Zug: Mission Titelverteidigung

7.9.2021 - Von Fabian Lehner

Nachdem in der letzten Saison das langersehnte Ziel 2. Meistertitel unter Dach und Fach gestellt wurde, folgt die ungleich schwierigere Aufgabe: Den Titel zu verteidigen! Die Verfolger haben aufgerüstet. Doch der EVZ braucht sich auch in dieser Saison nicht zu verstecken. Zwar hat man mit Gregory Hoffmann und Raphael Diaz zwei Teamstützen, jedoch nicht unbedingt an Qualität verloren.

Es wird wohl kaum ein so unwiderstehlicher Start-Ziel-Erfolg der Innerschweizer mehr werden in der Qualifikation. Der ZSC scheint stabiler zu sein als letzte Saison und dürfte den Zugern wieder mehr auf die Pelle rücken als letzte Saison. Zusätzlich muss sich das neue Team noch etwas finden. Dennoch geht der EVZ auch diese Saison wieder als Favorit in die Saison.

Nach wie vor das Beste Torhüter-Duo

Dass Leonardo einer der besten Schweizer Torhüter in der National League aller Zeiten ist, dürfte jedem schon lange bekannt sein. Kein Anderer steht so sehr für Titel wie der Kilchberger. Egal ob in Davos, Bern oder Zug, Genoni lieferte immer, was von ihm erwartet wurde: Titel. Kein Spieler kann aktuell so viele Titel aufführen wie er. Genoni versteht es in den entscheidenden Phasen, insbesondere den Playoffs, stets sein bestes Eishockey zu zeigen.

Spätestens seit letzter Saison sollte aber allen bewusst sein, über was für eine starke Nummer 2 der EVZ in Form des jungen Bündner Luca Hollenstein verfügt. Er konnte letzte Saison Leonardo Genoni immer wieder hervorragend entlasten. So sehr, das während der Qualifikation erste stimmen aufkamen: Braucht es Genoni überhaupt noch? In den Playoffs bestätigte dieser aber immer noch seinen Nummer-1-Status. Der EVZ muss sich aber keine Sorge machen, sollte Genoni längere Zeit ausfallen. Er machte dies so gut, dass Dan Tangnes sich sogar zum Scherz hinreissen liess: «Leo ist ein hervorragender Backup von Luca.» Das war ein klares Kompliment an Hollenstein, und zeigt die Wertschätzung, welcher er von seinem Trainer erhält.

Schwedische Verteidiger statt Raphael Diaz

In der hinteren Reihe hatte der EVZ einige gewichtige Abgänge zu verkraften. Insbesondere Raphael Diaz. Der Kapitän verliess das Schiff Richtung Fribourg genau so wie Tobias Geisser einen weiteren in Nordamerika Anlauf nimmt. Ersetzt wurden sie durch Samuel Kreis und den beiden Schweden Christian Djoos und Niklas Hansson. Djoos ging zuletzt für die Red Wings auf Punktejagd und kommt mit 157 NHL Spielen Erfahrung zu den Zugern. Genauso wie sein Landsmann Niklas Hansson wird er sofort einer der besten Verteidiger auf Schweizer Eis sein. Zweitgenannter stiess vom aktuellen CHL-Gegner Rögle BK zu den Zugern. Zusammen mit Kreis bedeuten die Zuzüge keinen Qualitätsverlust auf der Hinterachse. Reto Kläy hat seine Hausaufgaben gemacht und stellt seinem Trainer auch dieses Jahr eine der besten Verteidigungen der Liga zur Verfügung.

Ohne Hofmann, neu mit Herzog

Gregory Hofmann, der wohl beste Schweizer Stürmer neben Sven Andrighetto der letztjährigen NL-Saison, versucht sein Glück in Nordamerika. Er ist der wohl gewichtigste Abgang, den Dan Tangnes verkraften musste. Kläy konnte mit Fabrice Herzog einen weiteren Schweizer Nationalstürmer verpflichten als Ersatz, ganz so viel Torgefahr wird er jedoch kaum ausstrahlen. Seine Qualitäten sind unbestritten. Dennoch ist es ein Abstrich im direkten Vergleich. Dafür dürfen die Zuger einen weiteren Ausländer aufs Eis schicken. Neben den arrivierten Jan Kovar, welcher als MVP der Saison ausgezeichnet wurde, und dem stets unterschätzten Carl Klingberg, geht auch Anton Lander für die Zuger auf Punktejagd. Der Schwede ist der Königstransfer aus der KHL in diesem Jahr. Freuen dürfen sich die EVZ Fans auch über die Rückkehr von Reto Suri. Nach seiner Zeit in Lugano kehrt er in die Innerschweiz zurück. Er mag zwar nicht mehr der gleiche Spieler sein, welcher mit der Schweiz Silber gewann. Dennoch wird er eine Bereicherung für die zweite oder dritte Linie sein. Bei vielen anderen Teams wäre er nach wie vor ein Kandidat für die erste Linie. Alles in allem ist der Sturm der Bereich, in dem die Konkurrenz am meisten aufgeholt hatte. Zug stellt trotzdem auch hier eine der besten, wenn nicht die beste Formation über alle vier Linien auf.

Zug bleibt der Favorit

Alles in allem wird der EVZ der erstgenannte Titelfavorit bleiben. Es wird steiniger und beschwerlicher, als die Jahrzehnte lange Erlösung in diesem Frühjahr. Dennoch bleibt der EVZ das A und O des Schweizer Eishockeys und wird der Gradmesser für den Rest der Liga bleiben – nur etwas öfter wanken als in der Meistersaison.

hockeyfans.ch-Ranglistentipp
1. EV Zug
2. ZSC Lions
3. Genf-Servette
4.
5. HC Lugano
6. EHC Biel
7. Fribourg-Gottéron
8. SC Bern
9. HC Davos
10. HC Ambrì-Piotta
11.
12. SCL Tigers
13. HC Ajoie
 

 

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Lander


Anton Lander gehört zu den wichtigsten Neuzuzügen beim EV Zug. Foto: Vedran Galijas / JustPictures.ch