Simon Knak: Sein zweites Jahr als Captain

8.8.2019 - Von Fabian Lehner

Simon Knak spielte seine ganze bisherige Karriere für den EHC Kloten. Dabei zeigte er sich als körperlich robuster Spieler aus. Er kann sich berechtigte Hoffnung auf eine relative hohe Draft-Ziehung machen. Nicht nur wegen seinen 15 Toren in 54 Spielen bei den Elite Junioren hatte er sich in die Notizbücher gespielt. Auch bei der letzten U18-WM waren die Scouts voll des Lobes für den Zürcher. Wir sprachen mit ihm in der Halle von Breclav über den Hlinka Gretzky Cup und seine Zukunft in Übersee.

Als Erstes kommen wir auf seinen Eindruck vom bisherigen Turnier zu sprechen: «Wir hatten einen guten Start gegen die Tschechen. Es ist immer einfacher mit einer Führung in ein Spiel zu gehen.» Genau das habe gegen die Kanadier und die Finnen gefehlt. «Wir müssen lernen, uns von einem Rückstand nicht gleich runter ziehen lassen», spricht er die fehlende mentale Reife des Teams an. Das ist sicher ein Punkt, wo sich das ganze Team noch steigern kann. Im abschliessenden Platzierungsspiel gegen die Slowaken erwartet er einen harten Kampf. Schaut man auf die Resultate in der anderen Gruppe, dürfte er Recht behalten. Die Slowaken hatten nie mit mehr als einem Tor verloren. «Letztes Jahr waren wir Letzter beim Hlinka, das wollen wir nicht nochmal sein!»

Damit spricht er selbst den Fakt an, dass er bereits das zweite Mal beim Turnier dabei ist. In Edmonton letztes Jahr gelangen ihm in vier Spielen zwei Tore. «In Edmonton war es in einem NHL-Stadion. Das ist kein Vergleich zur Infrastruktur hier», sagt er. Obwohl sie in Edmonton vor sogar 10‘000 Leuten gespielt hat, war das Spiel gegen die Tschechen noch stimmungsvoller mit einer tollen Atmosphäre. «Aber beide Turnier hatten ihre coolen Momente», sagt er. NHL-Luft hatte er also mit dem Oilers-Stadion bereits geschnuppert. Um seinem Ziel, die NHL, näher zu kommen, wechselte der als Zweit- oder Drittrundendraft eingestufte Stürmer in diesem Sommer von seinem Stammklub Kloten nach Nordamerika, zu den Portland Winterhawks, einem WHL-Club aus den USA. «In der Liga werden alle Teams so stark wie am Hlinka sein. Da wird es zu Beginn eine harte Zeit für mich. Dennoch denke ich, dass der Weg über die CHL der richtige für mich ist», erklärt er den Grund für seinen Wechsel. Er habe sich mit einigen erfahren oder ehemaligen Spielern unterhalten, welche ihn zu diesem Entscheid bestärkten. Der berühmteste Schweizer bei Portland war bisher Nino Niderreiter. «Mit ihm habe ich noch nicht über meinen Wechsel gesprochen. Ich hoffe es kommt noch dazu», erhofft er sich Tipps vom Star der Carolina Hurricanes. «Wir spielen beide Golf, vielleicht ergibt sich dabei ja eine Gelegenheit», sagt er schmunzelnd.

Er gibt auch offen zu, dass der Draft vor dem Turnier noch in seinem Kopf herumschwirrte «Ich hatte nicht mein bestes Hockey gezeigt bis jetzt. Es ist gut möglich, dass ich das zu sehr im Hinterkopf hatte. Nun versuche ich, das mehr auszublenden.» Eine erfrischend offene und dennoch abgeklärte Antwort für einen Junioren. Da kommt ihm sicher die Erfahrung, welche er letztes Jahr bereits mit der U18 noch unter Thierry Paterlini gemacht hatte zu gute. «Letztes Jahr war alles etwas organisierter als dieses Jahr», sagt er. Dies hat einerseits mit der Organisation vor Ort und mit verbandsinternen Änderungen zu tun. «Es ist auch super für Martin Höhener zu spielen», sagt er. Er kennt ihn auch schon von der U17.

Zum Schluss schauen wir noch weit voraus auf die U18-WM im Frühling in den USA. Die Resultate am Hlinka sind dieses Jahr besser und wenn man die Entwicklung der Truppe sieht, sollte das positiv stimmen. Dieser Aussage kann Simon Knak zustimmen: «Ich denke wir haben einen Fortschritt gemacht. Ich denke diese Truppe hatte bessere Chancen als die letztjährige das Viertelfinale zu erreichen.» Geklappt hat es aber trotzdem nicht. Doch im Team will er nun auch seine Erfahrung als Captain einfliessen lassen. «Sicher profitiere ich davon, dass ich bereits letztes Jahr Captain war. Am Ende des Tages können aber alle etwas einbringen, Buchstaben auf dem Dress hin oder her.»