Das sagen die Schweizer zum CHL-Los

12.6.2020 - Von Maurizio Urech

Als erster Wettbewerb stehen momentan bei der Champions Hockey League die Spiele fest, nachdem die Paarungen für das 1/16-Finale ausgelost wurden. Die fünf Schweizer Vertreter hatten unterschiedliches Losglück. Biel, Davos und die ZSC Lions sind klare Favoriten in Ihren Duellen, auf Genf-Servette und den EVZ warten harte Brocken. Wir haben uns mit den Trainern aller Teams über die Ausgangslage unterhalten.

Mit welchen Ambitionen steigen die ZSC Lions ins Abenteuer Champions League?

Rikard Grönborg: «Dass wir wieder in der Champions Hockey League dabei sein können, war ein grosses Ziel von uns. Wir spüren einen grossen Stolz, sowohl die Schweizer National League wie auch Zürich und alle unsere Fans in Europa zu repräsentieren. Wir sehen es als unsere Pflicht, uns bestmöglich vorzubereiten. Deshalb arbeiten wir bereits jetzt im Sommer extrem hart!»

Sven Leuenberger: «SønderjyskE Vojens dürfte die Rolle des klassischen Underdogs einnehmen, der uns ein Bein stellen möchte. Wir werden auf der Hut sein müssen, denn die Teams vom Norden sind läuferisch und technisch generell gut ausgebildet. Es gibt viele junge hungrige Spieler. Dänemark ist ein aufstrebendes Hockeyland, das auch NHL-Spieler produziert. Meistens verfügen dänische Teams über zwei überdurchschnittlich gute Linien, die mit Nordamerikanern oder anderen Skandinaviern besetzt sind.»

Der EHC Biel hat mit dem HC Bozen (mit Ex-Lugano-Coach Greg Ireland) einen Gegner gezogen, der an einem guten Tag jedem Gegner gefährlich werden kann.

Antti Törmänen: «Wir wissen, dass Greg Ireland in Lugano ausgezeichnet gearbeitet hat. Seine Mannschaften arbeiten immer hart und stellen eine Herausforderung dar, sein System ist für die Spieler einfach zu begreifen. Es ist nie eine einfache Aufgabe gegen eine solche Mannschaft zu spielen. Natürlich sind wir die Favoriten aber dies ändert nichts an der Tatsache, dass wir am Schluss die Differenz auf dem Eis machen müssen um uns durchzusetzen.»

Letztes Jahr fehlte Biel ganz wenige zum grossen Coup gegen den späteren CHL-Sieger. Diese erste Erfahrung hat sicher Appetit auf mehr gemacht. Mit welchen Ambitionen steigt der EHC Biel in die diesjährige CHL?

Törmänen: «Wir hatten letztes Jahr eine gute Champions League. Wir haben diesen Wettbewerb genossen auch mit den Reisen und den diversen Atmosphären, neue Stadien und natürlich dass wir uns mit neuen unbekannten Gegner auseinandersetzten. Wir konnten uns mit den besten Teams in Europa messen und dies macht natürlich Hunger auf mehr. Es war eine positive Erfahrung und wir wollen bereit sein den nächsten Schritt zu machen...»

Mit welchen Ambitionen steigt der EV Zug in die diesjährige CHL? Mit Skelleftea hat der EVZ wohl den schwersten Gegner erhalten.

Dan Tanges: «Mit dem neuen Format müssen wir Runde für Runde nehmen, aber unser Traum ist es möglich weit zu kommen. Wir haben den schwierigsten Gegner aus dem zweiten Topf gezogen. Auf uns wartet eine knifflige aber interessante Herausforderung mit Skelleftea.»

Mit dem diesjährigen Format gibt es keine Gruppenspiele mehr sondern sofort K.O.-Partien. Eine grosse Umstellung?

Tanges: «Du musst von Anfang an bereit sein. Persönlich gefallen mir diese K.O.-Spiele. Es ist schon früh in der Saison ein Belastungstest für die Spieler, Staff und das System, wenn du gleich mit einem Direktduell in einen Wettbewerb startest.»

