Fiala: «Nati ist eine tolle Truppe»

19.5.2019 - Von Maurizio Urech

Auch wenn Flügelstürmer Kevin Fiala erst 22 Jahre alt ist, hat er bereits einiges erlebt, so wie einen Trade in seiner vierten Saison in der NHL. Dies war eines der Themen bei unserem Gespräch.

Wenn wir auf die letzte WM zurückblicken, dann bleibt im Gedächtnis ihre Chance in der Verlängerung haften. Haben Sie noch häufig daran gedacht?

Natürlich, vor allem in den Stunden nach dem Spiel und am Tag danach. Es war sicher auch ein wenig Pech dabei, der Puck hätte auch hineinrutschen können. Nach einem solchen Spiel im Penaltyschiessen zu verlieren ist natürlich besonders bitter.

An dieser WM spielen Sie mit Nico Hischier, ihr scheint schon eine gute Chemie entwickelt zu haben?

Nicht nur mit Hischier sondern auch dank Praplan hat unser Block bisher gut funktioniert. Ich hoffe wir können uns noch steigern, die WM ist ja noch lange nicht fertig. Jetzt warten die grossen Brocken auf uns.

Viel umstellen müsst ihr ja nicht, auch gegen diese Teams zuerst defensiv gut stehen, zu euren Chancen kommt ihr immer.

Sicher, wir sind die Schweiz. In der Vergangenheit wurden wir immer als kleine Mannschaft angesehen, aber nach unseren Leistungen letztes Jahr ist dies meiner Meinung definitiv nicht mehr so. Wir gehören zu den besseren Teams. Unser Ziel muss es an dieser WM sein, die letztjährigen Leistungen zu bestätigen, aber natürlich liegt der Fokus immer auf dem nächsten Spiel.

Wie haben Sie Ihre Saison in Nordamerika erlebt?

Es war eine spezielle Saison, der Start war harzig, ich konnte nie an meine Leistungen der Vorsaison anknüpfen, dann wurde ich getradet. Die ganze Saison war ein Auf und Ab. Ich hatte ganz gute Spiele, dann ganz schlechte, dies war mein grösstes Problem während der ganzen Saison. In Gesprächen mit älteren Spielern wurde mir gesagt, dass dies in meinem Alter normal ist. Jetzt werde hier an der WM und im Sommer hart arbeiten, damit ich diese Saison vergessen kann und die neue optimal lancieren kann. Der Trade kam vor der Deadline zustande, es war schon speziell. Ich erhielt einen Telefonanruf von einem Journalisten, erst nachher meldete sich der GM. Es war ein kleiner Schock für mich, denn ich hatte ein sehr gutes Verhältnis zu allen Spielern in Nashville. Nachher habe ich mich wieder aufs Eishockey konzentriert. Natürlich war ich am Anfang nervös, denn man weiss ja nie wie man vom neuen Team aufgenommen wird. Aber es ging alles bestens und jetzt fühle ich mich wie zu Hause. Es könnte für mich nicht besser sein.

Keine grosse Differenz gibt es ja zwischen dem Interesse für Eishockey in Nashville oder St. Paul. An beiden Orten ist das Interesse gross, man liebt das Eishockey.

In Minnesota ist die Begeisterung sogar noch grösser als in Nashville, Minnesota ist ja State of Hockey, kann man mit Toronto vergleichen. Es ist eine verrückte Eishockeystadt und als Spieler gibt es dir einen zusätzlichen Schub, wenn du immer vor ausverkauftem Haus spielen kannst. Darüber bin ich froh. Ich gehe davon aus, dass ich bleiben werde. Jetzt konzentriere ich mich auf diese WM, mein Vertrag ist erst nach der WM ein Thema. Es war für mich keine Frage, ob ich hier spielen würde, vor allem nachdem was letztes Jahr passiert ist. Wir haben eine tolle Truppe und es macht Spass dazu zu gehören. Es gab keinen Grund nein zu sagen.

Nach dem letztjährigen Erfolg sind die Ansprüche an euch gestiegen. Wie geht ihr damit um?

Wichtig ist einzig, dass wir innerhalb des Teams von unserem Potential überzeugt sind. Wir glauben an uns, alles andere können wir sowieso nicht kontrollieren.

Zum Abschluss noch eine persönliche Frage. Wie sind Sie zum Eishockey gekommen? Wurde Ihnen der «Virus» schon in der Familie angesteckt?

Mein Vater hat ja selber Eishockey gespielt daher nahm er mich früh mit und ging mit ihm aufs Eis. Er ist «schuld» daran, dass ich jetzt Eishockey spiele. Er hat mir erzählt, dass ich als Kind nie vom Eis wollte. Es war meine Entscheidung, niemand hat mich dazu gezwungen.