aus der NHL auch sehr schwer sich auf das europäische Eis umzustellen.

Doch es gab auch Lichtblicke im Team. Einer davon war Kevin Romy der mit über 58 % gewonnen Bullys viele wichtige Scheibengewinne für die Schweiz erzielen konnte. Nebenbei sorgte er noch für ein Tor und fünf Assists die ihn in der internen Schweizer Liste hinter Damien Brunner auf Platz zwei brachte.