Der Viertelfinal ist Pflicht

25.12.2019 - Von Pascal Zingg

Morgen Donnerstag beginnt im tschechischen Ostrava und Trinec einmal mehr die U20-WM. Für das Schweizer Nationalteam heisst das Ziel einmal mehr Viertelfinale. Ein Ziel, das auf Grund der Ausgangslage unbedingt erreicht werden muss.

Die Ausgangslage an der Junioren-WM 2020 ist für die Schweizer U20-Nationalmannschaft relativ klar. Will man auch in diesem Jahr ins Viertelfinale, muss man die Kasachen im Startspiel schlagen. Ist dieser Grundstein einmal gelegt, liegen auch im dritten Gruppenspiel gegen die Slowaken Punkte drin. Holt man in diesen beiden Gruppenspielen die nötigen Punkte, können sich die jungen Eisgenossen gegen Schweden und Finnland an das Tempo des Viertelfinalgegners gewöhnen. Dies wird nötig sein, kriegt man es in der Runde der letzten acht doch bestimmt mit einem Grossen aus der Gruppe Russland, Kanada oder USA zu tun.

Gerade im Hinblick auf das wichtige Startspiel gegen die Kasachen tun sich die Eisgenossen jedoch gut daran, nicht zu sehr über zukünftige Duelle nachzudenken. Wie die Vergangenheit zeigt, waren die Duelle gegen die vermeintlich schwächeren Gegner sehr oft eng. Nachdem man 2015 und 2016 gegen Dänemark verlor, gab es 2017 in Montréal, gegen den gleichen Gegner einen Sieg im Penaltyschiessen. Ähnlich war es 2018 in Buffalo, als man die Weissrussen im Startspiel mühevoll mit 3:2 bezwang. Einzig 2019 in Vancouver löste das Team die Aufgabe souverän und gewann gleich mit 4:0 gegen den späteren Absteiger aus Dänemark. Anders, als in vergangenen Jahren muss sich die Schweizer Nati bewusst sein, dass ein Gang in die Relegation in diesem Jahr ungemein schwierig würde. Schliesslich wartet im Kampf um den Abstieg mit Tschechien oder Deutschland ein Gegner, der ungemein stärker sein wird als die Kasachen.

Gute Defensive
Schaut man auf das Kader, das die gestellten Aufgaben in Trinec und Ostrava lösen will, so stellt man fest, dass dieses vor allem durch seine Defensive besticht. Wie schon im letzten Jahr dürfte Luca Hollenstein eine sehr wichtige Teamstütze sein. Der Torwart des EV Zug konnte sich gegenüber dem letzten Jahr nochmals steigern. Gerade in der Phase, als er den verletzten Leonardo Genoni ersetzen musste, zeigte er, wie stark er ist. Neben Hollenstein stehen Trainer Thierry Paterlini mit Akira Schmid (Omaha Lancers/USHL) und Stephan Charlin (Servette) zwei ebenfalls sehr solide Backups zur Verfügung.

Neben der gut besetzten Goalieposition stechen auch bei den Verteidigern einige Namen heraus. Es ist nicht überraschend, dass Tim Berni als Captain dieses Teams auftreten wird. Der Zürcher bestreitet bereits seine dritte U20-WM und war bereits letztes Jahr ein Leader in der Defensive. Berni bildet ein Duo mit David Aebischer, der ebenfalls im letzten Jahr dabei war. Neben diesen beiden kehren auch Nico Gross und Janis Moser an die World Juniors zurück. Während Gross bereits seine vierte U20 bestreitet, konnte sich Janis Moser im letzten Frühling bereits im A-Nationalteam beweisen. Während Gross (Oshawa/OHL) und Aebischer (Gatineau/QMJHL) sich in den kanadischen Junioren Ligen durchsetzen konnten sind Berni und Moser bereits Stammspieler in der NLA. Alle vier Spieler verfügen sowohl über die Klasse, als auch über die Erfahrung um die Verteidigung der Eisgenossen zu stabilisieren. Ergänzt wird die Verteidigung durch Mika Henauer, Bastian Guggenheim und Rocco Pezzullo. Während letztere bisher nur bei den Elite-Junioren und der Swiss League zum Einsatz kamen, hat Henauer bereits elf Einsätze beim SC Bern vorzuweisen.

Sorgenkind Offensive
Ist man in der Defensive überdurchschnittlich solide aufgestellt, sucht man in der Offensive derzeit noch nach dem Leader, der mit seinen Toren den Unterschied in den einzelnen Spielen macht. In der Pflicht sind dabei vor allem Kyen Sopa und Valentin Nussbaumer. Gerade Nussbaumer galt einst als grosses Talent. An den beiden letzten Junioren-WM-Turnieren gelang es ihm jedoch nur selten diese Vorschusslorbeeren in Tore umzumünzen. Nicht ganz überraschend wurde er im letzten Draft erst an 207. Stelle gezogen. Möchte Nussbaumer den NHL-Scouts zeigen, dass er besser als diese Draftposition ist, so wäre die aktuelle U20-WM wohl die richtige Plattform. Anders sieht die Situation bei Kyen Sopa aus. Der junge Ostschweizer spielt in dieser Saison seine erste U20-WM. Mit 31 Punkten aus 30 Spielen hat er in der OHL jedoch angedeutet, dass er weiss, wo das Tor steht. Während Nussbaumer und Sopa die Offensive anführen müssen, gibt es weitere Spieler, welchen zuzutrauen ist, dass sie dem Team mit Toren helfen. Allen voran sind hier die Rückkehrer Jeremy Gerber, Matthew Verboon und Sandro Schmid zu nennen. Daneben glaube ich aber auch, dass Simon Knak, Fabian Berri oder Stephan Patry offensive Akzente setzen können.

Schaut man auf die Ausgangslage und das Team der Schweizer, so wird schnell klar: Die Qualifikation fürs Viertelfinale ist in diesem Jahr Pflicht. Dank der Qualifikation für die Runde der letzten acht, könnte man auch gleich eine ungemein schwierige Relegation verhindern. Noch schwieriger wird es natürlich einem grossen im Viertelfinale ein Bein zu stellen. Eine Wiederholung des letztjährigen vierten Platzes wäre daher einmal mehr eine Überraschung.

Background-Portal

U20-WM

Auch in diesem Jahr möchte Schweizer U20 eine Viertelfinalqualifikation bejubeln. Foto: Andreas Robanser
 

Luca Hollenstein und Janis Moser gehören auch in diesem Jahr zu den Teamstützen im Schweizer Team. Foto: Andreas Robanser