Florian Vuichard – das Talent zwischen Lausannes Pfosten

17.4.2019 - Von Fabian Lehner

Den jungen Florian Vuichard habe ich erstmals beim Fünf-Nationen-Turnier in Zuchwil gesehen. Dort fiel er mit gutem Stellungsspiel auf. Auch wenn er noch den einen oder anderen Fehler dabei hatte. Vuichard wird einer der Torhüter sein, auf welche Thierry Paterlini bei der U18-WM in Schweden zählen wird. Wir sprachen mit ihm kurz vor der Abreise nach Schweden.

Florian Vuichard berichtet aus dem Vorbereitungscamp in der Schweiz und Finnland: «Es war eine physisch intensive Woche. Dementsprechend waren es schwere Spiele gegen die USA und die Slowakei.» Typische Trainingslager, Spiele mit etwas müden Beinen also. Aber mit dem Schweizer Kreuz auf der Brust ist es nur eine kleine Last: «Es macht stolz die Schweiz zu vertreten zu dürfen. Und was gibt es Schöneres, wenn man es auch noch mit Eishockey spielen kann?» Die Freude am Eishockey merkt man ihm an und es scheinen keine Lippenbekenntnisse zu sein.

Seine vorherige Saison war durch eine Verletzung geprägt. «Ich kam von einer Verletzung zurück und war deswegen froh, dass ich viel gespielt habe. Auch in den Playoffs bekam ich viele Einsätze beim LHC», blickt er zurück. Nach einer Verletzung ist es immer schön den Tritt schnell wieder zu fassen. Mit 20 Spielen bekam er die meisten Einsätze beim Goalie-Trio in Lausanne. In den Playoffs setzte Coach Yves Sarault noch mehr auf ihn. Nur einmal wurde er durch Derian Rensch vertreten. Er scheint also wieder voll im Schuss zu sein. Angebote aus Übersee, der CHL, hat er keine bekommen und machte sich deswegen auch keine Gedanken dazu. «Mir gefällt es in Lausanne und ich werde auch hierbleiben.»

Zu Lausanne kam er dank Douglas Boulanger. Der Kanadier entdeckte Vuichard bei der Leysin Sports Academy und nahm ich gleich zu Lausanne mit. «Nur wegen ihm bin ich bei Lausanne gelandet und habe diese Chance erhalten», ist er seinem Trainer dankbar. Zum Eishockey kam er durch seinen Vater Pascal. «Als kleiner Junge habe ich ihm oft zugeschaut.» Seinen Vater verstarb 2012 und wäre sicher stolz zu sehen, welchen Weg sein Sohn bis anhin gemacht hat.

Ein Idol oder Vorbild hat er nicht. «Mir gefällt der Stil von Genoni aber sehr.» Auf die Frage ob er festgestellt hat, das Genoni seinen Stil an den Pfosten angepasst hat, sagt er: «Es ist immer gut etwas Neues aus zu probieren. Dass er es so schnell einbauen konnte, ist beeindruckend.» Genoni, welcher mit Bern im Playoff Final steht, wird wohl noch einige Jahre als Vorbild für die Jungen dienen können.

Auf das Turnier angesprochen setzte er sich hohe, aber gute Ziele: «Ich möchte der Mannschaft helfen, dass wir gewinnen können. Gleichzeitig möchte ich beweisen, dass ich ein guter Torhüter bin und zurecht in der U18-Nationalmannschaft spiele.» Klare persönliche Ziele, welche unabhängig vom Resultat erreicht werden können. Spielt er auf seinem normalen Niveau, oder gar darüber, wird er sicherlich eine gute WM machen. Wir hoffen es und freuen uns ihn ab Freitag auf dem WM-Eis im nordschwedischen Umea zu beobachten.