Was bedeutet die CHL für den Verein und die Fans?

Tanges: «Ich glaube das Turnier wird jedes Jahr besser. Wir hatten das Glück jedes Jahr teilnehmen zu können und jedes Jahr einen Schritt nach vorne zu machen. Die nächste CHL wird speziell, nachdem die letztjährigen Playoffs abgesagt wurden. Spieler wie auch Fans können es kaum erwarten wenn es wieder losgeht. Jeder freut sich darauf einen Adrenalin-Schub mit dem CHL Playoff-Hockey zu erhalten.»

Dieses Jahr ist auch Genf-Servette dabei. Wie sehr freut sich der Trainer auf diese Herausforderung?

Patrick Emond: «Ja, ich freue mich riesig an diesem Wettbewerb teilnehmen zu können. Das Niveau ist sehr hoch und für unsere Spieler wird dies eine schöne Erfahrung, die Möglichkeit zu erhalten sich mit den besten Teams Europas aus anderen Ligen messen zu können.» Ist die CHL eine Herausforderung für euch oder einfach ein Wettbewerb mehr?

Emond: «Natürlich verlangen diese Spiele eine zusätzliche Organisation in einem Spielplan, der schon dicht gedrängt ist, aber es ist eine Herausforderung der sich alle in der Organisation des GSHC stellen wollen.»

Wie sehen Sie Ihre Chancen gegen die Straubing Tigers (DEL)?

Emond: «Eine ausgezeichnete Mannschft, welche die Saison der DEL auf dem dritten Platz beendete. Ich erwarte zwei offene Partien und dass wir die erste Partie zu Hause spielen, könnte ein Vorteil für uns sein.»

Wie bereitet sich GSHC auf die kommende Saison vor, mit diesen speziellen Vorzeichen?

Emond: «Unsere Spieler haben das Sommertraining unter der Leitung unseres Konditionstrainers schon begonnen. Jetzt warten wir auf Nachrichten vom Bundesrat und von der SIHF um unseren Trainingscamp organisieren zu können, hoffentlich schon im Laufe des Monats August.»

Der HC Davos geht für die CHL nach Wien. Die Vienna Capitals sind auf dem Papier der Aussenseiter, können an einem guten Tag alle Gegner schlagen. Wlche Ambitionen hat der HCD?

Christian Wohlwend: «Wir werden vom Talent her sicher höher eingestuft von den Hockeyexperten. Allerdings spielen wir im K.O.-System und da kann bekanntlich jeder jeden schlagen. Man sieht das an Weltmeisterschaften oder auch im Swiss Cup – auch da ist immer alles möglich. Daher ist es vielleicht nicht einmal ein Vorteil, dass wir die Favoriten sind. Allerdings ist es auch ein guter Test, um zu schauen, ob wir bereit sind das Maximum aus uns rauszuholen. Es ist eine Chance zu wachsen und zu lernen, dass man in diesen Big-Games mit der richtigen Einstellung ans Werk geht. Wenn wir das schaffen bin ich zuversichtlich, dass wir die erste Runde gegen die Vienna Capitals überstehen.»

Was denken Sie über die CHL?

Wohlwend: «Ich finde die CHL super! Ich reise sehr gerne und messe mich am liebsten mit den Besten! Auch meine Mannschaft freut sich sehr auf die kommenden Spiele und die erste Reise nach Wien. Daher hoffen wir, dass unsere Reise möglichst weit gehen wird.»

Es ist aber auch eine zusätzliche Belastung für euch.

Wohlwend: «Natürlich ist es eine kleine, zusätzliche Belastung. Das ist es aber für jedes Team, welches in der CHL spielt. Die Einstellung ist daher das Wichtigste! Bei uns im Coaching-Staff freuen sich alle riesig und ich spüre, dass auch die Mannschaft ready ist! Schlussendlich spielen wir für genau solche Spiele und diese tollen Erlebnisse.»