SL: Alle jagen Kloten

10.9.2021 - Von Daniel Gerber

Noch einmal steht die Türe zur National League sperrangelweit offen – da die Liga-Quali noch einmal ausgesetzt ist. Für den EHC Kloten geht es nun darum, im vierten Anlauf den Sprung zurück doch noch zu schaffen; namentlich der EHC Visp und der EHC Olten haben vergleichbare Pläne.

Erneut liegen die Swiss-League-Clubs äusserst nahe beieinander. Gleich zwei Tabellenregionen sorgen in dieser Saison für Hochspannung: Einerseits der Kampf um die direkte Playoff-Qualifikation sowie der Fight um die Pre-Playoffs.

Gleichzeitig interessiert natürlich der Kampf um die Tabellenspitze. In Position bringen wollen sich die drei Aufstiegsaspiranten EHC Kloten, EHC Visp und EHC Olten – und … mehr als nur Spielverderber spielen könnte der SC Langenthal (der aufgrund der nicht bestrittenen Liga-Quali 2019 nicht aufsteigen dürfte). Und zuletzt brachte sich bezüglich dem Thema Promotion auch der HC Sierre in Position. Der EHCK muss sich also sputen, da die Konkurrenz eher aktiver als passiver wird. Hier sind unsere Tipps und die Teams kurz vorgestellt:

Rang 1 bis 4 – Enges Rennen um Playoff-Heimrecht

Rang 1 – EHC Olten: Der EHC Olten strebt seit mehreren Jahren um den Aufstieg in die höchste Spielklasse. Verschiedentlich mit einem Kader, welches die Dreitannenstädter auf dem Papier in den Favoritenkreis einordnete. Seit Einführung der Playoffs konnte das Team aus dem Kanton Solothurn die Swiss League zwar nie gewinnen, aber nun wäre ein Triumpf in der Liga gleichbedeutend mit dem Aufstieg – eine Art Double – welches der talentierten Mannschaft zuzutrauen wäre; und zur starken Mannschaft stiess nun auch noch Dominic Forget.

Rang 2 – EHC Kloten: Der EHC Kloten verfügt einmal mehr über eines der stärksten Teams in der Liga. Die grosse Frage ist, ob die Mannschaft ihr grösstes Manko überwinden kann: die Chancenauswertung. Beim Ausscheiden im Jahr 2019 im Viertelfinale gegen den SC Langenthal wie auch bei der Finale 2021 gegen den HC Ajoie scheiterte Kloten nicht nur aber auch an der Chancenauswertung. Inklusive der Corona-Saison schicken sich die Flughafenstäter nun zum vierten Mal an, die Rückkehr in die höchste Spielklasse zu schaffen. Die Konkurrenz ist in der Saison 2021/22 noch einmal eine Spur grösser geworden.

Rang 3 – SC Langenthal: Drei der letzten neun Titel in der Swiss League erkämpfte sich der SC Langenthal. Der erkämpfte sich in den letzten Jahren regelmässig das Heimrecht für die Playoff-Viertelfinals. Auch in diesem Jahr dürfte solide Kost aus dem Oberaargau kommen. Vor der Corona-Saison stolperten beispielsweise Kloten und Olten in den Playoffs über den SCL. Der letzte Bezwinger in einer Playoff-Serie heisst HC Ajoie, der nun bekanntlich in der höchsten Saison spielt – auch in dieser Saison dürfte der Weg nach oben nicht am SCL vorbeiführen.

Rang 4 – EHC Visp: Der EHC Visp liebäugelt mit der neuen Halle und einem soliden Kader mit der höchsten Spielklasse. Und der richtige Trainer steht dem Team ebenfalls zur Seite: Per Hanberg schrammte mit dem EHC Kloten nur knapp am Aufstieg vorbei. Und zuvor holte er den Titel mit dem SC Langenthal gegen das damals scheinbar übermächtige Kloten. Gut möglich, dass Per Hanberg auch dank hochkarätigen Zuzügen wie Linus Klasen auch mit den Wallisern ganz weit nach vorne kommt.

Rang 5 bis 8 – Harter Kampf um Playoffs (und Pre-Playoffs)

Rang 5 – HC Sierre: Selten findet ein Aufsteiger den Tritt so schnell wie der HC Sierre. Mittelfristig wollen die Walliser eine neue Eishalle (angepeilt wird bis zur Saison 2024/25) und eine Investorengruppe rund um Chris McSorley spricht von einem Aufstieg in die National League. Für die kommende Saison aber dürfte ein solcher Schritt doch noch zu weit weg sein, doch der HC Sierre dürfte durchaus ein Kandidat für die Playoff-Halbfinals sein.

