Josi: Volle Konzentration aufs Eishockey

20.5.2019 - Von Maurizio Urech

Wegen des frühen Scheiterns in den Playoffs stiess das Duo Josi-Weber zur Nationalmannschaft und dies schon zur Start der WM. Wir haben mit dem Schweizer Vorzeigeathlet Roman Josi über Nashville, die Nationalmannschaft und andere Themen gesprochen.

Roman Josi, Sie sind in Bern aufgewachsen. War schon als junger Eishockey die Priorität oder haben Sie auch andere ausgeübt?

Bis ich zehn war habe ich Fussball und Eishockey gespielt, nachher habe ich mich fürs Eishockey entschieden. Meine Eltern haben gesagt, dass ich zum Fussball tendierte, dann hat mir ein Trainer nahegelegt, dass Eishockey das Beste für mich sei. Aber ehrlich gesagt, ich kann mich nicht mehr erinnern was am Schluss der Grund war wieso ich mich fürs Eishockey entschieden habe. Bis 14 habe ich Stürmer gespielt, dann hat mich ein Trainer nach Ausfällen in der Verteidigung aufgestellt und diese Position habe ich behalten.

Jetzt wechseln wir zu Nashville. Zu Ihren Teamkollegen gehört P.K. Subban, eine schillernde Persönlichkeit, die immer im Mittelpunkt steht, nicht nur wegen seines sozialen Engagements. Wird dies von allen akzeptiert?

Innerhalb der Mannschaft ist es kein Problem, dass er ständig im Fokus steht. Er ist jemand mit einer grossen Energie, hat einen Sinn für Humor, engagiert sich auch neben dem Eishockey. Um ihn herum läuft immer etwas. Er sorgte für positive Stimmung im Team, aber er weiss genau wann Zeit für einen Scherz ist und wann es ernst gilt.

Eure Saison ging ja unerwartet früh zu Ende. Man hatte das Gefühl, dass ihr in den sechs Playoff-Spielen irgendwie nie richtig in Fahrt gekommen seid.

Die Playoffs waren das getreue Ebenbild unserer Saison. Auch in der regulären Saison hatten wir immer ein Auf und Ab. Nie konnten wir über längere Zeit auf hohem Niveau spielen. Dies setzte sich in den Playoffs fort. Dort hatten wir gute Spiele, aber auch ganz schlechte. Auch während einzelner Partie gab es Drittel zum Vergessen und am Schluss endete die Saison für uns mit einer grossen Enttäuschung.

Wie ist es in einer Musikstadt wie Nashville zu leben?

Nashville ist eine Musikstadt und Country ist die Nummer Eins. Am Broadway kann man 24 Stunden am Tag Live-Musik hören, in der Bridgestone Arena habe ich schon einige ganz tolle Konzerte gesehen, auch mit Künstlern aus anderen Musik-Richtungen.

Stimmt die Wahrnehmung, dass Sie wann immer möglich sehr gerne für die Schweizer Nationalmannschaft spielen, auch nach einer langen NHL-Saison?

Es ist für mich immer eine grosse Ehre für die Schweiz spielen zu können. Dies ist bereits meine achte WM und ich hatte mit der Nationalmannschaft schon viele schöne Moment erlebt, nicht nur wegen der zwei gewonnen Silbermedaillen, die absoluten Highlights, aber es ist auch sonst ein Supererlebniss. Als Eishockey-Spieler geht die Karriere schnell vorbei, ich bin zwar erst 28, noch nicht so alt, aber klar ist, dass die Jungen schon drängen. Daher kann es sehr schnell vorbei sein, also muss man jede Chance nutzen um an einer WM spielen zu können.

Wie man bisher an dieser WM gesehen hat, habt ihr mit der Nationalmannschaft euren Stil gefunden.

Ja, auch wenn jede Partie seine eigene Geschichte hat, sind wir unserem Stil treu geblieben und haben auch in engen Partie nie die Geduld verloren. Das Powerplay müssen wir verbessern, aber es ist eben auch nicht so einfach sofort die richtige Chemie mit neuen Teamkollegen zu finden. Aber das beste Rezept ist wohl das einfachste, viele Pucks aufs Tor bringen, dann wird es sicher klappen.

Noch ein Wort zu den Schweizer Fans.

Es ist wirklich unglaublich wie wir von unseren Fans unterstützt werden. Es ist nicht so selbstverständlich, an jedem Spiel 4'000-5'000 Fans hier zu haben – eine zusätzliche Motivation für uns. Auch bei den letzten Weltmeisterschaften fehlte ihre Unterstützung nie, Chapeau, wir wissen es zu schätzen.