«Diese Mannschaft hat ein anderes Gesicht»

14.5.2022 - Von Maurizio Urech

Vor der WM-Start sprachen wir mit dem Nationaltrainer Patrick Fischer über seine verjüngte Nationalmannschaft und mit Calvin Thürkauf.

Patrick Fischer, wie ist ihre Gefühlslage nach den Vorbereitungsspielen, angespannt oder erfreut?
Ich freue mich dass es morgen nach fünf harten Vorbereitungswochen endlich los geht. Ich muss meine Spieler loben. Jeder hat sein bestes gegeben und der Teamspirit war vorbildlich. Jetzt sehen wir wie wichtig eine richtige Vorbereitung ist. Vor der letzten WM hatten wir nur vier Spiele, vor Peking keines. Die neun Vorbereitungsspiele waren wichtig, weil wir unsere Identität wieder gefunden haben. Wir wollen eine Mannschaft sein die Ihre Qualitäten, schnelle Transition und Tempo aufs Eis bringt, dazu wollen wir den Körper einsetzen und mit direktem Zug aufs Tor spielen. Wir haben eine junge Mannschaft die auch ein wenig verrückt ist, dies gefällt mir.

Vor der WM haben sie ein ganz klares Zeichen gesetzt indem sie auf Spieler wie Diaz und Moser verzichteten. Was war die Überlegung dahinter?
Die Mannschaft hat ein ganz anderes Gesicht als in Peking. Dort hatte ich das Gefühl, dass nach vielen Turnieren diese Gruppe seinen Zenit überschritten hatte.

Doch ein Routinier ist geblieben. Andres Ambühl ist auch mit 38 Jahren noch dabei.
Andres Ambühl ist ein Phänomen. Unglaublich, ich kenne ihn seit 20 Jahren, er ist Kind geblieben er hat auch in seinem Alter noch den gleichen Enthusiasmus wie früher, eine absolute Motivation und Vorbild für die Jungen. Dass er jetzt den neuen Rekord an WM-Spielen aufstellt, ist eine ganz tolle Geschichte.

In der Verteidigung hat ihre Mannschaft ein ganz neues Gesicht und trotz der Absenz von Roman Josi seid ihr gut besetzt.
In der Verteidigung haben wir einen guten Mix, wir können physisch spielen aber auch kreative Elemente setzen. Jetzt haben andere Spieler die Chance die Eiszeit eines Ramon Untersander oder Raphael Diaz zu erhalten. Jonas Siegenthaler hat mit dem Transfer zu New Jersey die richtige Entscheidung getroffen, dort hat man ihm vertraut, er erhielt viel Eiszeit, spielte hart und eine gute Saison. Er hat sich leider die Hand gebrochen, aber er wollte unbedingt kommen, keine Ahnung wo er diesen Doktor gefunden hat, der ihn in Rekordzeit geheilt hat. Anfangs des Turniers lassen wir zwei Slots offen, ich werde in den nächsten Stunden mit Kevin Fiala sprechen und dann sehen wir weiter.

Calvin Thürkauf: «Wir wollen hoch hinaus, nehmen aber ein Spiel nach dem anderen»

Calvin Thürkauf ihr Eindruck nach der Vorbereitungsphase?
Es waren gute Vorbereitungsspiele sowohl für die Mannschaft wie auch persönlich, es waren vier harte Wochen, wir haben gute Resultate erreicht. Jetzt freuen wir uns, dass es endlich losgeht. Wir haben hart gearbeitet um ready zu sein. Wir haben eine gute Gruppe am Start.

Patrick Fischer hat im Vorfeld gesagt, dass er eine Mannschaft sehen will die ein schnelles und direktes Eishockey spielt. Wie weit seid ihr in diesem Prozess?
Unser Ziel ist eine schnelle Transition, damit wir Turnovers produzieren können. Wir haben auch Spieler welche das physische Element ins Team bringen, damit können wir Druck aufs gegnerische Tor ausüben. Fischer erwartet von mir dass ich vors Tor gehe und meinen Körper einsetze. Wir konnten unser System gut umsetzen so ist keine grosse Umstellung wenn die Linien umgestellt werden. In einigen Spielen hat man gesehen dass dieses System greift, jetzt müssen wir dies hier nur noch umsetzen.

Zum Start spielt ihr morgen ein Derby Italien. Vor allem anfangs Turnier haben auch diese Teams noch genügend Energie, ihr müsst vom ersten Bully an bereit sein.
An einer WM darfst du niemanden unterschätzen, du musst in jeder Partie 60 Minuten spielen nicht nur 55, sonst kannst du schlechte Überraschungen erleben und du fängst 2-3 Gegentore ein. Znser Ziel ist der Titel, im Prinzip kommst dafür an die WM, aber wir nehmen ein Spiel nach dem anderen.