Rang 6 – HC Thurgau: Der HC Thurgau definiert sich als Top-4-Team. Näher und näher tasteten sich die Ostschweizer in den vergangen Saisons an die Spitzengruppe heran. Einzig und allein die gestiegene Leistungsdichte im vorderen Tableau reiht den HCT in der Qualifikation tendenziell nicht unter den ersten vier Mannschaften ein. In den Playoffs allerdings können die «Löien» durchaus den Sprung ins Halbfinale schaffen – es wäre nicht das erste Mal (wie beispielsweise in der Saison vor dem Corona-Abbruch).

Rang 7 – HC La Chaux-de-Fonds: Es ist wie es ist: Auch die Plätze 7, 8, 9, 10 und 11 müssen gefüllt sein. Eigentlich müsste der HC La Chaux-de-Fonds weiter vorne eingeordnet werden. Doch die Ränge 1 bis 6 dürften bereits an andere Teams vergeben sein. Der HCC dürfte aber einen sehr guten siebten Platz einnehmen – hierbei ist eine Erklärung von Nöten, was der Unterschied zwischen einem «guten» und einem «schlechten» Rang sieben ausmacht. Die Erklärung ist rasch zur Stelle: Die Antwort lieferte der HCC bereits in der vergangenen Saison mit einem «guten» Rang 8: Der Rückstand auf Rang 5 betrug nur 4 (vier!) Zähler.

Rang 8 – EHC Winterthur: In der sechstgrössten Stadt der Schweiz domiziliert, schaffte es der EHC Winterthur noch nicht bis in die Playoffs. Doch diesmal dürfte es für die Winterthurer reichen. Der EHCW ist der neue HC Thurgau: Die Ostschweizer sammelten über mehrere Jahre gute Talente, die den ganz grossen Durchbruch nicht geschafft hatten, die aber dennoch eine stark und solide waren – nicht selten harte Arbeiter. Kontinuierlich brachten diese emsigen Arbeitsbienen den HCT nach vorne. Vergleichbares ist auch bei «Winti» zu beobachten; bitter für die Zürcher in der vergangenen Saison war, dass Goalie Marco Mathis aufgrund eines schweren Corona-Verlaufs (über welchen er einen Einblick im «Unter Emmentaler» gab) die Mannschaft früh nicht mehr verstärken konnte.

Rang 9 bis 11 – Diese Mannschaften buhlen um Pre-Playoffs

Rang 9 – GCK Lions: Die GCK Lions kämpfen in einer guten Saison um den achten Rang, in einem mageren Jahr wird es eng. Aufgrund der Leistungsdichte dürfte es für die einmal mehr mit viel Talent gespickte ZSC-Nachwuchsabteilung um den Kampf um Rang zehn gehen – der in der kommenden Saison aber dennoch den Sprung in die Playoffs bedeuten könnte.

Rang 10 – Ticino Rockets: Die Ticino Rockets werden auch längerfristig in der Swiss League bleiben. Ursprünglich nicht zu den Versammlungen eingeladen, versprachen die Rockets, zu einem eigenständigen Team mit der Bemühung um eine Fan-Base zu werden. Diesbezüglich dürfte die kommende Saison eine Annährungs-Spielzeit werden.

Rang 11 – EVZ Academy: 2016 gegründet gehörte die EVZ Academy zu den Teams, welche mithalfen, die Swiss League in einer vernünftigen Grösse zu halten. Ohne die Rockets und ohne die Academy wäre die zweithöchste Spielklasse eine Schrumpfliga gewesen. Nun ist die Liga gewachsen und die Academy als reines Farmteam war plötzlich weniger erwünscht. Die EVZ Academy zieht sich offiziell Ende Saison zurück. Bis dahin dürften noch einmal etliche Talente geschmiedet werden – und wer die aktuelle Kaderliste des EVZ ansieht, erkennt etliche Spieler, welche die Academy durchlaufen haben. Letzte Saison reichte es für Rang 11 (von 12). Einst forderte die EVZ Academy die SCRJ Lakers im Playoff-Viertelfinale. Diesmal dürfte es schwieriger werden.

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Kampf um die Spitze


Oltens Dominic Weder und Klotens Juraj Simek kämpfen vor dem Tor. Foto: Sergio Brunetti