Schelling: „Mannschaft jetzt in zwei Garderoben aufgeteilt“

3.9.2020 - Von Roman Badertscher

Beim SC Bern hat hockeyfans.ch mit der ersten Sportchefin der National League, Florence Schelling, über die neue Saison gesprochen.

Zuallererst die wichtigste Frage: Wie geht es Ihnen gesundheitlich?

Schelling: Ja, gesundheitlich geht es mir immer besser. Ich habe mein Pensum mittlerweile auf 80 Prozent erhöht. Wir haben jetzt auch die Therapie auf einen Tag pro Woche heruntergesetzt und dementsprechend geht es Vorwärts.

Sie sind seit ein paar Monaten neue Sportchefin beim SCB. Wie haben Sie Ihren Einstieg erlebt?

Es war natürlich ein schwieriger Einstieg. Einerseits ein schwieriger Einstieg in so einen Job, andererseits ist Corona da, was auch nicht alltäglich ist. Diese beiden Dinge zusammen erschweren das Ganze. Ich habe die Situation aber positiv angeschaut und mir gesagt, egal was jetzt kommt, es ist eine Situation, die für alle neu ist und nicht nur für mich. Das heisst, man kann wirklich näher zusammenstehen, natürlich mit Social Distancing, und zusammen Entscheidungen treffen, wie man mit so einer Situation umgeht und wo wir hingehen können.

Wie haben Sie das Team wahrgenommen, als Sie sich vorgestellt haben? Was waren Ihre Gedanken im sportlichen Bereich?

Auch für die Mannschaft war die Situation nicht einfach. Ich sage, wir kämpfen einerseits oben als Organisation und sie kämpfen unten, damit wir alles machen können, um zu spielen. Das ist wirklich auch für sie eine komplett neue Situation. Wir haben jetzt auch die Mannschaft in zwei Garderoben aufgeteilt, damit wir wirklich die 1,5 Meter Abstand voneinander halten können. Das heisst auch, dass Team-Meetings unter erschwerten Umständen stattfinden. Es ist ein Angewöhnen, aber schlussendlich müssen wir da durch und es so akzeptieren wie es ist. Die Mannschaft selber ist sehr positiv, macht mit und unterstützt wo es geht.

Ende Woche steht das Testspiel gegen den EHC Red Bull München an. Wie bereitet sich die Mannschaft darauf vor? Letzte Woche war der Trainingsbetrieb ja unterbrochen. Wurde individuell trainiert?

Ja, auf jeden Fall. Wie im Sommer konnten die Spieler auch die Infrastruktur benutzen. Jetzt geht es auf dem Eis weiter mit der ganzen Mannschaft und dann haben wir noch den ganzen Rest der Woche Zeit, um sich auf das Spiel von Sonntag vorzubereiten.

Red Bull München wurde in jüngster Vergangenheit drei Mal hintereinander deutscher Meister. Zwischen Bern und München gab es schon einige Aufeinandertreffen in den vergangen Jahren. Wie stellt Don Nachbaur seine Mannschaft auf München ein?

Wir müssen als Mannschaft bereit sein und unser neues Spielsystem implementieren und an Details arbeiten, so dass wir dort dann zusammenkommen und im Spiel unser System durchbringen können.

Der Saisonstart wurde auf den 1. Oktober verschoben. Wir hoffen natürlich alle, dass es losgeht. Jetzt bleibt noch einen Monat. Was ist in dieser Zeit noch alles sportlich als Vorbereitung für die Spieler nebst den Testspielen und den Cup geplant?

Die Trainings und die Vorbereitungsspiele stehen jetzt im Vordergrund. Jetzt müssen wir alles dafür tun, dass gute Trainings gemacht werden. Dass, wenn es am 1. Oktober losgeht, die Spieler zu 200 Prozent bereit sind und wir als Team einen guten Saisonstart haben werden.