Lakers mit mehr Breite im Sturm

8.9.2021 - Von Pascal Zingg

Die SC Rapperswil-Jona Lakers lebten in den letzten Jahren vor allem von ihren Ausländern. Dies soll sich in der Saison 2021/22 ändern. Neu können die Rosenstädter auf mehr Breite im Sturm zählen. Dafür sorgt die Defensive dank mangelnder Erfahrung für das eine oder andere Fragezeichen.

Die SCRJ Lakers waren die grosse Überraschung in den letzten Playoffs. Dank Siegen gegen Biel und Lugano gelang es den Rosenstädtern bis in den Halbfinal vorzudringen. Ein ähnliches Kunststück ist in dieser Saison kaum zu erwarten. Die Rapperswiler wollen sich vorerst als Playoffmannschaft etablieren, deshalb gilt es auch in dieser Saison den Aufwärtstrend der letzten Jahre zu bestätigen.

Der wahrscheinlich grösste Unterschied manifestiert sich bei den Rapperswilern hinter der Bande. Nach sechs Jahren mit dem allseits beliebten Jeff Tomlinson, stehen mit Stefan Hedlund und Bert Robertsson zwei neue Gesichter an der Bande. Obwohl das neue Trainerteam schwedisch geprägt ist, liess Hedlund unlängst verlauten, dass er in der neuen Saison offensiver spielen will, als dies noch unter Tomlinson der Fall war. Damit dies gelingt, haben sich die Rosenstädter im Sturm gezielt verstärkt. Mit den Zuzügen Dominic Lammer, Sandro Zangger und Schweizermeister Yannick-Lennart Albrecht können die Rapperswiler auf den Schweizer Positionen auf mehr Torgefahr zählen.

Dank den Neuzugängen sollten die Rosenstädter im Sturm nicht mehr so stark von den Ausländern abhängig sein. Dies scheint nach dem Weggang von Kevin Clark auch nötig. Fast schon als Glücksfall stellt sich hierbei die Verletzung des ungeliebten Steve Moses heraus. Er wird durch Zack Mitchell ersetzt, der letzte Saison noch bei Dinamo Riga unter Vertrag war. Noch nicht ganz klar ist, ob Mitchell als kongenialer Partner von Roman Cervenka eingesetzt wird oder ob sich der Kanadier eher für die dritten Linie empfiehlt. In der zweiten Sturmreihe scheint mit Captain Andrew Rowe und den jungen Nando Eggenberger und Marco Lehmann alles beim Alten zu sein. Ebenfalls zur Generation dieser Jungen gehört Yannick Brüschweiler, der den Sprung beim ZSC nicht geschafft hat und es nun am Obersee versucht. Auch neu im Kader ist Benjamin Neukom. Der 30-jährige Joner kehrt nach sechs Jahren in Fribourg und Langnau zurück an seine alte Wirkungsstätte, wo er wohl vor allem die vierte Sturmreihe unterstützen wird.

Konnte man sich im Sturm gezielt verstärken, hatte man in der Verteidigung einige gewichtige Abgänge zu verzeichnen. Insbesondere ist hier Dominik Egli zu nennen, der in Rappi zum Nationalmannschaftsverteidiger reifte und sein Glück nun in Davos sucht. Neben Egli wiegt aber auch der Abgang von Daniel Vukovic schwer. Der Kanadier mit Schweizer Lizenz war sowohl auf, als auch neben dem Eis ein Leader. Zudem brachte er viel Routine in die Verteidigung der Rosenstädter. Gerade an dieser Routine fehlt es den Rapperswilern in dieser Saison. Mit David Aebischer, Inaki Baragano und Nathan Vouardoux stehen gleich drei 20-Jährige im Team der Lakers. Obwohl alle drei das Potential haben, einem Dominik Egli nachzueifern, könnte gerade die fehlende Erfahrung zum Stolperstein für die Lakers werden. Damit dies nicht passiert, hat man sich am Obersee mit Emil Djuse einen erfahren Abwehrstrategen aus Schweden geholt. Er soll die Defensive zusammenhalten und den jungen Wilden den Weg zeigen.

Einmal mehr wird die Leistung der Rapperswiler auch durch den Torhüter beeinflusst. Mit der Vertragsverlängerung von Melvin Nyffeler bis 2026 hat Sportchef Janick Steinmann bereits vor der Saison einen grossen Sieg errungen. Die Klarheit dieser wichtigen Personalie wird bestimmt eine gewisse Ruhe in den Verein bringen. Dabei wird sich Nyffeler nach der Vertragsverlängerung voll und ganz auf seine Aufgabe als Lebensversicherung der Rapperswiler einlassen können. Es ist zu hoffen, dass sich Nyffeler nicht wie in der letzten Saison verletzt. Hatte man doch Mühe mit Noël Bader die eingeschlagene Pace zu halten.

Vergleicht man die SCRJ Lakers der aktuellen Saison mit den Ausgaben, der vergangenen Spielzeiten, so stellt man fest, dass das Team auch in diesem Jahr etwas besser geworden ist. Vergleicht man die Rosenstädter mit der Konkurrenz, wird man sich wohl auch in dieser Saison mit dem HC Ambrì-Piotta um einen Platz in den Pre-Playoffs streiten. Gelingt den Rapperswilern dieses Kunststück erneut, ist es auch in dieser Spielzeit nicht ausgeschlossen, dass sie über die «Barrage» die «richtigen» Playoffs erreichen.

hockeyfans.ch-Ranglistentipp
1. EV Zug
2. ZSC Lions
3. Genf-Servette
4.
5. HC Lugano
6. EHC Biel
7. Fribourg-Gottéron
8. SC Bern
9. HC Davos
10. HC Ambrì-Piotta
11. SC Rapperswil-Jona Lakers
12. SCL Tigers
13. HC Ajoie
 

 

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Cervenka


Rapperswil-Jona mit Topscorer Roman Cervenka wird wohl auch diese Saison mit Ambrì um einen Platz in den Pre-Playoffs kämpfen. Foto: Thomas Oswald