Verboon: Offensiv-Leader aus der NCAA

31.12.2019 - Von Pascal Zingg

Mit einer Galavorstellung fegten die Schweizer gestern Abend die Slowaken regelrecht vom Eis. Wie schon gegen Kasachstan gehörte auch Matthew Verboon zu den Torschützen. Neben dem Tor zum 7:2-Schlussstand krönte der Stürmer seine Leistung mit drei weiteren Assists, weshalb er zu den besten in der Schweizer Offensive gehörte.

Matthew Verboon war zusammen mit Valentin Nussbaumer und Gillian Kohler einer der offensiven Highlights im gestrigen Spiel gegen die Slowaken. «Die drei harmonieren sehr gut. Sie unterstützen sich sehr gut auf dem Weg nach vorne und nach hinten. Sie arbeiten sehr hart und wurden durch ihre Effizienz mehrmals belohnt. Damit haben sie das Team angeführt», lobte Thierry Paterlini nach dem Spiel.

Dass die drei so gut harmonieren ist nicht ganz selbstverständlich, spielen sie doch in drei völlig unterschiedlichen Ligen. Da ist es umso wichtiger, dass man sich bereits bei früheren Zusammenzügen kennengelernt hat. «Mit Nussbaumer habe ich bereits bei der U16 zusammengespielt. Ausserdem hatten wir beim Camp im Sommer eine gute Zeit. Zusammen mit Kohler verstehen wir uns auf und neben dem Eis sehr gut», analysiert Verboon, der sich in der «Westschweizer Linie» sichtlich wohl fühlt.

Obschon der junge Stümer einen kanadischen Pass besitzt, hat sich Verboon entschieden seine Karriere in der US-Amerikanischen Collage-Liga, der NCAA, zu lancieren. «Diese Entscheidung kam von meinen Eltern, sie waren der Meinung, dass ich mir neben dem Hockey auch noch ein zweites Standbein aufbauen soll», erklärt der 19-jährige. Dabei scheint sich der Schweiz-Kanadier beim Team der Colgate University sichtlich wohl zu fühlen. «Die NCAA hat ein gutes Niveau. Es hat einige ältere Spieler, von denen ich viel lernen kann», weiss der junge Stürmer. Neben dem Eishockey noch zur Schule gehen zu können sei derweil ein guter Ausgleich, meint er. Mit etwas Weitblick hofft Verboon, dass er die Schule mit einem Abschluss verlassen kann. «So habe ich einen Plan B, wenn es mit der Hockeykarriere nicht funktioniert», erklärt er.

Bevor Verboon jedoch ins Studentenleben zurückkehrt, steht erst einmal die U20-WM auf dem Programm. Hier treffen die Schweizer am heutigen Abend auf Finnland. «Die Finnen sind ein sehr gutes Team. Sie haben im letzten Jahr den Titel gewonnen und konnten mich auch in diesem Jahr überzeugen», zeigt sich der Stürmer beeindruckt. Gefallen habe ihm vor allem die Verteidigung der Suomi. Da beide Teams bereits fürs Viertelfinale qualifiziert sind, könnte man davon ausgehen, dass man kurz vor Silvester nicht mehr mit letzter Konsequenz ans Werk geht. Für Verboon ist jedoch klar, dass sein Team am WM-Turnier so viele Spiele wie möglich gewinnen will. «Die Gruppe in Ostrava ist extrem ausgeglichen. Es kann deshalb ein Vorteil sein, wenn man nach der Gruppenphase etwas weiter vorne platziert ist», gibt er zu bedenken.

Will man sich den zweiten Gruppenrang dank eines Sieges über Finnland angeln, braucht es neben einer geschlossenen Mannschaftsleistung erneut Scorerpunkte von der «French Connection» um Matt Verboon. Dabei ist zu hoffen, dass im Sog der drei Schweizer Topscorer auch andere Linien den Weg zum Tor finden. «Die vierte Linie um Simon Knak, hat dies bereits gegen die Slowakei getan», erinnert Verboon. Im Hinblick aufs Viertelfinale wäre es eine gute Sache, wenn auch andere Schweizer beweisen könnten, dass sie Tore schiessen können.