Servette: Erfahrener, reifer und bereit für nächste Erfolge

1.9.2021 - Von David Leicht

Letzte Saison Finalist, hatten die Genfer heuer eine ruhige Off-Season mit wenigen Mutationen. Wir sprachen mit Sportchef Marc Gautschi über die letzten Monate, sowie über die Ziele der kommenden Saison.

"Nach dem Auf-und-Ab der Regular Season konnte sich unsere Mannschaft auf die Playoffs hin rechtzeitig steigern, da haben wir dann so richtig gut gespielt“, so Gautschi – und habe mit der Finalqualifikation viele (Fach)Personen überrascht. Für die neue Saison gibt der gebürtige Berner an, dass wiederum die Qualifikation in den Top-6 das Ziel ist. Dies sei aber kein Selbstläufer: "Zug, Zürich, Lausanne und Lugano sind beispielsweise alle breiter aufgestellt als wir." Doch die gewonnen Erfahrungen und das gestärkte Selbstvertrauen aus der letzten Saison werden gerade junge Spieler – und davon gibt es in Genfs Mannschaft viele – reifer und produktiver machen. Und daher möchte man selbstredend, so Gautschi, den Erfolg der letzten Saison wiederholen und toppen.

Schweizer Kader

Neben einigen Mutationen junger Spieler verliert Genf mit Timothy Kast (ersetzt durch Neuzuzug Benjamin Antonietti) und Daniel Manzato zwei erfahrene Spieler an Bern. Letzterer hatte einen grossen Anteil am Genfer Erfolg der letzten Saison – als sich Gauthier Descloux verletzte, übertraf Manzato alle Erwartungen und fungierte mit Top-Leistungen zur soliden Basis, die Genfs Run in den Playoffs erst ermöglichte. Descloux indes, der in der letzten Saison bis zu seiner Verletzung überragend spielte und in mehreren Statistiken die National League anführte, wird auch diese Saison ein grosser Rückhalt für Genf sein. Der gebürtige Fribourger stabilisiert die junge und bewegliche Verteidigung. Mit dem jungen Stéphane Charlin, der seinen ersten Profi-Vertrag unterschreibt und schon als Junior mehrere Jahre unter Coach Pat Emond gespielt hat, bekommt er einen neuen Back-Up. A propos Emond: Dieser baut auch weiterhin auf seine Philosophie der "jungen Wilden": Leistungsträger Roger Karrer (V, 16 Skorerpunkte letzte Saison), Simon Le Coultre (V, 19 Punkte) und Mathieu Vouillamoz (S, 13 Punkte) haben ihre Verträge um je zwei Jahre, respektive vier Jahre (Karrer) verlängert.

Die stetige, langfristige Philosophie von Coach Emond und die Alterszusammensetzung der Mannschaft führten dazu, dass der Kern von Emonds Mannschaft in dessen dritten Saison grösstenteils unverändert bleibt. Sportchef Gautschi hält dann auch fest, dass "14-15 Spieler in der Blüte ihrer Karriere stehen" und zeigt sich überzeugt, "dass einige davon eine veritable Break-Out-Saison haben werden und andere, die letzte Saison nicht richtig auf Touren kamen, heuer an ihre alte Stärke anknüpfen werden". Die Verteidigung balanciert Routine (Jacquemet, Maurer, Mercier) mit Dynamik und im Sturm werden auch diese Saison wieder Genfs wuchtig-kreative Kräfte (Rod, Moy, Richard, Miranda und Vermin in seiner letzten Saison für Genf) für viel Torszenen sorgen. Die Konstanz und die wichtigen Erfahrungen der letzten Saison haben die junge Genfer Mannschaft weiter gestärkt. Und die Tatsache, dass Ende der nächsten Saison mehrere Verträge auslaufen, führe laut Ex-Profi Gautschi auch zu einem dynamischen Umfeld: "Die Spieler werden sich zeigen wollen."

Fokus: Ausländer

Auch bei den Ausländern hat sich Genf-Servette leicht gesteigert: Der letztjährige Topscorer der Grenat, Linus Omark, wird diese Saison aus familiären Gründen in Schweden spielen, bevor er dann 2022-23 wieder für Genf aufläuft (so der aktuelle Stand). Omarks Kreativität und seine Skorerpunkte werden fehlen, hingegen wurde mit dem NHL-Routinier Valtteri Filppula ein valabler Ersatz gefunden – ein Top-Transfer für Genf, der in Schlüsselmomenten physisch robuster spielen kann als Omark. Sportchef Gautschi zeigt sich von Filppula begeistert: "Er hat eine Winner-Mentalität und hat auch in der letzten Saison in der NHL noch Powerplay gespielt. Das sagt sehr viel über seine spielerischen Qualitäten. Er ist klar offensiv ausgerichtet – genau das, was wir suchten. Und, er hat sich trotz NHL-Angeboten für den GSHC entschieden."

Daneben stösst der smarte und National League-erfahrene Marc-Antoine Pouliot zu den Calvinstädtern. Als Bully- und Powerplay-Spezialist wird er Eric Fehr (Rücktritt) und seine 24 Tore zu ersetzen versuchen. Wenn Pouliot (erwartungsgemäss) mit mehr Disziplin agiert als Fehr, der den Teamnutzen seiner vielen Tore durch Liga-führende Strafminuten gleich selbst erodierte, gewinnt Genf auch hier hinzu. Weiterhin in Granatrot spielen Henrik Tömmernes, der hochproduktive und allgegenwärtige Abwehrgeneral und einer der besten Backs der Liga, und Daniel Winnik, der auch mit 36 Jahren noch topfit ist und letzte Saison beinahe 1 Punkt pro Spiel erzielte.

Fazit:

Dank den Erfolgen der letzten Saison und dem gleichbleibenden, jungen Kern der Mannschaft wird Genf in der neuen Regular Season weniger volatil agieren. Die kreative Philosophie von Pat Emond wird auch in der neuen Saison zu viel Offensivspektakel am Ufer der Arve führen. Wir tippen Genf nach der Quali auf Rang 3. Danach ist den Genfern, analog zum Frühling 2021, wieder ein Lauf in den Playoffs zuzutrauen.

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Descloux


Wichtiger Rückhalt: Gauthier Descloux. Foto: Vedran Galijas / JustPictures.ch