Fribourg: Mit Routiniers in die Playoffs?

7.9.2021 - Von Roman Badertscher

Nach dem letztjährigen überraschenden dritten Platz in der Regular Season gilt für den HC Fribourg-Gottéron das Jahr der Bestätigung. Am Transfergeschäft hat sich Fribourg nur minim beteiligt, denn der grösste Teil der Mannschaft blieb derselbe wie im letzten Jahr. Ein Ausrufezeichen wurde mit der Verpflichtung von Raphael Diaz gesetzt. Führen die Routiniers mit dem Dubé-Effekt das Team erneut in die obere Tabellenhälfte?

Torhüter

Auf der Torhüterposition ist ganz klar geregelt, wer auch in der kommenden Saison die Nummer eins sein wird: Reto Berra. An ihm wird Connor Hughes als Back-up nicht vorbei kommen. Seine Chancen, die ihm während der Saison gegeben werden, muss der junge Kanada-Schweizer nutzen, um sich zu beweisen. Sein Vertrag läuft im nächsten Frühjahr aus, Reto Berra bleibt bis mindestens 2024 ein Drache und damit als Nummer eins für die kommenden Jahre gesetzt. Letzte Saison hatte Hughes nur sieben Einsätze, während Berra bei 50 von 57 Spielen im Tor stand. Gut möglich, dass Hughes nach der kommenden Saison bei guten Leistungen bei einem anderen Team unterschreibt, wo er mehr Einfluss auf das Spiel nehmen kann. Wie einst Ludovic Waeber, der mittlerweile bei den ZSC Lions den Kasten hütet.

Verteidigung

In der Defensive von Fribourg-Gottéron kam es diesen Sommer zu zwei Wechseln. Während Mauro Dufner von den SCRJ Lakers an die Saane wechselte, schlug das eigene Fribourg-Talent David Aebischer den umgekehrten Weg ein. Nach dem Rücktritt von Marc Abplanalp aus der National League (jetzt bei den Düdingen Bulls) verpflichtete Sportchef Christian Dubé den Zuger Captain Raphael Diaz und stattete den 35-jährigen mit einem formidablen Vierjahresvertrag aus. Mit diesen zwei Wechseln und der bisherigen Defensive um Philippe Furrer, Ryan Gunderson (beide 36), Jérémie Kamerzin (33) und Benjamin Chavaillaz (32) wird deutlich erkennbar, dass Fribourg-Gottéron auch in der kommenden Saison stark auf Routiniers setzen wird.

Sturm

Im Fribourger Sturm war nur der Rücktritt von Viktor Stalberg zu verkraften. Da Gottéron aber letzte Saison bereits fünf Ausländer unter Vertrag hatte, musste zu Beginn dieser Spielzeit nicht noch nachverpflichtet werden. Fribourg folgt dem Ruf „Altbewahrtes hält auch länger“ und hat damit vor allem auch in der Champions Hockey League Erfolg. Die Sturmformationen um Kilian Mottet, Chris DiDomenico, David Desharnais, Andrei Bykov und Julien Sprunger skoren nach wie vor. Fribourg-Gottéron hat sich bereits für das Achtelfinale qualifiziert und führt die Tabelle F in der CHL mit 12 Punkten an. Sandro Schmid äusserte sich nach dem letzten Sieg auswärts gegen Slovan Bratislava: „Das erste und zweite Drittel war ziemlich schwer für uns, um überhaupt in die gegnerische Zone zu kommen. Im Heimspiel in Fribourg hatten wir einen besseren Start. Wir können über die drei Punkte froh sein. Unser Zwischenziel war es in der CHL möglichst weit zu kommen, das haben wir jetzt erreicht. Wir wollen nun in der Meisterschaft mit einem Sieg starten und freuen uns, dass es nun wieder losgeht.“

Fazit

Eine Mannschaft mit erfahrenen Routiniers ist nach wie vor gut genug, um in der Regular Season zu rocken. Dies zeigen auch die aktuellen Erfolge in der Champions Hockey League. Was aber, wenn Reto Berra mit einer Verletzung länger ausfallen sollte? Berra wird nicht jünger. Könnte Connor Hughes die Saanestädter mit vielen Einsätzen über Wasser halten? Was wenn die Routiniers plötzlich nicht mehr treffen? Diese Fragen können heute nicht beantwortet werden. Aus unserer Sicht fehlt im Vergleich zu anderen Teams eine gute Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern. Deshalb gehen wir davon aus, dass Fribourg-Gottéron letztes Jahr einen Höhenflug hatte und diese Saison schliesslich den siebten Platz belegen wird und um einen Playoffplatz kämpfen muss.

hockeyfans.ch-Ranglistentipp
1.
2. ZSC Lions
3. Genf-Servette
4.
5. HC Lugano
6. EHC Biel
7. Fribourg-Gottéron
8. SC Bern
9. HC Davos
10. HC Ambrì-Piotta
11.
12. SCL Tigers
13. HC Ajoie
 

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Neuzuzug Diaz


Raphael Diaz gehörte zu den wenigen Neuzuzügen bei Fribourg-Gottéron. Foto: Til Bürgy / JustPictures.ch