Schweiz-USA: Ein Duell der jungen Wilden

25.5.2022 - Von Maurizio Urech

Das Duell zwischen der Mannschaft von Patrick Fischer und dem Team das von David Quinn gecoacht wird, verspricht attraktives Eishockey. Zwei junge Teams deren grösste Qualität sicher die Geschwindigkeit ist, das schnelle umschalten von Defensive auf Offensive.

Die Schweiz hat an dieser WM vor allem durch ihre mentale Stärke beeindruckt. Schon vor der WM hatte man das Ziel ausgegeben, die Gruppenphase unter den ersten zwei zu beenden. Dies gelang dank einer perfekten Vorrunden mit sieben Siege. Dies gelang schon an der WM 2013, die in Finnland und Schweden ausgetragen wurde, aber dort war es eine Überraschung. Ein Steigerungslauf, der die Schweiz dann ins Finale bringen sollte.

An dieser WM hatten alle sieben Siege ihre eigene Geschichte. Es gab souveräne wie gegen Italien und Dänemark, erzitterte gegen die Kasachen und die Slowakei, gegen die Kanadier und die Franzosen gewann man nach einem Steigerungslauf und gegen die Deutschen war es das erwartet enge Spiel, das man erst im Penaltyschiessen gewinnen konnte.

Wenn man sich die Statistiken anschaut, dann ist der grösste Trumpf der Schweiz die Ausgeglichenheit und Unberechenbarkeit. Denis Malgin ist nach einer grossartigen Vorrunde mit 5 Toren und 7 Assist der Topscorer der WM und mit Nico Hischier, Timo Meier und Pius Suter sind weitere drei Stürmer in den Top-12. Dazu haben sämtliche Schweizer Stürmer gepunktet mit Ausnahme von Marco Miranda, der nur dreimal zum Einsatz kam. Bei den USA haben Adam Gaudette und Kiefer Bellows drei Tore geschossen.

Noch grösser ist der Unterschied bei den Verteidigern. Seth Jones ist mit 1 Tor und 3 Assist der Beste gefolgt von Andrew Peeke mit drei Assist. Bei den Schweizern hat jeder Verteidiger gepunktet und fünf von ihnen – Dean Kukan (2), Janis Moser (1), Dominik Egli (1), Jonas Siegenthaler (1) und Michael Fora (1) – haben ein Tor geschossen.

Dazu sind auch die Spezialsituationen eine grosse Stärke der Mannschaft von Patrick Fischer. Man hat nicht nur das beste Powerplay des Turniers, sondern auch das zweitbeste Boxplay hinter Gastgeber Finnland, das bisher in Unterzahl makellos war.

Ein Trumpf der Amerikaner ist sicher der Torhüter Jeremy Swayman von den Boston Bruins mit einer Fangquote von 95%. Leonardo Genoni hat eine Fangquote von 90%, doch wir wissen, dass er sich in den wichtigen Spielen immer noch steigern kann.

Aber alle dies zählt am Donnerstagabend beim Face-Off nichts. Es geht um «do or die» und die Schweiz tut gut daran ihr Spiel über 60 Minuten durchzuziehen um das Spiel zu gewinnen und fürs Finalwochenende nach Tampere reisen zu können wie von Patrick Fischer als Ziel ausgegeben. Bisher hatten alle Teams Probleme, wenn die Schweiz direkt und schnörkellos gespielt hat. Dies wird auch der Schlüssel im Viertelfinale sein.