Guggenheim will nach Hause nach Ostrava

2.1.2020 - Von Pascal Zingg

Die U20-WM in Trinec und Ostrava war für die Schweizer Nationalmannschaft bisher ein voller Erfolg. Dank dreier Siege gegen Kasachstan, die Slowakei und Finnland spielte man die beste Vorrunde der Geschichte dieses Wettbewerbs. Trotz der guten Ereignisse ist die Schweiz im Viertelfinale gegen Russland der klare Aussenseiter. Die Flinte ins Korn werfen will man deshalb jedoch nicht. Dies bestätigt auch Bastian Guggenheim, der an dieser WM unbedingt ein Spiel in Ostrava bestreiten will.

Silvesterabend in der Mixedzone zu Trinec: Die Schweizer Spieler erklären gerade, wie es ihnen gelang die Finnen zu bezwingen. Unter ihnen ist auch Bastian Guggenheim, der in breitestem Berndeutsch Auskunft gibt. Auf die Frage, ob er auch einige Fragen auf englisch beantworten könnte, winkt er ab. Zu schlecht sei sein Englisch, signalisiert er. «Und auf tschechisch?», fragt eine Journalistin. «Ja, tschechisch ist kein Problem», entgegnet der Verteidiger der verdutzten Menge. Was viele nicht wissen, die Mutter von Bastian Guggenheim kommt aus Ostrava, weshalb diese World Juniors für ihn eine Art Heim-WM sind. «Das ist eine tolle Sache. Nun hat auch meine Grossmutter, die nur selten in der Schweiz ist, die Gelegenheit an meine Spiele zu kommen», erklärt Guggenheim. Dabei ist er happy, dass ihm Thierry Paterlini die Chance gibt, an dieser WM dabei zu sein. «Bereits mit dem Aufgebot zur letzten U18-WM hatte ich nicht gerechnet. Dass ich nun auch an der U20-WM spielen kann, ist eine Erfahrung, die man nicht jeden Tag macht», zeigt sich Guggenheim zufrieden. Er ist sich bewusst, dass dieses Aufgebot ein Resultat seines Fleisses ist. «In meiner Situation muss ich jeden Tag hart arbeiten und dranbleiben. Dies gilt sowohl für die U20-WM, die Junioren in Langnau, wie auch für die Spiele bei Langenthal in der Swiss League», weiss Guggenheim.

Zufrieden ist Guggenheim mit der Vorrunde der Schweizer Mannschaft. «Wir haben uns von Spiel zu Spiel gesteigert. Mit dem Sieg gegen Finnland konnten wir zum Schluss zeigen, dass wir auch mit einem Grossen mithalten können», analysiert Guggenheim. Persönlich habe es ihm geholfen, dass er die Vorrunde neben Janis Moser spielen durfte. «Von Janis kann ich viel lernen. Zudem kann man sich auf ihn verlassen. Wenn ich mal einen Fehler mache, habe ich die Sicherheit, dass er diesen ausbügeln wird», zeigt sich Guggenheim beeindruckt.

Trotz guter Leistungen in der Vorrunde ist auch Guggenheim bewusst, dass es gegen die Russen wohl nochmals eine Leistungssteigerung braucht. «Russland ist eine sehr starke Mannschaft. Mit ihnen haben wir jedoch noch eine Rechnung offen. Schliesslich haben sie uns im letzten Jahr die Medaille weggeschnappt», gibt er sich kämpferisch. Um die Russen zu schlagen, muss jeder Schweizer seine beste Leistung abrufen. Dessen ist sich auch Thierry Paterlini bewusst. «Russland ist ein Hochkaräter. Sie haben extrem gute Einzelspieler. Wir müssen es ihnen hart machen und schauen, dass sie nicht durch unsere Verteidigung durchspielen können. Wenn sie dann nervös werden und die Nerven verlieren müssen wir zuschlagen. Wie schon gegen die Finnen, müssen wir dabei jede Schusschance nützen und dem Puck eine Gelegenheit geben ins Tor zu gehen», weiss der Trainer.

Trotz der technischen Übermacht des Gegners scheinen die Schweizer somit fürs Viertelfinale gerüstet zu sein. Dabei wäre ein Sieg gerade für Bastian Guggenheim eine ganz grosse Sache. Mit einem solchen Erfolgserlebnis könnte er erstmals an dieser WM in seinem zweiten Zuhause in Ostrava spielen. «Ich war oft in den Ferien dort und habe auch schon Trainingslager in der Ostravar Arena bestritten. Dort das Halbfinale bestreiten zu können wäre ein Traum», erklärt der Verteidiger. Dabei ist bereits jetzt klar, dass der junge Berner wie immer alles geben wird um diesen Traum zu erreichen.

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Guggenheim

Bastian Guggenheim hat Wurzeln in Ostrava und würde gerne das Halbfinale dort spielen. Foto: Andreas Robanser