Wohin führt der Weg der Lakers?

2.9.2019 - Von Pascal Zingg

In der letzten Saison bezahlten die SCRJ Lakers viel Lehrgeld. Gerade in den Playouts gegen den HC Davos zeigte sich, dass die Rapperswiler in der letzten Ausgabe nicht ganz konkurrenzfähig waren. Dies soll sich nun ändern. Doch was liegt drin für das Team am Obersee?

«Wenn ich mir die letzte Saison vor Augen führe, haben wir zu wenig Tore geschossen und zu viele bekommen», sagt Neo-Sportchef Janick Steinmann rückblickend. Es ist deshalb klar, dass sich die Lakers sowohl in der Defensive als auch in der Offensive verstärken mussten.

Um die Probleme in der Offensive zu beheben, haben sich die Lakers auf diese Saison hin zwei ausländischen Centern verstärkt. Der absolute Toptransfer dürfte dabei jener von Roman Cervenka sein. Der Tscheche gewann in der Vergangenheit sowohl den Weltmeistertitel, als auch den Gagarin Cup. Zudem konnte er bei Fribourg-Gottéron und den ZSC Lions bereits seine Gefährlichkeit unter Beweis stellen. Für Steinmann ist deshalb klar: «Cervenka wird die Offensive anregen und das Powerplay verstärken.» Neben Cervenka konnten sich die Lakers ebenfalls die Dienste von Andrew Rowe sichern. Auch hier redet Steinmann von einem absoluten Wunschtransfer: «Andrew ist ein sehr smarter Zwei-Weg-Center. Ihn zeichnet aus, dass er fast immer die richtigen Entscheidungen trifft. Ich bin überzeugt, dass er uns sowohl im Powerplay, als auch im Boxplay weiterhelfen kann.» Neben seinen Fähigkeiten auf dem Eis besticht Rowe aber auch als Mensch. So ist er ein absoluter Leadertyp, weshalb in die Mannschaft bereits als Captain gewählt hat. Die beiden neuen Center treffen bei den Lakers auf die ausländischen Flügel Kevin Clark, Danny Kristo und Casey Wellmann. Es ist anzunehmen, dass sich diese fünf Spieler einen Konkurrenzkampf liefern werden. Ein Umstand, der alle fünf stärker machen könnte.

Bei den Schweizer Stürmern konnten sich die Rapperswiler die Dienste von Sandro Forrer, Michael Loosli und Nico Dünner sichern. Für Center Dünner dürfte es die letzten Chancen sein, sich in der NLA zu etablieren. Dies war ihm in Zug nicht gelungen. Dafür zeigte er in den letztjährigen Swiss-League-Playoffs gute Leistungen beim SC Langenthal. Neben Dünner sind auch Loosli und Forrer Perspektiven-Spieler, welche in dieser Saison eine Chance bekommen sich in der National League zu behaupten. Bei all den jungen Schweizer Stürmern ist jedoch nicht klar, welche Schweizer Spieler für die Lakers die Tore schiessen werden. Insofern wird diese Last wohl vor allem auf den Schultern der Ausländer verteilt.

Verbesserte Defensive

Anders als in der Offensive werden in der Verteidigung die Schweizer Spieler die Kohlen aus dem Feuer holen müssen. Als Leader in der Defensive konnte man Daniel Vukovic verpflichten. Der kanadisch-schweizerische Doppelbürger spielte die letzten elf Spielzeiten bei Genf-Servette, wo er zu einem Publikumsliebling avancierte. Mit über 500 Spielen für die Genfer ist er der erfahrenste Lakers-Verteidiger. Eine ähnliche Erfahrung bringt Flurin Randegger mit. Der Basler war bei diversen Vereinen unter Vertrag und bringt ebenfalls eine Erfahrung von über 500 Spielen mit. Neben den beiden «alten Hasen» konnte man sich ebenfalls die Dienste Mauro Dufner und Dominik Egli sichern. Beide Spieler gelten als talentiert, müssen sich aber in der NL noch beweisen. Gerade Egli dürfte auch im Powerplay einiges an Eiszeit kriegen. Hier hat er in der Vorbereitung bewiesen, dass er die Übersicht hat, um das Powerplay von der blauen Linie zu orchestrieren. Dank der neuen Verteidiger gewinnt die Defensive der Lakers einiges an Qualität und Breite. So, dass sich ein gesunder Konkurrenzkampf mit den arrivierten Verteidigern entwickeln sollte.

Nichts verändert hat sich auf der Torhüter Position. Melvin Nyffeler ist einmal mehr die klare Nummer eins. Angesichts der vielen Torhüterrochaden in der höchsten Schweizer Liga, ist es als Erfolg zu werte, dass die Rosenstädter ihre Nummer eins halten konnten.

Neben den neuen Gesichtern auf dem Eis, präsentieren die Lakers auch neben dem Eis zwei Neulinge. Mit Niklas Gällstedt und Sven Berger stehen Head Coach Jeff Tomlinson neu zwei Assistenten zur Verfügung. Gerade die Verpflichtung von Gällstedt darf dabei als Gewinn angesehen werden. Der Schwede ist ein profunder Hockeykenner, der sich in Rappi vor allem um die Defensive kümmern wird.

Was liegt drin?

Dank einiger punktueller Verstärkungen zeigt sich Janick Steinmann zufrieden mit der Transferperiode des Sommers. «Jene Transfers die möglich waren, haben wir getätigt. Dabei haben wir uns nicht blind auf Namen verlassen, als vielmehr Spieler geholt, die uns auch in Zukunft weiterbringen können.» Alles in allem darf man deshalb festhalten: Die Lakers sind stärker als noch vor einem Jahr. Nur was heisst dies im Vergleich mit der Konkurrenz? Ziel der Rapperswiler ist es, den Anschluss an den Rest der Liga zu schaffen. Dies ist ihnen dank der getätigten Verstärkungen auch durchaus zuzutrauen. Es ist stark davon auszugehen, dass sich die Lakers in diesem Jahr nicht mehr so schnell abhängen lassen, wie noch vor Jahresfrist. Sollte man sich am Schwanz der Liga festbeissen können. Scheint auch ein Verhindern des Playout-Finals durchaus realistisch.

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Nyffeler

Über mangelnde Arbeit wird sich Melvin Nyffeler im Tor der SC Rapperswil-Jona Lakers wohl auch in der neuen Saison nicht beklagen dürfen. Foto: Thomas Oswald