Wer übersteht Runde 1?
Die Qualifikation der National League A ist zu Ende. Die Play-offs stehen an. Acht Mannschaften sind verblieben um für die Meisterschaft zu spielen. Nun zählt keine Statistik aus der regulären Saison mehr. Es zählt nur noch, wer die vier nötigen Siege zum Weiterkommen erreichen wird.
EV Zug – EHC Biel
Auf dem Papier wohl die klarste Sache. Der EV Zug muss den EHC Biel schnellstmöglichen aus dem Weg räumen. Dies meinen die meisten Zeitungen. Doch aufgepasst: Von Kevin Schläpfer und seinen Mannen ist in den Play-offs erneut die eine oder andere Überraschung zu erwarten. Nehmen die Zuger die Bieler zu wenig ernst, könnte es für die Innerschweizer eng werden. Das erfuhren die Zuger 1990 schon einmal. Damals verloren sie in einer best-of-three-Serie 2:0. Während die Zuger mit dem PostFinance Top Scorer Damien Brunner den gefährlichsten Stürmer in ihren eigenen Reihen wissen, haben die Bieler mit Reto Berra den heissesten Goalie der Qualifikation.
HC Davos – ZSC Lions
In der siebten Play-off-Serie zwischen diesen beiden Teams geht es den ZSC Lions und dem HC Davos nicht nur darum, eine Runde weiterzukommen, sondern den Zuschauern Spektakel zu garantieren. Dabei müssen die Stadtzürcher aber eine klare Leistungssteigerung vollbringen, um den amtierenden Meister zu entthronen. Das wird angesichts der klaren Qualifikationsergebnisse – die Zürcher vermochten nur einen Punkt von 18 möglichen zu ergattern – nicht einfach werden. Dennoch ist das Duell normalerweise hartumkämpft und eng. Davon zeugen die bisherigen Play-off-Begegnungen, welche ausgeglichen waren. Wer wird am Ende in Führung gehen können?
Fribourg-Gottéron – HC Lugano
Larry Huras gegen Hans Kossmann – Christian Dubé und Simon Gamache gegen den unliebsamen Huras. Und Cristobal Huet gegen den jungen Benjamin Conz. Diese Serie bietet einige interessante Duelle und kann sehr emotional werden. Kossmann erreichte das bisher beste Ergebnis der Saanestädter seit der Ära Bykow/Chomutow. Der Blick auf die Play-off-Statistik zeigt aber auf, dass die Üechtländer gegen Lugano immer den Kürzeren gezogen haben. Dieses Jahr sollte jedoch eine Premiere im Bereich des Möglichen sein. Kossmann weiss wie Huras in den Play-offs tickt. Ein Vorteil für den smarten Kanadier?
Kloten Flyers – SC Bern
Zum dritten Mal in drei Jahren treffen die Kloten Flyers auf die Bären. Einen klaren Favoriten gibt es in dieser Serie nicht. Beide Teams beherrschen alle Facetten des Eishockeys gut und waren in der Schlussabrechnung sehr nahe beieinander. Dies zeigte sich nicht nur in der Rangliste. Auch statistisch vermochte keines der beiden Teams das andere in der Qualifikation zu dominieren, egal welche Statistik man hinzuzieht. In keiner anderen Serie wird es so ausgeglichen und wohl auch so hart zu und her gehen wie in dieser. Der Ausgang ist völlig offen. Es kann sein, dass Bern die Play-off-Serien ausgleichen kann, aber es kann auch sein, das Kloten am Ende das bessere Ende für sich in Anspruch nimmt.
Play-Outs – Ein Favorit und drei mögliche „Finalteilnehmer“
In den Play-outs scheint die Favoritenrolle in einer Serie klar vergeben zu sein. Servette ist der einzige Klub, der das Potenzial hat, sich in den Halbfinals bereits nach vier Spielen verabschieden zu können. Die Genfer wurden erst im letzten Moment von Biel erneut abgefangen und mussten nach zwei bitteren Niederlagen in den sauren Apfel beissen. Die Frage ist jedoch, ob nach dieser bitteren Erfahrung jeder bereit sein wird. Der Gegner der Genfer, die Rapperswil-Jona Lakers, wissen seit einiger Zeit, dass sie gegen den Abstieg spielen müssen und konnten sich dementsprechend vorbereiten.
Auch die beiden anderen Klubs, Ambrì und die SCL Tigers, wissen um diesen Umstand schon seit längerem Bescheid und steigen motiviert in den Abstiegskampf. Dass diese Serie durchaus über sieben Spiel gehen könnte, wissen beide Teams. Aber es wird, wie bei den Play-off ebenfalls, ein enges Rennen werden.
„Aus meiner Sicht können sechs der acht Mannschaften im Play-off um den Titel spielen. Auch bei der Play-outs ist vieles offen. Dass dabei die eine oder andere Überraschung im Bereich des Möglichen liegt, würde mich nicht erstaunen“, sagt Marc Furrer, Vizepräsident der Swiss Ice Hockey Federation und Verantworlicher für das Ressort Leistungssport. Auch uns wurde dies nicht erstaunen. Denn noch nie in der Geschichte des Schweizer Eishockeys waren die Teams so nahe beieinander und war das Leistungsgefälle so klein wie in dieser Saison. Und wer weiss, am Ende wird ein Klub Meister oder muss einer absteigen, auf den man im Moment nicht wetten würde. In diesem Sinne: Die Spiele mögen beginnen!
