Moser: «Jetzt können wir befreit aufspielen»

27.12.2019 - Von Pascal Zingg

Der Verteidiger Janis Moser gehört in der aktuellen U20-Nationalmannschaft zu den Leistungsträgern. Der Junior des EHC Biel hat in seiner jungen Karriere bereits viel erreicht. Nachdem sich der 19-jährige in der letzten Saison beim EHC Biel einen Stammplatz erspielt hat, durfte er nach der U20-WM auch noch die WM der Herren bestreiten.

«Eigentlich wollte ich mir erst einmal einen Stammplatz beim EHC Biel erarbeiten. Dann lief die Saison so gut, dass ich auch noch an der A-WM teilnehmen durfte», zeigt sich Janis Moser überrascht. Dank diesem Karrieresprung ist es wenig verblüffend, dass der junge Verteidiger nie das Bedürfnis hatte ins Ausland zu wechseln. «In Biel hatte ich immer alles, was ich brauchte. Hier gab man mir Eiszeit und Vertrauen, zudem habe ich hier meine Familie und das richtige Umfeld», erklärt Moser.

Wie beim EHC Biel erhält Moser auch in der U20-Nati einiges an Vertrauen. Zusammen mit Tim Berni, David Aebischer und Nico Gross gehört er hier zu den Top 4 Verteidigern. Dabei kommt es ihm entgegen, dass er im letzten Jahr bereits zwei WM-Turniere bestritten hat. «Nach der letzten Saison, weiss ich, wie es an solchen Turnieren läuft», erklärt er. Verglichen mit der WM der Herren stellt er dabei keine grossen Unterschiede fest. «Einzig meine Rolle im Team ist an der Junioren-WM ein bisschen anders», weiss der junge Bieler.

Dank der guten letzten Saison mit dem EHC Biel konnte Moser unlängst auch in der Champions Hockey League internationale Erfahrung sammeln. All diese Eindrücke halfen wohl auch, dass die Schweizer beim gestrigen Startspiel gegen Kasachstan die Nerven trotz des engen Spiels nie verloren. «Solche Spiele sind nie einfach, dies insbesondere, wenn man sie ganz am Anfang des Turniers spielen muss», gibt sich Moser abgeklärt. Er gibt zu bedenken, dass man trotz durchzogener Leistung wichtige Punkte sammeln konnte. «Dank diesem Sieg ist der Druck von uns abgefallen. Nun können wir gegen die Grossen zeigen, was wir wirklich können», analysiert Moser.

Um mit ihrem Können gegen die grossen zu bestehen, müssen die Schweizer aber erst einmal ihre Eigenfehler abstellen. «Im Startspiel haben wir unnötige Turnover gemacht, diese müssen wir abstellen», präzisiert der Verteidiger. Neben dem defensiven Manko war gegen die Kasachen auch die Effizienz ungenügend. Will man morgen gegen Schweden bestehen, muss man sich auch auf dieser Position steigern. Dass man eine solche Steigerung hinlegen kann, haben Moser und einige seiner Kollegen bereits Anfang Jahr gezeigt, als man an der letzten WM die Schweden im Viertelfinal bezwang. «Das war ein sehr schönes Erlebnis. Damals haben wir gezeigt, was passieren kann, wenn wir als Team zusammenhalten», erinnert sich Moser.

Für den Verteidiger ist klar, dass das letztjährige Viertelfinale eine sehr gute Erfahrung war. «Wir konnten zeigen, dass man auch gegen einen guten Gegner wie die Schweden gewinnen kann. Ich glaube dieses Bewusstsein wird uns helfen die Herausforderung an zu nehmen und gegen die grossen Nationen zu bestehen», meint der Verteidiger selbstsicher.

Für Moser ist klar, dass sich die Schweiz auch im Spiel gegen die Schweden nicht verstecken wird. Gelingt den Eisgenossen eine disziplinierte Defensivleistung und können sie ihre Effizienz steigern, so liegt für Moser und seine Teamkollegen vielleicht sogar eine Überraschung drin.