Walser in der NLA angekommen

27.1.2012 - Von Julia Obst

Samuel Walser spielte in der vergangenen Saison sowohl bei den Elite A Junioren als auch im NLA-Kader der Kloten Flyers. Nebenbei gehörte er auch zum U20-Nationalteam und drückte die Schulbank in der Ausbildung. Nun ist der grade mal 19-jährige Solothurner endgültig in der NLA angekommen und will den Titel.

Samuel Walser ist in der NLA angekommen. In dieser Saison stand der 19-jährige Center bereits 38 Mal für die Flyers auf dem Eis und erbeutete dabei zehn Skorerpunkte. Doch fangen wir mal von vorne an.

Samuel Walser, der am 5. Juni 1992 geborene Solothurner, steht seit seinem achten Lebensjahr mit dem Stock auf dem Eis. Dies hat er sich bei seinen Eltern erstritten, wollte er doch mit einem Kollegen zusammen beim EHC Olten spielen.

Mit einem Umweg über den EV Zug kam Samuel Walser nach Kloten. Seit 2007 wohnt er bei einer Gastfamilie in Opfikon. Nebenbei bestreitet Walser eine KV-Ausbildung, die er demnächst beenden wird. Da müsse er sich gut organisieren und es nehmen, wie es kommt, meint er zu den hohen Anforderungen, die an ihn gestellt werden. In der Zeit als er nur gelegentlich im NLA-Kader der Flyers spielte und hauptsächlich bei den Elite A Junioren auf dem Eis stand, war dies jedoch noch einiges mehr an Druck. Dazu sagt Walser: „Ich hatte Spass so viel Hockey zu spielen. Was wollte ich mehr. Ich liebte den Druck, den ich von allen Seiten ein bisschen spürte. Das hat mich auf Trab gehalten.“

In der letzen Saison konnte Walser noch mit seinem Vorbild Kimmo Rintanen auflaufen, bevor dieser neu zum HC Lugano wechselte. Nun hat er selber einen Stammplatz und dieser Aufstieg vom Söldner in die erste Mannschaft bereitete ihm „eines der schönsten Gefühle, die es gibt“.

Walser ist nicht nur ein blutjunger Kloten-Stürmer, der hart für das Team arbeitet. Anfangs Januar kehrte er mit der diesmal erfolglosen U20-Nationalmannschaft, in der er Assistenz-Captain war, von der WM aus Kanada zurück. Dies war bereits seine dritte WM, dennoch war er mit sich nicht sehr zufrieden. Ein Punkt aus sechs Spielen war für ihn eine Enttäuschung. Er weiss, dass er es besser kann. Doch obwohl er fast schon ein Rountinier auf internationalem Junioren-Eis ist, schwärmt er jedes Mal aufs neue von der Stimmung in Kanada: „Jede Person hier ist hockeybegeistert und du wirst überall wie ein König behandelt. Ein unbeschreibliches Gefühl.“

Daher geht nun der Blick nach vorn in die Meisterschaft mit den Kloten Flyers. Dort versucht er immer das Beste für die Mannschaft zu geben. Mit seinem gradlinigen und kompromisslosen Spiel macht der Teamplayer es seinen Gegnern oft schwer und auch vor harten Checks schreckt er nicht zurück. Walser sagt aber auch, dass er sich definitiv verbessern kann, was das Laufen, das Körperspiel aber auch die Schusstechnik angeht.

Dafür hat der Solothurner aber noch ausreichend Zeit und in den Kloten Flyers die richtige Mannschaft gefunden, die sein junges Talent fördern und fordern können.

Dass sich das für die Flyers lohnen wird, wissen sie. Walsers Statistik ist beeindruckend. Bei den Elite Novizen kam er auf 48 Skorerpunkte in 56 Spielen. Als Elite Junior A steigerte er die Bilanz dann auf 115 Skorerpunkte in 137 Spielen. In der NLA, wo die Bandagen bekanntlich härter sind, erlangte er bisher 13 Punkte in 75 Spielen.

Für die Zukunft träumt Walser von einer Karriere in der NHL. Vorerst steht aber die Schweizer Meisterschaft auf dem Plan. Und da soll für die Kloten Flyers nach 16 Jahren endlich mal wieder ein Titel her.

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Walser

Samuel Walser hat sich bei den Kloten Flyers durchgesetzt. Foto: Michael Zanghellini

Samuel Walser bei der kürzlich zu Ende gegangenen U20-WM in Calgary. Foto: Andreas Robanser