Andrighetto über sein Leben in der KHL

21.10.2019 - Von Andreas Robanser

Seit einigen Wochen spielt Sven Andrighetto nach Jahren in Nordamerika für Avangard Omsk in der russisch geprägten KHL, ist mit 14 Punkten aus 19 Spielen der viertbeste Scorer im Team. Wir sprachen nach dem Sieg gegen St. Petersburg mit ihm.

Seit etwas mehr als sechs Wochen läuft die Kontinentale Hockey Liga (KHL) und in dieser Spielzeit ist mit dem Zürcher Sven Andrighetto nach langem wieder ein Schweizer in der russischen Liga tätig. Für den Stürmer verlief die bisherige Umstellung gut und auch mit den sportlichen Zielen ist Andrighetto bisher zufrieden.

Auch sein Trainer bei Avangard Omsk, der in der Schweiz bestens bekannte Bob Hartley, zeigt sich recht begeistert über die Neuerwerbung.

«Sven ist eine sehr gute Verstärkung für uns. Er bringt viel Talent und Geschwindigkeit in das Team. Er ist ein hart arbeitender Spieler und er ist ein gutes Beispiel für die jungen Spieler. Er kam mit NHL- und NHL-Playoff-Erfahrung zu uns. Er hatte (im letzten Spiel gegen SKA) eine tolle Chance mit einem Pfostenschuss. Er bringt in jedem Spiel seine Leistung und ist in der Offensive sehr kreativ, er ist einer der hart arbeitenden Spieler und er besitzt eine wirklich gute professionelle Einstellung», sagt Hartley.

Auf die Frage zwischen den Unterschieden zwischen der Schweiz, der NHL und KHL meinte Andrighetto, dass er die Schweiz nicht beurteilen könne, da selber gar nie in der National League gespielt hat.

«Ich meine, natürlich ist die NHL die beste Liga der Welt, aber ich denke die KHL ist sehr nahe dran», so Andrighetto.

Über die Reisestrapazen kann der 26-Jährige aber noch nicht so viel sagen, da Avangard noch keine ganz langen Reisen gehabt hatte. «Bisher hatten wir nur Roadtrips, die dauern jeweils sechs Tage mit drei Spielen und das war bisher immer dasselbe.» So kann Sven Andrighetto auch noch keine lustigen oder abenteuerlichen Geschichten aus Russland erzählen. Weit in den Osten nach Sibirien, der Pazifikküste oder Peking stehen die Reisen erst noch an.

Apropos Sibirien: Dort spielt ja der Club momentan gar nicht, weil die Halle aus Sicherheitsgründen geschlossen werden musste. Es wird schon wieder einen Neubau geben, möglicherweise auf die U20-WM 2021/22 hin, die bislang nur im «benachbarten» Nowosibirsk geplant war. Der Zürcher wohnt mit seiner Verlobten aber auch nicht im Ersatzspielort von Avangard Omsk, der Moskauer Vorortstadt Balaschicha, sondern in der Hauptstadt Moskau selbst: «Das ist 40 Minuten zu fahren, das geht noch.»

Das Leben in Moskau gefällt den beiden aber: «Es war natürlich nicht einfach am Anfang, aber wir haben uns an die Unterschiede sehr gut gewöhnt und es gefällt uns in Moskau sehr gut. Es ist eine riesige Stadt mit sehr vielen Aktivitäten, sei es Einkaufszentren, Parks oder es hat sehr viele gute Restaurants. Wir sind immer noch am Herausfinden, aber wir mögen es neue Dinge zu sehen.»

Die neue Saison mit der Weltmeisterschaft in der Schweiz ist für den Zürcher natürlich etwas Besonderes. Besuchte er doch die letzten beiden Heim-Weltmeisterschaften als Fan zusammen mit seinem Vater und seinem Bruder. «Das war schon damals ein Riesenziel», sagte er. Im November und Dezember stehen die ersten beiden Vorbereitungsturniere an: «Das ist heuer sicherlich ein ganz grosses Jahr für die gesamte Schweiz und die Schweizer Nationalmannschaft», zeigt sich der Avangard Omsk-Stürmer zuversichtlich. Er selbst hat es während seinen sechs Jahren unter NHL-Vertrag an drei Weltmeisterschaften geschafft und dabei 2018 WM-Silber in Kopenhagen gewonnen.