Der letzte Tanz im Hallenstadion

5.9.2021 - Von Andreas Bernhard

In Zürich-Altstetten entsteht das neue Stadion der ZSC Lions. Nach jahrelangem Kampf und vielen Plänen wird der Zürcher Stadtklub in der nächsten Saison endlich ein eigenes Zuhause haben. Es ist nicht der einzige Grund, weshalb die anstehende Saison speziell sein wird.

Die letzte Saison im Hallenstadion soll ein Erfolg werden. Ein würdiger Abschied aus Oerlikon. Das Potenzial zum Meistertitel ist auch in diesem Jahr vorhanden. Das offizielle Ziel der Zürcher bleibt aber, was es in den vergangenen Jahren immer war. Top-4 nach der Qualifikation und in den Halbfinal einziehen. Die ZSC Lions taten sich in der letzten Saison besonders schwer, ohne Zuschauer antreten zu müssen. Das dunkle Hallenstadion hatte eine depressive Wirkung. Bei den ersten beiden CHL-Auftritten im August vor je knapp 2'000 Zuschauern war schon spürbar, wie sehr die Fans ihren Klub zu Bestleistungen tragen können. Deshalb stehen die ZSC Lions auch voll hinter der Pflicht, ein Covid-Zertifikat vorweisen zu müssen, wenn man ins Stadion will, dafür in ein möglichst volles. Entscheidend sei doch, dass mit der Zertifikats-Lösung wieder Grossveranstaltungen mit Zuschauern durchgeführt werden könnten und dies ohne Masken, Platz- und Konsumationsbeschränkungen. Den Zuschauern wird im Internetauftritt der Lions auch genau erklärt, wie man schnell und einfach die Eingangskontrollen im Hallenstadion meistert.

Die Saison 2021/22 soll also wieder in geordneten Bahnen stattfinden. 2020 waren die ZSC Lions vor den Playoffs einer der grossen Favoriten, dann wurden die Playoffs abgesagt. 2021 sah es weniger gut aus. Es dürfte die Zürcher aber weniger stark geschmerzt haben, nicht Meister unter Ausschluss der Öffentlichkeit geworden zu sein. Nach Playoffs, die nur im Best-of-five Modus gespielt werden konnten. Das Team sich nicht stark verändert. Der grösste Abwesende dürfte Fredrik Pettersson sein. Aber der Reihe nach:

Torhüter

In den Heimspielen der CHL gegen den IFK Helsinki und Frölunda Göteborg konnten sich die beiden Torhüter Ludovic Waeber und Lukas Flüeler im besten Licht präsentieren. Beide haben die Mannschaft mit wichtigen Paraden im Spiel gehalten. Flüeler konnte zudem beweisen, dass er weiterhin zu den Topgoalies der Liga zählt, wenn er beschwerdefrei aufspielen kann. Es wäre ihm zu gönnen, wenn er in der kommenden Saison von Verletzungen verschont bleiben würde.

Verteidigung

Den wohl hochkarätigsten Zugang verzeichnen die Lions in der Verteidigung. Yannick Weber kam nach langen Jahren in der NHL zurück in die Schweiz. Allerdings wird von ihm bei den ZSC Lions erwartet, dass er eine viel dominantere Rolle einnimmt als in Nordamerika. Er wird, zusammen mit Patrick Geering, die Verteidigung führen müssen. Zumindest wird er Tim Berni ersetzen müssen. Mit über 500 NHL Partien in den Beinen bringt er genug Routine und Abgeklärtheit mit, um der Lions Defensive die nötige Stabilität zu verleihen. Patrick Geering, Yannick Weber, Phil Baltisberger, Christian Marti, Dario Trutmann und Maxim Noreau: Diese Abwehr sollte nicht so schnell ins Schwitzen kommen.

Angriff

Im Sturm, das haben die bisherigen Partien bereits gezeigt, wird den Zürchern Fredrik Pettersson fehlen. Mit seinem Slapshot war er immer wieder für wichtige Tore gut. Justin Azevedo, der von Ak Bars Kasan zu den Lions stiess, ist dafür vielseitiger und weniger eigensinnig. Wenn Denis Hollenstein und Chris Baltisberger zurückkehren, verfügen die Lions auf jeden Fall über einen konkurrenzfähigen Angriff. Denn mit Sven Andrighetto, Marcus Krüger, Garrett Roe, Simon Bodenmann und Justin Sigrist ist noch jede Menge Kreativität vorhanden. Zudem sind Reto Schäppi und Marco Pedretti zusammen mit Chris Baltisberger immer wieder gerne bereit, dem Gegner unter die Haut zu gehen.

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Prominenter Neuzuzug: Yannick Weber läuft ins Hallenstadion ein. Foto: Vedran Galijas / JustPictures.ch