Sorgt die Schweiz erneut für positive Schlagzeilen?

8.5.2019 - Von Maurizio Urech

Jeder Fan der Schweizer Nationalmannschaft hat nur positive Erinnerungen an die letzte WM in Kopenhagen. Die Mannschaft von Patrick Fischer wusste zu begeistern und nur ganz wenig fehlte zum grossen Coup im Final gegen die Schweden. Fiala hatte in der Verlängerung den Treffer zum WM Titel auf dem Stock, am Schluss verlor man im Penaltyschiessen, doch auch dieser zweite Rang war ein grosser Erfolg für das Schweizer Eishockey, auch wenn natürlich bei allen Beteiligten zuerst die Enttäuschung überwiegte.

Damit steigen natürlich vor dem Turnier in der Slowakei bei Fans und Journalisten die Erwartungen. Doch in einem solchen Turnier kann es auch ganz schnell in die andere Richtung gehen, das realistische Ziel muss die Viertelfinal-Qualifikation sein, diese Schweizer Generation hat gezeigt dass man die mentale Stärke mitbringt um auch K.O. Spiele zu gewinnen.

In der Auswahl von Patrick Fischer gab es mehr als eine Überraschung, der Coach zeigte viel Mut und bot mit Verteidiger Janis Moser und Stürmer Philipp Kurashev zwei Youngster auf, welche die Chance erhalten werden sich auf diesem hohen Niveau zu beweisen. Dass Lugano-Stürmer Alessio Bertaggia den Sprung an die WM schaffen würde, glaubten wohl nur wenige, aber auch er kommt wie Nico Hischier und Christoph Bertschy zu seinem Debut an der A-WM und setzt damit die Familientradition fort.

Mit Roman Josi und Yannick Weber in der Verteidigung und Kevin Fiala hat man drei weitere Verstärkungen aus der NHL, welche sicherlich die spielerische Klasse dieses Teams erhöhen werden. Falls Dean Kukan die Freigabe von Columbus erhält, wird dies ein wichtiger Zusatzwert für die Defensive sein. Gespannt darf man auf die Auftritte von Vincent Praplan nach einer schwierigen Saison sein. Andres Ambühl kehrt nach der letztjährigen Absenz zurück und ist wie die Spieler vom Meister SCB ein sicherer Wert dieser Mannschaft.

Da die Schweizer in den ersten vier Partien auf die sogenannten «kleinen» Italien, Lettland, Österreich und Norwegen trifft, muss man versuchen, möglichst viele Punkte zu gewinnen, auch wenn diese Spiele keine Selbstläufer werden. Dies hat man schon im Vorjahr gesehen und die Squadra Azzurra und auch die Österreicher werden gegen die Schweizer besonders motiviert sein. Auch in diesen Partien kann man nur mit einer disziplinierten Spielweise Erfolg haben, bevor man dann auf Schweden und Russland trifft die ausschliesslich NHL-Spieler im Kader haben und vor allem die Russen haben eine unglaubliche offensive Power am Start, mit Ovechkin, Kuznetsov, Malkin und Co, während die Schweden für solides Handwerk stehen. Zum Abschluss kommt es noch zum Aufeinandertreffer mit der tschechischen Nationalmannschaft, die sicherlich mit grossen Ambitionen in dieses Turnier startet und in Bratislava das inoffizielle Heimteam sein wird.

Wir dürfen uns auf eine spannende und attraktive WM mit vielen Superstars freuen und wir trauen der Mannschaft von Patrick Fischer durchaus zu im Konzert der Grossen mitspielen zu können.