Auch unter Paterlini heisst das Ziel: Viertelfinal

18.12.2019 - Von Pascal Zingg

Am 26. Dezember beginnt für die U20-Nationalmannschaft traditionell das WM-Turnier. In diesem Turnier konnte die Schweiz in den letzten vier Jahren immer das Ziel Viertelfinale erreichen. Ein Ziel, das auch Neo-U20-Trainer Thierry Paterlini erreichen möchte.

Mit Thierry Paterlini hat die Schweizer U20-Nationalmannschaft in dieser Saison einen neuen Trainer gekriegt. Da der ehemalige Stürmer zuletzt die U18-Nationalmannschaft erfolgreich betreut hat, scheint er sowas wie der logische Nachfolger von Christian Wohlwend zu sein. Gerade die Erfahrung als U18-Trainer habe ihm dabei geholfen das Amt zu übernehmen ist sich Paterlini bewusst. «Durch meine Tätigkeit als U18-Coach kannte ich die meisten Spieler schon. So kenne ich auch jene Spieler, die im Ausland spielen bereits sehr gut», erklärt er. Die Unterschiede zwischen den Altersstufen seien derweil nur klein. «In der U20 sind die Spieler schon etwas weiterentwickelter und reifer. Dies zeigt sich vor allem im persönlichen Gespräch», stellt Paterlini fest.

Zwei Wochen vor seiner ersten U20-WM startete Paterlini in die Vorbereitung auf das Turnier in Tschechien. «Das war eine spannende Woche», resümiert Thierry Paterlini den ersten Teil der WM-Vorbereitung. Dabei ist dem Trainer bewusst, dass es für die Spieler eine harte Woche war. «Wir haben viel trainiert. Dies sowohl auf, als auch neben dem Eis. Dazu konnten wir mit den Spielern alle wichtigen Konzepte ansprechen. Die Flut an Informationen hat wohl dazu geführt, dass die Spieler am Ende der Woche im Kopf nicht mehr ganz so frei waren», erklärt Paterlini.

Zum Abschluss von Woche eins spielten die Schweizer zwei Mal gegen Deutschland. «Das war ein guter Test, die Deutschen waren ein harter Gegner und haben uns alles abverlangt», meint Paterlini. Für ihn ist klar, dass sein Team schon einmal spüren konnte, wie es am 26. Dezember im wichtigen Spiel gegen Kasachstan zur Sache geht. «Die meisten Kasachen spielen während der Meisterschaft ebenfalls zusammen. Zudem sind viele schon zum zweiten Mal dabei. Das wird bestimmt keine einfache Aufgabe», ist sich der Trainer bewusst. Dabei ist es ihm egal, dass dieses Do-or-die-Game gleich zu Beginn der WM kommt. «Das ist nicht das erste Mal, dass ich eine solche Situation erlebe. Ausserdem ist es für beide Teams das erste Spiel», präzisiert Paterlini.

Obwohl das Spiel gegen die Kasachen bereits sehr wichtig ist, ist dem Trainer auch klar, dass mit einem Sieg gegen die Asiaten noch nichts gewonnen ist. «Die U20-WM ist ein äusserst kompaktes Turnier. Da kann es je nach Konstellation auch sein, dass ein Sieg nicht fürs Viertelfinale reicht», gibt er zu bedenken. Für Paterlini ist deshalb klar, dass er mit seinem Team neben den Kasachen auch die Slowaken schlagen möchte. Steht man danach im Viertelfinale, habe man einmal mehr nichts zu verlieren.

Erreichen will Paterlini dieses Ziel aus einer gesicherten Defensive. «Unser Team muss als Kollektiv auftreten. Dabei besteht das Gerüst aus stabilen Torhütern und einer guten Verteidigung», analysiert Paterlini. Er gibt dabei zu bedenken, dass Luca Hollenstein an der Vorbereitung in der Lenzerheide krankheitshalber nicht teilnehmen konnte. Akira Schmid und Stéphane Charlin hätten jedoch gezeigt, dass auf dieser Position durchaus Alternativen gäbe. In der Verteidigung kann man derweil auf Spieler wie Tim Berni, Nico Gross, David Aebischer oder Janis Moser zählen, die allesamt schon mindestens einmal an einer U20-WM überzeugen konnten. Etwas mehr Sorgen dürfte dem Trainer die Offensive bescheren.

«Wenn wir einen ähnlichen Exploit wie im letzten Jahr zeigen wollen, brauchen wir Spieler, die über sich hinauswachsen», weiss der Trainer. Er ist sich sicher, dass er einige Kandidaten in seinem Kader hat, die für einen solchen Exploit in Frage kommen. «Zwar konnten sie dies in der Lenzerheide noch nicht zeigen, bis zur WM ist aber auch noch ein bisschen Zeit», relativiert Paterlini. Als Kandidaten für solche Exploits dürften beispielsweise Valentin Nussbaumer oder Kyen Sopa gelten. Sie haben in den kanadischen Junioren Ligen bereits gezeigt, dass sie Tore schiessen können. Daneben darf man wohl auch von Jeremy Gerber vom SC Bern einiges erwarten.

Vergleicht man Team und Ziel mit den letzten Ausgaben, so hat sich unter Thierry Paterlini nicht viel geändert. Der ehemalige U18-Coach weiss was es braucht, um sein Team ins Viertelfinale zu bringen. Einmal mehr fehlt der Schweiz der grosse Star. Weshalb Paterlini einmal mehr das Kollektiv in den Vordergrund stellen wird.

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Paterlini

2018 war Thierry Paterlini (links) noch Assistent von Christian Wohlwend (rechts). Nun ist er selber der Chef an der Bande. Foto: Andreas Robanser