Simon Moser appelliert an den Willen jedes Einzelnen

16.1.2022 - Von Roman Badertscher

SCB-Captain Simon Moser stand nach der fünften Niederlage in Serie Rede und Antwort.

Die fünfte Niederlage in Folge ist Tatsache. Wie blickst du auf das Spiel zurück und was muss besser werden?

Moser: „Wir hatten kein gutes Spiel gezeigt. Qualität, Einsatz, Timing stimmte nicht. Wir haben einander zu wenig unterstützt und sind dadurch oft hinten nicht rausgekommen. Durch das konnten wir unser Forechecking nicht machen und Emotionen generieren. Es war eine ungenügende Leistung von uns. Wir müssen individuell dem Team helfen. Ein gewisser Druck ist da aber das müssen wir managen können. Wir werden uns gegenseitig helfen, dass wir wieder auf die Siegesstrasse kommen.“

Das Spiel machte den Eindruck, dass Emotionen nur teilweise da waren. Hatte dies auch mit der kühlen Stimmung im Stadion zu tun? Hat man das auf dem Eis wahrgenommen?

„Das Spiel war komisch für so ein grosses Stadion. Mit unserer Leistung haben wir es sicher nicht geschafft, die Fans hinzureissen. Das hat man dann auch gemerkt. Wir haben ab und zu probiert, es wurde ein paar Mal gecheckt aber dann ist das nicht übergesprungen. Dann schlichen sich Fehler ein und es ist klar, dass die Frustration der Fans präsent ist. Es war eine sehr komische Atmosphäre.“

Wie du gesagt hast, muss jetzt jeder für jeden gehen, um aus der Negativspirale herauszukommen. Es sind nun nicht mehr viele Spiele bis die Pre-Playoffs anstehen. Was unternehmt ihr?

„Ich finde, wir machen oft die gleichen Fehler, insbesondere defensive. Wir müssen mit Videostudium und den Willen jedes Einzelnen die Leistung verbessern. Manchmal habe ich das Gefühl, dass wir zu fest darauf fokussiert sind, in jedem Einsatz die Entscheidung zu holen. Anstatt dass wir mit Geduld unseren Job hinten zuerst machen. Das muss wieder in unsere Gedanken kommen, dass wir von hinten raus eine gute Leistung bringen müssen, um Erfolg zu haben.“

Im letzten Drittel sah man Bemühungen auch offensiv. Trotzdem sah es etwas aus wie „äs Krau“. Hast du das auch so gesehen oder ist der Puck einfach nicht für Bern gesprungen?

„Ich war schon oft in solchen Situationen, auch diese Saison. Man sieht zwar, dass wir probieren wollen aber je mehr man versucht etwas alleine zu machen, kommt es meistens schlechter als besser. Da fehlt uns die Routine, das Vertrauen in den Spielplan. Es geht nicht alleine und da müssen wir die Abstimmungen untereinander irgendwie finden.“

Man hat Ambrì-Piotta, derzeit auf Platz 11, direkt im Nacken. Stand heute, sind die Pre-Playoffs aus deiner Sicht in Gefahr?

„Aus meiner Sicht wird es ein Kopf an Kopf-Rennen. Ich glaube, das Team, das mehr macht, den kühleren Kopf behält und mit dem Druck besser umgeht, wird es machen. Da ist jetzt jeder gefordert, alles zu tun, um im Kampf um die Plätze zu bleiben.“

Man hat gemerkt, dass die Fans enttäuscht sind. Am Schluss gab es vereinzelt auch Pfiffe von den Rängen. Verstehst du die Reaktion der Fans nach einem solchen Spiel?

„Es war das erste Heimspiel im neuen Jahr. Wir kamen mit vier Niederlagen in das Spiel und es ist klar, dass die Enttäuschung und Frustration der Fans da ist. Das verstehe ich. Wir müssen es aber da unten regeln, die Emotionen wieder hinein zu bringen. Das ist allein unser Job.“