Schmid will den Coup von Victoria wiederholen

28.12.2019 - Von Pascal Zingg

An den letzten Junioren-WM schlug die Schweizer U20-Nationalmannschaft die favorisierten Schweden im Viertelfinale mit 2:0. Knapp ein Jahr danach kommt es heute in Trinec zum Rematch. Für die zehn Rückkehrer im Schweizer Team ist dabei klar: Sie wollen auch dieses Mal gewinnen.

Ein ganz besonderes Erlebnis ist das Vorrunden-Duell für Sandro Schmid. «Spiele gegen die Tre Kronor sind immer lustig», gibt er zu. Diese Aussage überrascht darum nicht, weil Schmid drei Jahre in den schwedischen Juniorenligen verbrachte. Der Stürmer gehört damit zu den wenigen Schweizer Spieler, die ihre Auslandserfahrungen im hohen Norden und nicht in Nordamerika sammelten. «Als ich die Möglichkeit bekam, in Schweden zu spielen, war ich noch zu jung für Kanada. Da ich von zu Hause weg wollte, entschied ich mich für diese Möglichkeit», erklärt der Stürmer. In Schweden habe es ihm dabei so gut gefallen, dass er nie mehr das Bedürfnis verspürte in eine andere Juniorenliga zu wechseln.

Den Vorteil der Juniorenausbildung in Schweden sieht Schmid in der Breite, der schwedischen Juniorenbewegung. «Dort gibt es viel mehr gute Spieler, weshalb das Niveau in den Juniorenligen um einiges höher ist, als bei uns in der Schweiz», erklärt er. Trotz einer guten Ausbildung im hohen Norden entschied sich Schmid auf diese Saison hin zurück zum HC Fribourg-Gottéron zu wechseln. «Es war Zeit das Junioren Hockey hinter mir zu lassen und den Schritt ins Profihockey zu wagen», erklärt er. Schmid ist froh, dass ihm Fribourg die Chance gab bei den Herren zu spielen. Trotzdem erhoffte er sich insgeheim etwas mehr Verantwortung am neuen Ort. «Ein bisschen mehr Eiszeit wäre schön. Ich glaube jedoch, dass diese in Zukunft kriegen werde», hofft der Stürmer.

Obwohl Schmid nicht mehr in der schwedischen Juniorenliga spielt, so ist er gegen die Nordländer noch immer sehr motiviert. «In diesen Spielen kann ich ein Prozent Extra-Energie mobilisieren», stellt er fest. Dabei kommt dem Stürmer entgegen, dass er den Gegner sehr gut kennt. «Ich habe zwar keinen persönlichen Kontakt zu den Spielern, doch habe ich gegen die meisten gespielt» erklärt er.

Neben seiner Junioren Zeit in Schweden erinnert sich Schmid gerne auch an die letzte U20-WM. Damals schlugen die Schweizer die Tre Kronor im Viertelfinale von Victoria mit 2:0. Zusammen mit Schmid sind es insgesamt zehn Spieler, die an der letzten WM dabei waren. Sie alle wissen, wie man die Nordländer schlagen kann. Trotz dieser Erfahrung wird ihnen bewusst sein, dass die Schweden an den World Juniors eine unglaubliche Serie vorzuweisen haben. In der Vorrunde haben die Tre Kronor am 31. Dezember 2006, also vor rund 13 Jahren das letzte Mal verloren. Gewinnen die Schweden auch heute gegen die Schweiz, feiern sie ihren 50. Vorrundensieg in Serie!

Trotz dieser Serie haben die Finnen am ersten Tag gezeigt, dass man die Schweden mit einer kompakten Mannschaftsleistung schlagen kann. «Wie immer müssen wir hart arbeiten und bis zum äussersten kämpfen», ist sich Schmid sicher. Die Schweizer müssen in diesem Duell genau so ungemütlich aufzutreten, wie dies die Kasachen im ersten Spiel gegen die Schweiz getan haben.

Nützen könnte den Schweizern, dass sie nach dem Sieg gegen Kasachstan befreit aufspielen können. Dank der beiden Startniederlagen der Kasachen, sind die Viertelfinals für die Eisgenossen beinahe sicher. Somit geht es in den restlichen Spielen vor allem darum, sich ans internationale Tempo zu gewöhnen und ein gutes Gefühl fürs Viertelfinale zu holen.