NHL: Wie verrückt werden die Conference-Halbfinals?

25.4.2019 - Von Maurizio Urech

Man soll ja bekanntlich im Profisport vorsichtig mit dem Wort Sensation umgehen, aber was in der ersten Runde der NHL-Playoffs dieses Jahr passierte ist ganz einfach sensationell. Zum ersten Mal in der Geschichte der NHL mussten gleich alle vier Gewinner der Conference die Segel streichen.

Im Osten, der Eastern Conference, kam es gleich zu drei Sensationen. Einerseits fegte Columbus den haushohen Favoriten Tampa Bay in vier Spielen vom Eis und Carolina schaffte den Exploit in Spiel sieben und schickte den Titelhalter aus Washington in die Ferien. Die New York Islanders schafften den zweiten Sweep gegen Pittsburgh mit den Superstars Crosby und Malkin. Normal war eigentlich nur die Serie zwischen Boston und Toronto, die Boston zum dritten Mal in Serie in Spiel sieben für sich entschied. Seit 1969 hat Boston damit alle sechs Duelle gegen Toronto gewonnen.

Boston Bruins – Columbus Blue Jackets

Während sich die Columbus Blue Jackets ausruhen konnte, musste Boston die volle Serie gegen Toronto spielen. Sicherlich ein Plus für Columbus falls die Serie über mehr als sechs Partien gehen sollten. Beide Teams haben mit Tukka Rask und Sergei Bobrovski Torhüter, die ein Spiel «stehlen» können. Beide Mannschaften überzeugten mit Ihrer Breite. Also könnte die grössere Erfahrung von Boston – Columbus steht bekanntlich erstmals in der zweiten Runde – den Ausschlag geben.

Wir trauen Columbus zu, dass man den Schwung aus der ersten Serie mitnimmt und auch Boston in sechs Partien schlagen kann.

New York Islanders – Carolina Hurricanes

Das Duell zwischen den beiden Überraschungsteams verspricht Spannung pur. Unglaublich was einerseits Barry Trotz mit den Islanders bisher erreicht hat, genauso wie Rob Brind’Amour, der entgegen aller Prognosen Carolina in die zweite Runde brachte. Die Islanders werden sich erneut auf Ihre starke Defensive stützen, während Carolina mit Nino Niederreiter versuchen wird mit der offensiven Power diese Defensive aus den Angeln zu heben.

Diese Paarung ist absolut offen, wir glauben dass Carolina in sieben Spielen gewinnen wird.




Im Westen traf es überraschend Nashville, das gegen die Dallas Stars ausschied, weil einerseits die eigenen Leistungsträger nicht lieferten, andererseits weil bei Dallas die «Big-Guns» Benn-Seguin-Radulov in den wichtigen Momenten die Differenz ausmachten. St. Louis setzte sich in einer engen Serie gegen Winnipeg durch weil man effizienter war.

Colorado schaffte eine weitere Sensation in dem man in fünf Partien die Calgary Flames verdientermassen eliminierten, wie bei Nashville-Dallas waren es die Leistungsträger welche die Differenz ausmachten, bei Calgary tauchten diese unter bei Colorado lieferten sie.

San Jose gewann in dramatischer Manier Spiel sieben gegen die Vegas Golden Knights. Nach 50 Minuten lag San Jos 0:3 zurück, bevor eine Matchstrafe gegen Cody Eakin, die für viel Diskussionsstoff sorgte, die Wende brachte. Zwar verloren die Sharks Joe Pavelski, der vom Eis geführt werden musste, aber man traf in Überzahl viermal und drehte die Partie. Vegas glich in der Schlussminute noch einmal aus und das Drama ging in die Verlängerung, wo Barclay Goodrow nach 79 Minuten San Jose in die nächste Runde schoss.

St. Louis Blues – Dallas Stars

St. Louis hat wie Carolina eine unglaubliche Saison hinter sich. Beide Teams starteten miserabel in die Saison, beide stehen jetzt in Runde zwei. Die Serie gegen Winnipeg war ausgeglichen, aber in den entscheidenden Phasen machten Spieler wie Jaden Schwartz die Differenz. Dallas überraschte gegen Nashville. Nicht nur spielte Ben Bishop eine Serie auf höchsten Niveau und die Tenöre schossen wichtige Tore, sondern auch die Jungen wie Jason Dickinson, Roope Hintz und Verteidiger Miro Heiskanen.

Da wir Ben Bishop zutrauen sein hohes Niveau halten zu können, geht unsere Prognose an Dallas in sechs Spielen.

San Jose Sharks – Colorado Avalanche

Auch hier könnte Colorado einen leichten Vorteil haben, da man eine längere Pause hatte und die Energietanks wieder auffüllen konnte. Das Torhüter Duell Jones – Grubauer ist ausgeglichen, die Differenz werden sehr wahrscheinlich die Spezialsituationen machen, noch ist ungewiss ob der Kapitän der Sharks Joe Pavelski rechtzeitig wieder fit wird. Colorado hat eine dominante erste Linie, Timo Meiers Sharks haben zwei starke offensive Blöcke und mit Burns und E. Karlsson auch zwei ganz starke Blueliner.

Falls es San Jose schafft wenige Strafen zu nehmen und den Paradeblock von Colorado zu neutralisieren, werden sich die Sharks in sechs Partien durchsetzen.