Knak will sich nicht mit Niederreiter vergleichen

29.12.2019 - Von Pascal Zingg

Nur wenige Spieler tragen an einer U20-WM noch ein Vollgitter. Trifft man trotzdem einen, so wird dem neutralen Betrachter schnell klar, dass es sich hierbei um einen talentierten Underager hendeln muss. Ähnliches gilt auch für Simon Knak. Der 17-Jährige dieses Jahr seine erste U20-WM. Beeindruckt vom Turnier in Trinec und Ostrava ist es ihm bisher noch nicht gelungen seinem Team mit Scorerpunkten zu helfen. Dies möchte er jedoch bald ändern.

Simon Knak gehört zu jenen Spielern, die ihre Karriere in Nordamerika lancieren möchten. So spielt der junge Stürmer derzeit bei den Portland Winterhawks. Bei jenem Team also, dass einst auch die Heimat von Nino Niederreiter war. Wenig überraschend spricht man Knak in Nordamerika vermehrt auf den Churer an. «Es kommt immer wieder vor, dass ich mit Nino Niederreiter verglichen werde. Für mich ist es allerdings schon eine grosse Sache, dass ich überhaupt in Portland spielen kann. Ich glaube deshalb nicht, dass ich mich mit dem grossen Vorbild aller Junioren vergleichen sollte», meint Knak ehrfürchtig.

Schaut man auf seine Statistiken in der WHL, stellt man fest, dass der junge Stürmer mit 6 Toren und 12 Assists in 25 Spielen einen ordentlichen Saisonbeginn beim Team aus dem US-Bundesstaat Oregon hingelegt hat. «Ich hatte einen guten Start mit einigen Höhen und Tiefen. Leider erlitt ich im Verlaufe der Saison eine leichte Hirnerschütterung. Diese machte mir die Rückkehr zuletzt nicht einfach», analysiert Knak. Dabei zeigt er sich beeindruckt von der Kulisse in der WHL. «In der heimischen Junioren-Liga geht es darum, dass man sich einen Platz im NL-Team erarbeiten kann. Bei den Winterhawks gibt es dagegen nur dieses eine Team, das an jedem Spiel 8000 bis 9000 Fans anlockt», erklärt der Stürmer.

Beeindruckt ist Simon Knak auch von seiner ersten U20-WM. «An diesem Turnier spielen die besten Junioren der Welt. Hier spielen zu dürfen ist einfach unglaublich», frohlockt er. Gerade im Spiel gegen die Schweden hat der junge Knak erfahren, was es heisst gegen die Besten der Welt zu spielen. «In der schwedischen Verteidigung gibt es fünf Spieler, die in der ersten Runde gedraftet wurden, das machte es für uns Stürmer nicht gerade einfach Tore zu schiessen», gibt er zu bedenken. Neben einer guten Verteidigung verfügen die Schweden aber auch in der Offensive über sehr gute Individualisten. Dies zeigte sich im Spiel gegen die Schweizer vor allem in den ersten 30 Minuten. «Dort haben wir uns taktisch falsch verhalten. Statt kompakt zu stehen, haben wir uns vom Cycling der Schweden aus den Positionen locken lassen. Dies hat schlussendlich den Slot entblösst», erklärt Knak.

Gerade im Hinblick auf ein mögliches Viertelfinale wird es für die Schweizer wichtig sein, zu lernen, wie man gegen ein offensiv starkes Team wie die Schweden bestehen kann. Bevor die Schweizer jedoch das Viertelfinale bestreiten können, müssen sie im nächsten Spiel gegen die Slowakei ran. Dabei erwartet die Eisgenossen ein Gegner auf Augenhöhe, den auch Simon Knak gerne schlagen würde. «Dabei wird es wichtig sein, dass wir nicht solche Ups und Downs haben, wie noch im ersten Spiel gegen Kasachstan», weiss der Stürmer.

Ebenfalls wäre das Spiel gegen die Slowaken eine gute Gelegenheit um Offensiv noch etwas zuzulegen. Zwar erarbeiteten sich die Schweizer auch gegen Schweden sehr gute Chancen, doch liess die Effizienz einmal mehr zu wünschen übrig. «Die Offensive ist tatsächlich unsere Problemzone», bestätigt auch Simon Knak. Dabei hofft er, dass auch ihm demnächst die ersten Punkte gelingen werden.

Anschauungsunterricht, wie man zu Punkten kommt, gab es für die Schweizer in den letzten gut 20 Minuten gegen die Schweden, als Gilian Kohler und Nico Gross bewiesen, dass es auch mit dem Schweizer Dress auf der Brust möglich ist den gegnerischen Torhüter zu bezwingen. Treten Knak und seine Kollegen gegen die Slowaken ähnlich entschlossen auf, wie die Torschützen aus dem Schweden Spiel, müsste für die Schweiz in diesem Spiel definitiv etwas drin liegen.