Antti Törmänen: „Es wird eine harte Serie“

3.4.2012 - Von Urs Berger

Wer wird Meister? Diese Frage beschäftigt ab dem kommenden Dienstag die ganze Eishockey-Schweiz. Wird es der SC Bern werden oder können die ZSC Lions reüssieren? Es erwartet uns hoffentlich eine spannende und emotionale Serie. Wir fragen bei Antti Törmänen nach, der während der Saison zum SCB-Cheftrainer befördert wurde.

Draussen an diesem Dienstagabend in der BCF-Arena in Fribourg hallen die Fangesänge der Anhänger der Hauptstädter noch immer nach. Es ist nach 22:30 Uhr, als Törmänen endlich Zeit für die wartenden Journalisten fand.

Der Finne, welche doch so untypisch für einen Nordländer zu sein scheint, schwärmt von seinen Spielern, welche doch alles gegeben haben. Und immer wieder betont er, dass er doch nichts gemacht habe. Er habe ihnen nur den Weg zu den Siegen gezeigt, sie psychologisch so gut wie möglich betreut.

Alles andere, so Törmänen weiter, sei nicht sein Verdienst. Schliesselich, fügt er fast entschuldigend dazu, hätte er nicht auf dem Eis gestanden und hätte nicht die Schüsse geblockt oder die Angriffe ausgelöst.

„Die ZSC Lions werden ein schwerer Gegner“

Dennoch ist eine gewisse Freude in seinen Augen zusehen. Oder ist es gar Stolz? Schwer zu sagen. Denn angesprochen, ob er stolz sei auf seine Leistung, wiederholt er nur ruhig sein Statement von vorhin.

Als dann die erste Frage nach dem Finalgegner kommt, meint er, dass die ZSC Lions ein schwerer Gegner sein werden.

Und wird er etwas ändern an seiner Taktik? „Nein, wieso sollte ich?“ fragt der Finne Rhetorisch zurück. „Wie besinnen uns auf unsere Stärken und spielen so, wie wir das immer getan haben.“

Mehr ist ihm über die Spielweise nicht zu entlocken. Das, so der Neo-Trainer der Berner, werde man dann im Verlaufe der Serie sehen.

Auf die Frage, ob er denn einen harten Kampf um die Krone des Schweizer Eishockeys erwarte lacht er laut auf: “Ganz klar, das wird eine geniale Serie werden. Beide Teams vermochten in der Qualifikation nicht zu überzeugen und wurden unter ihrem Wert geschlagen. Und nun treffen sie im Finale aufeinander. Das hätte wohl niemand erwartet.“

Und welche Prognose wagt der Bären-Dompteur? „Keine, denn es wird eine harte Serie werden. Beide Teams können die Serie für sich entscheiden. Kleine Details werden am Ende wohl den Ausschlag für das eine oder andere Team geben.“

Kein Problem mit dem späten Start

Angesprochen, ob es für ihn einen Unterschied mache, erst am Dienstag zu beginnen anstelle des Samstags, meint der Anti Törmänen nur verschmitzt, dass dies keine Rolle spiele.

„So können wir uns noch drei Tag mehr erholen. Vielleicht ist das dann genau der Punkt, welcher am Ende für uns sprechen kann.“

Als verschiedene Journalisten versuchen, noch weiter Geheimnisse dem Finnen zu entlocken, stossen sie meistens nur noch auf ausweichende Antworten. Man spürt förmlich, dass der Trainer der Berner nicht zu viel preisgeben will. Das gehört sich schliesslich so zu einem Finalisten.

Und eine Prognose will Törmänen keine Abgeben, nur so viel: “Ich würde mich freuen, wenn meine Spieler den Titel gewinnen würden. Nicht wegen mir, denn ich bin unbedeutend.“

Man kauft es ihm ab. Der Ant(t)i-Huras ist mit sich und seinem Team dort angekommen, wo ihn viele nicht erwartet hätten. Im Finale.