Kurashevs erste WM

18.5.2019 - Von Maurizio Urech

Der Center Philipp Kurashev (19) ist einer der WM-Neulinge im Kader von Patrick Fischer für die WM in Bratislava. Da er in der Schweiz nur bis zu den Elite-Junioren gespielt hat, haben wir ihn am Media-Day von Swiss Ice Hockey zu seinem Werdegang befragt.

Philipp Kurashev, Ihren Vater Konstantin kennt man in der Schweiz, er ist seit mehr als 20 Jahren bei uns als Coach tätig (aktuell in Chur) da nehmen wir doch an, dass Sie schon sehr früh mit dem Eis in Kontakt kamen?

Seit ich mich erinnern kann spielte sich mein Leben in einem Eishockeystadion ab. Zum ersten Mal auf den Schlittschuhen stand ich schon mit 2 ½ Jahren und seither spiele ich Eishockey. Auch wenn ich in der Jugend einmal in der Woche auch Tennis gespielt hatte, war Eishockey immer die absolute Nummer 1 bei mir, auch wenn ich zu Hause war, da habe ich weiter Eishockey gespielt oder Eishockey geschaut. Unter meinem Vater habe ich nie gespielt, da er jeweils andere Teams trainierte, aber er kam an die Trainings und hat sich auch meine Spiele angeschaut. Auch heute noch haben wir einen regelmässigen Kontakt. Wenn ich in Kanada spiele, sieht er die Spiele wegen der Zeitverschiebung nicht, hier an der WM sieht er meine Spiele und ich erhalte jeweils ein Feedback, was mir sehr hilft.

Sie sind relativ früh nach Nordamerika gegangen, habt ihr diese Entscheidung miteinander getroffen?

Ich hatte sowieso immer die Idee im Hinterkopf dorthin zu wechselt. Natürlich habe ich es mit meinen Eltern abgesprochen und dann kam ich die Möglichkeit zu den Quebec Remparts zu wechseln und diese habe ich wahrgenommen. Es hat mir dort sofort gut gefallen, ich spielte dort drei Jahre und es war sicherlich die richtige Entscheidung für mich. Es war sicherlich eine Umstellung für mich, doch ich hatte sehr gute Teamkollegen die mir bei der Integration geholfen habe, ich wohnte dort mit meiner Mutter was natürlich auch half.

Sie haben für die Schweiz schon an der U18- und an der U20-WM gespielt, jetzt zum ersten Mal an einer A-WM. Ihre ersten Eindrücke?

Schon bei der U-20 WM war die Medien präsent, hier kommt ein weiterer Schritt hinzu, das Medieninteresse ist noch grösser, auch nach den Spielen, man muss viel mehr Interviews geben, wie heute am Media-Day, aber dies gehört definitiv dazu. Viele Spieler die letztes Jahr schon dabei waren sind auch hier in Bratislava, wir wurden von allen gut aufgenommen und es macht definitiv Spass mit dieser Truppe hier zu spielen.

In den nächsten Partien trifft die Schweiz auf die Tenöre dieser Gruppe mit vielen NHL-Spielern im Kader, ein zusätzlicher Reiz?

Es werden sicher spezielle Spiele, man braucht sich nur die Kader anschauen um zu begreifen dass es Teams mit grosser Qualität sind, aber für uns ändert sich im Prinzip nicht viel. Wir spielen unser System, werden nicht viel überlegen und Gas geben. Wir sind auch ein gutes Team und müssen uns nicht verstecken.

Dieses Jahr haben Sie drei Spiele in der AHL mit den Rockford Icehogs bestritten. Ihr grosse Ziel dürfte es sein zu versuchen sich einen Platz im Kader der Chicago Blackhawks zu ergattern.

Zuerst will ich mit der Schweiz an dieser WM gut abschneiden, dann einen guten Sommer zu haben, damit ich Möglichst viel Selbstvertrauen tanken kann wenn ich ins Camp der Hawks einrücken werde. Dort ist sicherlich alles möglich, ich muss nur mein bestes Eishockey zeigen. Meine Freizeit werde ich mit meiner Familie und meinen Freunden verbringen, zusammen sind wir sehr polisportiv und versuchen viele diverse Sportarten.